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Börsenhandel Kreative Zerstörer drängen nach Europa

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Bedrohung der Platzhirsche

Für die etablierten Börsen ist der neue Konkurrent IEX hingegen eine Bedrohung, ein Neuankömmling, der den Platzhirschen im hart umkämpften Markt die Preise verdirbt. Mehr als 300 Beschwerde- wie auch Unterstützerbriefe gingen im Zuge des Börsenzulassungsverfahrens bei der US-Wertpapieraufsicht SEC ein, so viele wie noch nie in einem solchen Fall.

Der von der SEC dokumentierte Streit gibt Einblicke in einen vermeintlich liberalen Markt, der sich gnadenlos auf unliebsame Konkurrenten stürzt und dafür noch staatliche Rückendeckung sucht. Jeff Sprecher, Chef der Intercontinental Exchange, des Mutterkonzerns der New York Stock Exchange (Nyse), beschimpfte die IEX als „unfair“ und „unamerikanisch“. Nasdaq-CEO Bob Greifeld warnte vor Chaos an den Märkten durch einen „Wettbewerb der Verlangsamungsstrategien“.

Es scheint, als sei ein Stein ins Rollen gekommen. Europas Börsen, anfangs nur Zaungäste des Streits, sehen sich ebenfalls unter Zugzwang. Die paneuropäische Euronext kündigte vor wenigen Wochen eine neue Handelsplattform für Großaufträge an, auf der Hochfrequenzhändler unerwünscht sind. Auch dieses Konzept wird vom norwegischen Staatsfonds unterstützt.

Die Deutsche Börse hält sich bislang zurück. Mit zwei Börsenauktionen am Tag, die anders als der fortlaufende Handel bereits ohne Hochfrequenzhändler ablaufen, glaubt sie offenbar, die Anleger gut bedienen zu können. „Die Auktionen sind in Ordnung“, sagt Vermögensverwalter Leber, „aber sie helfen mir nicht zu anderen Tageszeiten, an denen ich an den Markt muss.“

Bei Politikern und Regulierern stoßen Modelle à la IEX oder Euronext auf positives Echo. „Alles, was dazu dient, die Preise fair und transparent zu machen, begrüßen wir“, heißt es bei der hessischen Landesbörsenaufsicht, die für den Finanzplatz Frankfurt zuständig ist. Anträge für eine Tempobremse oder ähnliche Modelle seien jedoch noch nicht eingegangen.

„Marktplayer wie die IEX könnten wir auch am deutschen Markt gut gebrauchen, das sind sehr gute Initiativen“, sagt Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick. „Das beste ist doch, wenn kundenschädliches Verhalten am Markt durch für die Kunden bessere Angebote von Konkurrenten ausgehebelt wird.“

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