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Colin Plunkett im Interview Morningstar-Analyst: „Viele Indizes werden nie gebraucht"

Der Analyst der Fondsratingagentur Morningstar spricht über den börsennotierten Indexanbieter MSCI, seine Konkurrenten und Chancen für Neueinsteiger.
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Der Aktienanalyst der Agentur Morningstar hält die starken Kursgewinne der MSCI-Aktie für übertrieben. Quelle: Morningstar
Colin Plunkett

Der Aktienanalyst der Agentur Morningstar hält die starken Kursgewinne der MSCI-Aktie für übertrieben.

(Foto: Morningstar)

Colin Plunkett glaubt, dass die Indexanbieter vom abgeschotteten Markt profitieren. Trotzdem hält er die starken Kursgewinne der MSCI-Aktie für übertrieben.

Herr Plunkett, sind die Indexanbieter die neuen Herrscher an den Finanzmärkten?
Sie werden zumindest einflussreicher, denn die Investoren ändern ihr Verhalten. Sie setzen immer häufiger auf passive Anlagen. Und dieser Trend hält an.

Warum explodiert die Zahl der Indizes geradezu?
Es gibt natürlich immer mehr Anlagestrategien. Aber viele Indizes werden nie gebraucht. Anbieter berechnen sie, in der Hoffnung, dass sie vielleicht einmal als Benchmark verwendet werden.

Wird dieses Geschäft so profitabel bleiben, wie es derzeit ist?
Die Konkurrenz ist hier schwach, die Gravitation eines Markennamens wie MSCI stark. Und ein Indexnutzer kann den Anbieter nur schwer wechseln. Der Aufwand im Sinne von Wechselkosten ist hoch. Da müssen viele Beteiligte beim Investor zustimmen.

Vor einigen Jahren wagte es Vanguard …
Das betraf nur einige Produkte. Und Vanguard als größter Indexfondsanbieter ist eine Ausnahme. Die Gesellschaft hat einfach die nötige Power.

Wie stehen die Chancen von Neueinsteigern in den Markt?
Das ist schon möglich, aber eher bei speziellen Vermögensformen und in Nischen.

In der gesamten Finanzbranche fallen die Margen, auch bei den Vermögensverwaltern. Warum sollten sich die Indexanbieter abkoppeln können?
Irgendwann wird es sie vielleicht treffen. Aber an dem Punkt sind wir noch nicht. Der Markt ist recht abgeschottet. MSCI etwa beherrscht die globalen Indizes, S&P dominiert Amerika. Die hohen Margen haben ja sogar Käufer angelockt. FTSE Russell wurde von der Londoner Börse gekauft, Stoxx von der Deutschen Börse.

Die Aktie der börsennotierten MSCI ist heute fast 14-mal teurer als Ende der Finanzkrise 2008. Der MSCI-Weltaktienindex hat sich nur etwas mehr als verdoppelt. Was sagt Ihnen das?
Der extreme Wertgewinn hat viel mit der Preissetzungsmacht von MSCI und der offensiven Geschäftspolitik zu tun. Die Gesellschaft reitet auf der Welle des passiven Investierens, profitiert auch von der wachsenden Nachfrage nach den angebotenen Nachhaltigkeitsratings und entsprechenden Indizes.

Wie wird sich die operative Marge entwickeln?
Sie lag im vergangenen Jahr für die gesamte Firma bei 48 Prozent, dürfte nach meiner Schätzung im kommenden Jahr die 50-Prozent-Marke überwinden.

Trotzdem haben Sie als einziger Analyst die MSCI-Aktie zum Verkauf empfohlen. Wie passt das mit Ihrer positiven Meinung zusammen?
Es ist die hohe Bewertung. Die Aktie ist mir zu teuer. Sie hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 36 und ist damit etwa doppelt so hoch bewertet wie der US-Gesamtmarkt.

Mehr: Immer mehr Börsenindizes bedeuten mehr Macht für berechnende Unternehmen. Einige versuchen, dem Top-Trio um MSCI Marktanteile abzujagen.

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