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Chris Hohn Hedgefonds-Manager vergisst seine Kinderliebe

Nicht umsonst hat Hedgefonds-Legende Chris Hohn seinen Fonds "The Children's Investment Fund" getauft: Ein Teil der Einnahmen ging an eine Stiftung für Kinder der Dritten Welt. Damit ist nun Schluss.
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TCI spendet nicht mehr direkt an die eigene Stiftung, um Kinder in Afrika zu unterstützen. Quelle: Reuters

TCI spendet nicht mehr direkt an die eigene Stiftung, um Kinder in Afrika zu unterstützen.

(Foto: Reuters)

LondonViele Jahre lang sorgte der Name Chris Hohn für Schrecken in den Chefetagen großer Konzerne. 2005 zwang der Chef des Londoner Hedge-Fonds TCI das Topmanagement der Deutschen Börse zum Rücktritt. 2007 gelang Hohn ein noch größerer Coup.  Mit seiner Attacke auf die niederländische Bank ABN Amro läutete er die größte Übernahmeschlacht der Finanzgeschichte ein.

Aber das Image des ultra-aggressiven Hedge-Fonds-Managers stimmte immer nur zum Teil. Denn TCI, "The Children's Investment Fund", trug seinen Namen nicht umsonst: Jedes Jahr spendete Hohn einen bestimmten Prozentsatz der Managementgebühren, die sein Fonds kassierte an die Children's Investment Fund Foundation (CIFF), die er mit seiner Frau gründete, und die sich vor allem um Kinder in der Dritten Welt kümmert, zum Beispiel um Aids-Waisen in Kenia, Uganda, Äthiopien und Indien.

Doch inzwischen ist TCI nicht mehr ganz so kinderfreundlich. Seit dem vergangenen Jahr ist die direkte Verbindung zwischen TCI und der Stiftung unterbrochen. Londoner Finanzkreise bestätigen eine Meldung der Fachzeitschrift Financial News, nach der der Hedge-Fonds 2012 seine Konditionen und Gebührenstruktur neu geordnet habe. Seither fließen nicht mehr wie bisher rund ein Drittel der  Managementgebühr von mindestens 1,5 Prozent, die Hohn von seinen Klienten fordert direkt an die Stiftung. Das heiße aber nicht, dass Hohn die Stiftung nicht länger unterstütze, hieß es in den Kreisen.

Nach wie vor spende der Hedge-Fonds-Manager hohe Summen aus seinem Privatvermögen an die Hilfsorganisation, die von seiner Frau Jamie Cooper Hohn geleitet wird. Nach Informationen von „Financial News“ überwies Chris Hohn im Laufe der Jahre insgesamt mehr als ein Milliarde Pfund an die Stiftung.

Die neuesten verfügbaren Finanzdaten von CIFF zeigen, dass die Stiftung im Mitte 2011 abgeschlossenen Finanzjahr ein Vermögen von 2,1 Milliarden Pfund nach 1,8 Milliarden Pfund im Vorjahr verwaltete. Knapp zwei Prozent dieser Summe flossen direkt in Hilfsprojekte. Diese Ausschüttungsquote soll langfristig auf rund vier Prozent steigen.

Das sinnvolle Sterben der Hedge-Fonds

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise hat Hohns Fonds stürmische Zeiten hinter sich gebracht. 2008 verlor TCI 43 Prozent an Wert, deutlich mehr als die übrigen Hedgefonds, deren Minus sich in diesem Krisenjahr auf vergleichsweise moderate 19 Prozent summierte. Doch innzwischen hat sich der TCI wieder gefangen. 2009 meldete Hohn seinen Investoren einen Wertgewinn von zehn Prozent, 2010 legte der Fonds um acht Prozent und 2011 um sieben Prozent zu. Im vergangenen Jahr stand sogar ein eindrucksvolles Plus von 30 Prozent unter dem Strich. 

 

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