Bestände schrumpfen Investoren meiden weltgrößten Goldfonds

Investoren wollen raus aus Gold: Die Bestände des weltgrößten börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf das Edelmetall liegen so niedrig wie 2008 nicht mehr. Und auch Hedge-Fonds wetten lieber auf einen Preisverfall.
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Gold ist bei Investoren so unbeliebt wie lange nicht. Quelle: dpa

Gold ist bei Investoren so unbeliebt wie lange nicht.

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DüsseldorfGold scheint bei Investoren so unbeliebt wie seit Jahren nicht mehr. Anleger, die am weltgrößten börsengehandelten Indexfonds auf Gold (ETF) beteiligt waren, hatten zuletzt verstärkt ihre Anteile abgestoßen. Im gleichen Verhältnis muss der Fonds seine hinterlegten Goldbestände reduzieren. Mit einem Bestand von jetzt noch 780,19 Tonnen hat der SPDR Gold Trust in den vergangenen beiden Monaten 2,6 Milliarden Dollar an Wert verloren. Es ist der tiefste Stand seit 2008.

„Es gibt nun wirklich keine Gründe, in Gold investiert zu sein”, sagte James Cordier, Gründer von Optionsellers.com in Florida. „Die Prämie für sichere Anlagen ist wegen der anziehenden Wirtschaft geschwunden.”

Die wachsende Skepsis kommt auch am Futuremarkt zum Ausdruck. Hedgefonds haben in der Woche zum 13. Mai ihre Wetten auf steigende Goldpreise (Netto-Long-Positionen) um 8,3 Prozent auf 94.329 Kontrakte reduziert, wie Zahlen der U.S. Commodity Futures Trading Commission zeigen. Short-Positionen legten dagegen um zehn Prozent auf 31.283 zu und markierten damit den höchsten Stand seit Februar. Positionen auf fallende Goldpreise haben sich damit seit Mitte März mehr als verdoppelt.

Die Analysten von Goldman Sachs rechnen angesichts der anziehenden US-Wirtschaft auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Rückgang des Goldpreises auf 1050 Dollar. So hatten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 10. Mai den niedrigsten Stand seit 2007 erreicht, wie Angaben des US-Arbeitsministeriums zeigen.

Derzeit herrscht eine auffallende Ruhe am Future-Markt. Die Volatilität auf Sicht von 30-Tagen ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gefallen. Die niedrigen Schwankungen könnten allerdings Vorbote einer stärkeren Bewegung sein.

„Viele Anleger hatten Gold bereits abgeschrieben und mit einer Abwärtsbewegung im laufenden Jahr gerechnet, aber dann haben die Spannungen in der Ukraine dazu beigetragen, den Preis zu stützen”, sagte Walter Hellwig, Fondsmanager bei BB&T Wealth Management. „Gold befindet sich in einem Prozess der Bodenbildung und scheint vor einer großen Bewegung zu stehen.”

  • Bloomberg
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40 Kommentare zu "Bestände schrumpfen: Investoren meiden weltgrößten Goldfonds"

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  • Ja, Unternehmen schaffen Werte. Aber nur, wenn sie rentabel sind und die immer knappen Ressourcen effektiv einsetzen.
    Durch die Geldmengenerweiterung und künstlichen Minimalzinsen erscheinen viele Investitionen als rentabel, die es allerdings real gar nicht sind. Bilanzen helfen da leider auch nur bedingt weiter. Welches Tauschmittel (Geld) sie persönlich akzeptieren, ist mir dabei erst einmal egal.

    Wie Jens Weidmann als Bundesbankpräsident 2012 sagte:
    "In Kurzform: Heutiges Geld ist durch keinerlei Sachwerte mehr gedeckt. Banknoten sind bedrucktes Papier – die Kenner unter Ihnen wissen, dass es sich im Fall des Euro eigentlich um Baumwolle handelt –, Münzen sind geprägtes Metall.

    Dass Banknoten und Münzen im täglichen Leben als Zahlungsmittel akzeptiert werden, hat zwar auch damit zu tun, dass sie alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel sind. Letztlich fußt die Annahme von Papiergeld jedoch primär auf dem Vertrauen der Bevölkerung, mit dem erhaltenen Papiergeld selbst auch wieder Käufe tätigen zu können."

    Nebenbei, die Notenbanken halten Gold als Währungsreserve. Vermutlich, weil es so wertlos ist.

  • Halt mit "Mindestreserve". Von 100 Futures kann einer physisch geliefert werden, der Rest wird bar abgefunden, wie es just gesetzlich geregelt worden ist.

  • Inflation IST da. Schließlich wird die Geldmenge ausgeweitet.
    Das führt dazu, daß trotz steigender Produktivität die Preise nicht einmal in der offiziellen Statistik sinken.

  • "Kauft nur schön und wartet weiter auf den immer wieder angekündigten (aber leider auch immer wieder verschobenen) Weltuntergang."

    "Weltuntergang"?
    Ich hoffe es wird kein Weltuntergang und ich kenne auch niemanden, der das im Zusammenhang mit Goldkauf oder nicht Goldkauf sagt. Wozu diese Polemik? Es reicht doch schon, wenn das System des Fiat-Geldes zusammenbricht. Und wer gäbe Ihnen dann noch für das "Geld" die Grundstoffe zur Produktion von Brot, das Sie nicht einmal für Gold verkaufen wollen? Und haben Sie vielleicht auch Kinder, die Milch brauchen? Andere bestimmt.
    Bis 1971 war der Dollar noch mit Gold hinterlegt. Die Welt prosperierte. Es gab echte Rettungspakete zuvor für Europa, nannte sich Marshall-Plan. Nixon kam und liquidierte das "Brotton-Woods-System". Der Anfang vom Ende. Jetzt kommen die Container an die Küsten der USA an und werden entladen und gehen leer auf Rückreise (Pardon: Schrott und Agrarprodukte in bescheidenem Ausmaß werden noch ausgeführt) Und "hochproduktive" Waffen natürlich.

    Gold ist kein Fetisch! Gold ist Geld und Geld ist Kredit.
    Zugegeben, mit Nachteilen behaftet, da sehr limitiert. Und ohne Gold ein Geld- und Kreditsystem, ginge auch und war einmal sehr erfolgreich, unter Hamilton, in der Gründerzeit der USA.
    Bei dem kommenden Systemwechsel wird aber Gold ganz bestimmt eine gewisse Rolle spielen müssen. Denn keiner traut mehr der FED oder anderen Banken. Das muss erst wieder mühselig erworben werden. Wir werden sehen.

    "immer wieder verschobenen"?
    Nicht immer wieder, nein. 1987 war wohl der Wendepunkt. Das werden uns aber später die Historiker genau beschreiben. Seitdem wird immer wieder verschoben. Und um welchen Preis ist die viel wichtigere Frage.
    Dinge wie Geld drucken auf "Teufel komm raus". Zerstörung der produktiven Kräfte im eigenen Land. Auslagerung der Produktion ins Ausland. Zerstörung der Volkswirtschaften ganzer Länder durch Währungsspekulation, usw., usw....

    Ist doch alles hinreidchend bekannt. Was wollen Sie sagen?

  • Natürlich schafft Gold wie alle anderen Rücklagen/Sparleistungen Werte als aktuelle oder zukünftige Investition. Sie produzieren ja auch kein Brot für Brot sondern Brot für Geld (Gold).

  • Das Schlagwort "Gold" ist wie immer ein Garant für gute Unterhaltung. Kauft nur schön und wartet weiter auf den immer wieder angekündigten (aber leider auch immer wieder verschobenen) Weltuntergang. Aber glaubt bitte nicht, dass Ihr es dann bei mir in Brot eintauschen könnt.
    Unternehmen schaffen Werte - Gold nicht.

  • Gründe für einen Goldpreisanstieg:

    a) Es ist das einzige Asset, dass aktuell noch keinen hyperbolischen Anstieg hinter sich hat, siehe auch Zerohedge: "Citi On Bubbles, Broken Feedback Loops, & Bricks-On-Elastic", http://www.zerohedge.com/news/2014-05-17/citi-bubbles-broken-feedback-loops-bricks-elastic

    b) Dieses Szenario ist noch nicht eingepreist (nur dann ist ja Gewinn zu erwarten): Man wird vielleicht feststellen, dass eine Zinserhöhung wg. der in allen Staaten vorliegenden extremen Schuldenquote (Japan 280% vom BIP usw.) überhaupt nie mehr möglich ist, Tapering wird nur per Schein betrieben, das Gelddrucken kann nicht mehr eingstellt werden um überhaupt eine Wirtschaftleistung zu simulieren.

    c) Die Wirtschaft startet duch: Das ist ein Pro-Gold-Szenario, weil das ganze geparkte Geld in die Realwirtschaft fliesst und dort zur Preiserhöhung führt. Wir erinnern uns: Inflation = Gelmenge x Umlaufgeschwindigkeit, die Geldmenge haben wir ja schon.

  • @Schaarschmidt: Gold ist und war immer der letzte Rettungsanker, wenn bunt bedrucktes Papier nichts mehr taugte. Denn Gold wurde niemals wertlos. Spätestens das geplante und rechtlich abgesicherte "bail-in" wird alle "Blasenwirtschaft" auf einmal beenden, da es den letzten Rest an Glauben ans System raubt.

  • "Was wollen sie eigentlich immer so alles verstanden haben? "

    Deshalb frage ich doch: Anscheinend habe ich dich doch falsch verstanden. Ich möchte dir doch gar nichts böses... also was habe ich falsch verstanden?

  • Eben.Mit Ihrer Vermutung geben Sie Antwort und These zugleich.
    Denn wie lautet eine alte Börsenweisheit:Antizyklisch investieren.Kaufen wenn die Kanonen donnern,also März 09,wenn alle nach den 2000 schreien und verkaufen bei Sonnenschein, jetzt wenn alle nach den 10 000 schreien.

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