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Automatisierte Anlagemodelle Software bewältigt die Krise

Computer als Vermögensverwalter haben in den Turbulenzen der US-Hypothekenkrise versagt. Dieses Pauschalurteil bestimmte einige Zeit die Diskussion, doch aktuelle Entwicklungen zeigen: Die Marktturbulenzen zeigten automatisierten Anlagemodellen ihre Grenzen - doch nun holen sie wieder auf.

FRANKFURT. Analysen der Ratingagenturen Morningstar und Feri Rating & Research bestätigen zwar diesen kurzfristigen Eindruck. "Bei einem Aktienrutsch wie im Frühjahr oder Sommer fielen sie stärker als der Index", sagt Werner Hedrich, Leiter Fondsreserach bei Morningstar in München. Doch viele der aktiv und per Computer gesteuerten Portfolios liegen inzwischen wieder über ihrer Messlatte.

Der Tausch des klassischen Fondsmanagers aus Fleisch und Blut gegen ein Softwareprogramm, das ohne menschliche Eingriffe analysiert und Anlageentscheidungen trifft, ist in den vergangenen Jahren bei institutionellen Investoren populär geworden. Ein Computer kann riesige quantitative ("Quant") Datenmengen verarbeiten und daraus beispielsweise die nach fundamentalen Kriterien attraktivsten Einzeltitel aussuchen.

Das spart auch Kosten. "Wir müssen keine Unternehmen besuchen, um zu einem Urteil über die Firma zu kommen", sagt etwa der Londoner Simon Vanstone, Leiter von Axa Rosenberg in Europa. "Der Unterschied bei diesen Quants liegt in der Art der Informationsverarbeitung", sagt Andreas Sauer, Chef der 12 Mrd. Euro betreuenden Union Panagora in Frankfurt.

Einen Reputationsschaden erlitten die Ansätze zu Beginn der Hypothekenkrise. Dabei spielten vor allem schlechte Nachrichten über Hedge-Fonds von Bear Stearns und Goldman eine Rolle. Deren "Quant"-Ansätze haben jedoch nichts mit den computergesteuerten Aktienportfolios mit aktiver Titelauswahl bei den traditionellen Investmentfonds zu tun.

Allerdings litten auch diese Quant-Fonds unter den Hypothekenturbulenzen. "Die Zeit von Juli bis September war hart für uns", sagt beispielsweise Jamens Owens vom 77 Mrd. Dollar verwaltenden US-Fondshaus LSV. "Aber in diesem Quartal belastete weniger ein Quant-Ansatz als das Versagen der Value-Strategien", sagt der Mann aus Chicago.

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