Altersvorsorge Euro für Euro zum Vermögen – Was Einsteiger über ETF-Sparpläne wissen müssen

Immer mehr Anleger sparen regelmäßig mit Fonds. Sie setzen vor allem auf preiswerte Indexprodukte, sogenannte ETFs. Das Angebot wächst rasant.
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ETF-Sparpläne ziehen in Europa immer mehr Privatanleger an. Quelle: The Image Bank/Getty Images
Steigende Investitionen

ETF-Sparpläne ziehen in Europa immer mehr Privatanleger an.

(Foto: The Image Bank/Getty Images)

FrankfurtEin Erfolgsrezept aus dem Alltagsleben gilt auch im Finanzgeschäft: Billig lockt Kunden an. Bestes Beispiel sind die „Exchange Traded Funds“, die börsengehandelten Indexfonds. Bekannt unter dem Kürzel ETFs, hat sich ihr Volumen in wenigen Jahren vervielfacht. In Europa ziehen die billigen Produkte immer mehr Privatanleger an. „Das ist ein absolutes Trendprodukt“, erkennt etwa Markus Erdmann von der Direktbank ING-Diba.

Populärer werden ETFs auch beim regelmäßigen Ansparen. Wer beispielsweise 100 Euro im Monat beiseitelegen und damit auf Dauer ein kleines Vermögen anhäufen möchte, der wählt häufiger denn je einen ETF-Sparplan. Die Spezialpublikation „Extra-Magazin“ zählt bei den größeren Onlinebrokern und Direktbanken inzwischen über 720.000 solcher Sparpläne. Noch vor vier Jahren war es nur ein Bruchteil davon.

„ETFs als Einzelanlage sind ebenso wie die entsprechenden Sparpläne eher ein Onlineprodukt“, meint Jan Altmann, Gründer der Beratungsfirma 4-Assetmanagement. Erst allmählich findet das Geschäft den Weg von den Direktbanken in die klassischen Filialbanken.

„Aber es kommen immer neue Häuser hinzu, in den beiden vergangenen Jahren zum Beispiel Targobank, Postbank und Commerzbank“, beobachtet Christian Bimüller, ETF-Experte beim größten Vermögensverwalter Blackrock. Für alle Häuser sei es ein Mittel zur Kundenbindung und zur Gewinnung neuer Kunden.

Aus Sicht der Anleger hat das regelmäßige Einzahlen viele Pluspunkte. „Der Vorteil der Pläne liegt darin, dass der Sparer sie flexibel anpassen, aussetzen, den Betrag ändern oder auch löschen kann“, beschreibt es Bimüller. ETFs verlangen grundsätzlich keine Ausgabeaufschläge, das heißt keine einmalige Kaufgebühr – im Gegensatz zu klassischen, aktiv verwalteten und nicht gelisteten Fonds.

Sie haben auch wesentlich geringere jährliche Belastungen. Die liegen häufig zwischen 0,1 und 0,2 Prozent, während aktive Depots oft bis zu zwei Prozent vereinnahmen. Der Grundgedanke beim ETF-Sparplan: Diese Kostenvorteile sollen langfristig über den Zinseszinseffekt ein höheres Endvermögen bringen.

Grafik

Das ist jedoch längst nicht das Ende des Kostenthemas. Die geringen Produktgebühren spielen hier eine untergeordnete Rolle. „Viel wichtiger sind die Ausführungskosten der Bank oder des Brokers“, sagt Bimüller. Die liegen seiner Beobachtung nach meist bei rund 1,5 Prozent pro Order.

Am Ende reiche die Spanne von null bis 2,5 Prozent, teilweise auch mit einer Minimalgebühr: „Oft haben die Anbieter Sonderaktionen für eine bestimmte Zeit mit Nullgebühr oder sehr geringen Kosten.“

Eine Orientierung zum geschätzten Endvermögen bei einer Sparrate von angenommenen 100 Euro pro Monat gibt die Übersicht (siehe Grafik). Mit den unterstellten Jahresrenditen steigen bei einer Laufzeit von 20 Jahren die erwarteten Endvermögen deutlich. Das gilt auch bei zunehmender Spardauer. Hier wirkt der Zinseszinseffekt: Ein höherer Zinsertrag vermehrt den Kapitalstock und wird im nächsten Jahr mitverzinst.

Verschiedene Sparvarianten

Bei der Umsetzung eines ETF-Sparplans bieten sich verschiedene Varianten an. „Unsere Kunden kaufen überwiegend Aktienprodukte, mit Abstand vorn sind Sparpläne auf den Weltindex von MSCI“, sagt Henning Seeler aus dem Produktmanagement der Comdirect Bank. Das hat seiner Meinung nach einen einfachen Grund: „Es ist eine breit gestreute Aktienanlage über den ganzen Globus.“

Häufig wählen Kunden auch mehrere Top-Aktienindizes. „Oft besparen sie zwei bis drei gleichzeitig“, sagt Blackrock-Mann Bimüller. Das kann dann neben dem Weltindex der Dax oder eine Messlatte für dividendenstarke Werte sein. „Dahinter steht der Gedanke, dass man langfristig Vermögen vor allem mit Aktien aufbauen kann“, sagt Bimüller.

ETFs auf andere Vermögensformen wie vor allem Anleihen spielen eine untergeordnete Rolle. Interessanter kann ein umfassender Ansatz ähnlich wie bei einem Mischfonds sein. Es gibt auch Produktbündel für ein Sparen mit mehreren Vermögensformen. Der Anleger kann dann häufig zwischen drei Depots aussuchen, einem offensiven, einem defensiven und einem ausgewogenen.

„Sie investieren zu unterschiedlichen Anteilen vor allem in Aktien- und Anleiheindizes“, sagt Erdmann zu den ING-Diba-Angeboten. Seeler nennt als Beispiel aus dem eigenen Haus die „Comstage Vermögensstrategie ETF“. Das ist eine statische Mischung von Indexfonds für Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Seiner Meinung nach hat diese umfassende Lösung Zukunft. „Das werden sicherlich auch weitere Fondshäuser anbieten“, blickt er nach vorn.

Die Deutsche Bank beispielsweise hat ein ähnliches Produkt. Ob es eine bessere Lösung ist als ein Sparplan auf einen einzelnen ETF, „das hängt vom Sparziel und den übrigen Vermögenswerten ab“, glaubt Bimüller.

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