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Barometer zum Beteiligungsmarkt Die Kursverluste an den Börsen färben auf Private Equity ab

Die Zuversicht unter den Finanzinvestoren nimmt weiter ab. Das zeigt das Private-Equity-Barometer, das zuletzt erneut gesunken ist.
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Die nachlassende Qualität der Investitionsmöglichkeiten sowie der Abschreibungsdruck auf Firmenbeteiligungen belasten die Stimmung am Beteiligungsmarkt. Quelle: Reuters
Skyline von Frankfurt

Die nachlassende Qualität der Investitionsmöglichkeiten sowie der Abschreibungsdruck auf Firmenbeteiligungen belasten die Stimmung am Beteiligungsmarkt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie jahrelange Euphorie im deutschen Beteiligungsmarkt ist offenbar endgültig vorbei. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ließ die Zuversicht unter den Finanzinvestoren weiter nach, das „German Private Equity Barometer“ (GPEB) kühlte sich erneut ab und sank um 4,2 Zähler auf 67,9 Prozent.

Die nachlassende Qualität der Investitionsmöglichkeiten sowie der Abschreibungsdruck auf Firmenbeteiligungen beeinträchtigten zum Jahresende hin die Stimmung. Möglicherweise hat sich durch den Einbruch der Aktienmärkte der Druck, Wertminderungen in den bestehenden Portfolios vorzunehmen, bei etlichen Adressen erhöht.

Das von der staatlichen Förderbank KfW und dem Branchenverband BVK berechnete Barometer war bereits im dritten Quartal um fünf Prozentpunkte vom zuvor erreichten Höchststand zurückgefallen. „Im Spätphasensegment scheint die Stimmung gerade von der negativen Sicht auf die Aktienmärkte bestimmt zu sein. Für einen fundamentalen Stimmungswandel sehen wir zumindest keine Anhaltspunkte“, gibt sich KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner noch optimistisch.

Im GPEB umfasst das Spätphasensegment die Investments in reife Mittelständler und Konzernteile. Finanzinvestoren übernehmen diese Firmen, restrukturieren sie über mehrere Jahre und verkaufen sie dann an Strategen aus der Industrie oder andere Beteiligungsgesellschaften weiter.

Im Frühphasensegment geht es dagegen um Venture-Capital-Investitionen in junge Technologiefirmen, also um die Wachstumsfinanzierungen für Start-ups. „Einen Stimmungs- oder Markteinbruch in der Branche erwarten wir für 2019 nicht, wenngleich gerade die Investoren im Spätphasensegment sensibler auf Umfeldänderungen reagieren als die Venture-Capital-Vertreter“, meint Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied im BVK.

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Unter den erfahrenen Fondsmanagern, die schon einige Zyklen durchgemacht haben, stellt man sich auf einen Abschwung ein. Marcus Brennecke, der weltweite Co-Chef für Private Equity beim Finanzinvestor EQT, hält den Höhepunkt im laufenden Zyklus für überschritten. Mit den sinkenden Bewertungen könne man in diesem Jahr allerdings wieder günstiger einkaufen.

Insgesamt stehe die Branche wegen der geopolitischen Unsicherheiten wie des Brexits vor einer „holprigen Wegstrecke“. Börsengänge als eine Exitmöglichkeit, um sich von Beteiligungen zu trennen, seien 2019 nicht ausgeschlossen, würden aber schwieriger wegen der Kursturbulenzen.

Im zweiten Halbjahr nahm der Wert der Private-Equity-Transaktionen in Deutschland bereits spürbar ab. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY brach das Volumen auf 6,9 Milliarden Euro ein gegenüber 14,0 Milliarden im Vorjahr. Das Analysehaus Pitchbook schätzt, dass sich auch der Markt in Europa 2018 bereits abgekühlt hat. Die Zahl der Transaktionen fiel voraussichtlich um knapp 13 Prozent, das Volumen schrumpfte demnach um 4,5 Prozent.

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