Alternativen zum Sparbuch Sechs Prozent Rendite ohne Risiko

Im Zinstief müssen konservative Anleger erfinderisch sein. Ein Geheimtipp sind Genossenschafts-Anteile. Auch Absolute-Return-Fonds bieten solide Renditen. Wo es mit geringem Risiko noch ordentliche Renditen gibt.
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DüsseldorfNicht schon wieder! Durchschnittlich 0,7 Prozent Zins für Tagesgeld und 1,45 Prozent Rendite für zehnjährige Anleihen. Dennoch wird der Ruf nach billigem Geld immer lauter – und die Zinsen im Euro-Raum könnten noch weiter sinken.

So fordert der neue französische Regierungschef Manuel Valls, der Euro sei gegenüber dem Dollar zu teuer und der Wechselkurs müsse gedrückt werden. Und die Industriestaaten-Organisation OECD empfiehlt, der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Geld eindecken können, solle von derzeit 0,25 auf null Prozent gedrückt werden.

Zudem sei es sinnvoll, Banken, die Geld bei der EZB parken, mit einem Strafzins zu belegen, um vor allem die Geldhäuser in Südeuropa dazu zu bewegen, die Kreditzinsen für Unternehmen zu verringern. „Der Europäischen Zentralbank raten wir, neue Maßnahmen zu ergreifen“, sagt der stellvertretende Generalsekretär der OECD Rintaro Tamaki.

Tatsächlich liegen die Interbankensätze für Übernacht-Ausleihungen erstmals seit 2008 zeitweise über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank. Die EZB könnte also bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Geldpolitik weiter lockern. „Die EZB glaubt, dass die Erholung sich nur sehr allmählich vollzieht“, sagte Anatoli Annenkov, leitender Volkswirt für Europa bei der Société Générale in London: „Aus dieser Sichtweise heraus würden sie die Geldmarktsätze vermutlich gern auf ein möglichst niedriges Niveau drücken.”

Vier Prozent bei der Raiffeisen-Tochter Apobank

Doch Sparer müssen sich mit den homöopathischen Erträgen aus Sparbüchern und Tagesgeld nicht zufriedengeben. So wird bei dem Arzt Peter M. ausgerechnet jetzt eine Lebensversicherung ausbezahlt, die er wieder anlegen möchte. Der Garantiezins bei den Versicherern ist ihm jedoch zu gering, um einfach eine neue Police abzuschließen. Sichere Spareinlagen bringen ihm zu wenig. Der Mediziner überlegt daher, die ausgetretenen Pfade der Geldanlage zu verlassen und Genossenschaftsanteile bei der Apotheker- und Ärztebank (Apobank) zu zeichnen.

Dafür zahlt das Institut seit 2010 regelmäßig vier Prozent Dividende. Mitglieder von Heilberufen können Anteile in unbeschränkter Höhe zeichnen. Die Papiere können entweder an andere Mitglieder übertragen oder binnen 24 Monaten gekündigt werden.

Doch wie sicher ist ein solches Investment? Und welche anderen Alternativen gibt es für Anleger, die keine Ärzte sind?

Üppige Renditen bei den Genossen
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19 Kommentare zu "Alternativen zum Sparbuch: Sechs Prozent Rendite ohne Risiko"

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  • "Risikolos"! Vorsicht vor falschen Versprechungen und ..

    Vorsicht mit solchen Überschriften. Genossenschaftsanteile sind vielleicht ein kleines Beiwerk, aber keine wirkliche Alternative für Sparer und Menschen die für sich selbst vorsorgen. "Ohne Risiko" gibt es nicht.
    Tarnen, Täuschen und mehr:
    Kein Risiko! Das konnte man 1999 auch auf CDU-Wahlplakaten zum Euro lesen. Keiner haftet für den anderen. Überschuldung der Beteiligten ausgeschlossen etc. pp. Heute wissen wir es besser.
    Selbst angeblich mündelsicher Euro-Staatsanleihen wurden quasi als risikolos verkauft. Banken mussten keine Cent Eigenkapital dafür hinterlegen. Sie und Versicherungen haben selbst kräftig gekauft. Dann der rechtswidrige Schuldenschnitt. Reiche Griechen zahlen keine Steuern, waschen ihr Geld aus undurchsichtigen Quellen auch hier in Deutschland. Der deutsche Sparer und Steuerzahler soll das dann wieder für die armen Griechen ausgleichen. Die Kanzlerin hatte einen "freiwilligen" Schuldenschnitt für institutionelle Anleger angekündigt. Enteignet wurden dann unbeteiligte Kleinanleger. Die Spekulation hat man bis zur Enteignung zugelassen. Die Griechen haben vollzogen was verlangt wurde damit die Milliarden weiter fliessen. Die Altersvorsorge, das Geld für die Ausbildung der Kinder etc. ist weg.

    Risikolose Genossenschaftsrendite?! Die einzige Hypothekenbank in der Rechtsform der eG, die Münchener Hypothekenbank eG, lässt 500 Geschäftsanteil zu 70 Euro zu. Die zusätzliche Haftsumme im Insolvenzfall beträgt 256 Euro je Anteil! Dividende 3,25 %. Geschäftsanteil sind nicht veräußerbar. Sie können gekündigt werden. Kündigungsfristen siehe Satzung. Wer will kann gerne zeichnen. Aber bitte nicht als risikolos verkaufen.

  • Tendenziell richtig, jedoch sind es im Falle der Volksbanken Raiffeisenbanken keine Einlagen (wie in den Artikel offensichtlich missverständlich dargestellt) sondern rechtlich gesehen Eigenkapital in Form von Geschäftsguthaben. Und die VR Banken "Müssen" auch nicht soviel zahlen, sie schütten lediglich einen Bruchteil ihrer Gewinne an ihre Eigentümer (=Mitglieder) aus.

  • Fantastisch. Da kann man ja seine riesigen Prokon-Renditen reinvestieren.

  • Welch ein Schwachsinn ! Wenn eine Bank für Einlagen ein Mehrfaches dessen zahlen muss, was die anderen bieten, hat sie ein Problem und ist eben keine Witwen- und Waisenanlage

  • Der ganze "Artikel" ist eine Lachnummer auf niedrigstem Niveau!

  • Der ganze "Artikel" ist eine Lachnummer auf niedrigstem Niveau!

  • Sehr geehrte Frau Jochims,
    interessanter Artikel, aber leider sehr schlecht recherchiert. Volksbanken und Raiffeisenbanken sind keine Töchter der Volksbanken- und Raiffeisengruppe, die übrigens ganz offiziell Genossenschaftliche Finanzgruppe heißt, sondern rechtlich selbständige Institute, die diese Gruppe tragen. Als regional tätige Institute agieren sie nach dem Genossenschaftsgesetz zum wirtschaftlichen Wohl Ihrer Kunden und Mitglieder in einem Geschäftsgebiet, dessen Einwohner und Besonderheiten ihnen gut bekannt sind. Darüber hinaus wäre es sicher angebracht, sich zu informieren, welchen Zweck Genossenschaftsanteile verfolgen. Diese sind Eigenkapital der Bank, also die Basis des Geschäftsbetriebs. Daraus ergibt sich, dass es durchaus sinnvoll ist, die Höhe der zu zeichnenden Anteile je Mitglied zu begrenzen. Damit wird eine zu starke finanzielle Abhängigkeit von einzelnen (natürlichen und juristischen) Personen vermieden. Genossenschaftsanteile als Anlage ohne Risiko zu bezeichnen lässt auf fehlende Sachkenntnis schließen, da es sich um eine Unternehmensbeteiligung handelt, bei der neben einem Totalverlust der Anlage noch weitere Kosten durch eine evtl. Nachschusspflicht entstehen können. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit durch entsprechende Regelungen in der jeweiligen Genossenschaftssatzung stark eingeschränkt.
    Sehr schade ist, dass mit der reißerischen Überschrift Anlegern schon wieder suggeriert wird, dass hohe Zinsen risikolos möglich sind, Dem ist nicht so! Je höher der Zins, umso höher das Risiko! Vielleicht greifen Sie dieses Thema einmal auf und kommen damit zurück auf den Pfad der seriösen Berichterstattung.
    Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

  • Sechs Prozent Rendite ohne Risiko....na ja, diese reißerische Überschrift ist - vornehm ausgedrückt - unsinnig. So etwas gibt es per Definition nicht, das sollten Redakteure einer "Wirtschafts- und Finanzzeitung" eigentlich wissen.

  • "Springer kauft Handelsblatt und benennt es in Käseblatt um"

    Das wäre mal eine Schlagzeile... wie kommt es nur zu diesem rätselhaften "Zeitungssterben", Herr Döpfner?

  • Liebes Handelsblatt, ihren Artikel finde ich sehr flach recherchiert. Genossenschaftsbanken - und das gilt auch für die ApoBank - sind keine "Töchter" oder von irgendwem. Die von Ihnen genannten Daten zur genossenschaftlichen FinanzGruppe sind von 2010 (Quelle wohl Wikipedia...). Ich finde da darf man wirklich ein bisschen mehr Recherchequalität erwarten!

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