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Comeback in Europa Hedgefonds mit Unternehmens-Wetten

Wetten auf Firmen-Übernahmen liegen aktuell wieder im Trend. Besonders in Europa sind solche Hedgefonds jetzt gefragt. In den letzten Jahren wurden Anleger noch vom Scheitern mehrerer großer Fusionen enttäuscht.
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Die 160 Milliarden Dollar schwere Fusion von Allergan plc und Pfizer Inc. war eine Transaktion die aufgegeben oder zurückgezogen wurde. Quelle: AP
Fusion

Die 160 Milliarden Dollar schwere Fusion von Allergan plc und Pfizer Inc. war eine Transaktion die aufgegeben oder zurückgezogen wurde.

(Foto: AP)

Hedgefonds, die auf Ereignisse wie Übernahmen und Firmen-Restrukturierungen wetten, sind bei Investoren in Europa wieder gefragt. Für den Kontinent war es zugleich der beste Jahresstart für M&A-Transaktionen seit 2014.

Kite Lake Capital Management hat in diesem Jahr die Anlagegelder nahezu verdoppelt, während sie sich bei Everett Capital Advisors seit dem Start im Januar 2016 fast verdreifachen konnten. Im Fall von Melqart Asset Management verzwölffachten sich die verwalteten Gelder sogar innerhalb von weniger als zwei Jahren nach Eröffnung.

Die drei Ereignis-getriebenen Fonds verwalten zusammen rund 1,5 Milliarden Dollar und investieren in ganz Europa, wo eine zunehmend stärkere Konjunktur und rekordniedrige Zinsen viele Unternehmenstransaktionen beflügeln. Ihre neuerliche Attraktivität ist Teil der Comeback-Bemühungen einer Branche, die sich erst jetzt langsam von einer Welle an Abzügen von Investorengeldern und Jahren der enttäuschenden Erträge erholt.

„Wir mögen Ereignis-getriebene Hedgefonds, weil es für sie viele Chancen gibt“, sagt Stratege Philippe Ferreira von Lyxor Asset Management in Paris. Der Vermögensverwalter betreut 135 Milliarden Dollar und hat vor, das Engagement bei dieser Strategie zu erhöhen. „Starke M&A-Volumina sind ziemlich gut für Fusions-Arbitrage. Sie sind auch stärker bei Finanzfirmen engagiert, die von einer Normalisierung der Geldpolitik profitieren.“

Ereignis-getriebene Fonds haben Investoren im vergangenen Jahr einen Ertrag von rund zehn Prozent beschert. Das war mehr als das Zweifache des Gewinns für die Branche als Ganzes. In den ersten fünf Monaten 2017 kamen dann noch einmal weitere vier Prozent hinzu. Das geht aus Daten von Hedge Fund Research Inc. hervor.

Die Top-Verdiener unter den Hedgefonds-Stars
Platz 10: Israel Englander
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2016 war kein gutes Jahr für Hedgefonds-Manager. Die 25 bestverdienenden erwirtschafteten insgesamt elf Milliarden US-Dollar. Das klingt zwar viel, ist aber der schlechteste Gesamtverdienst seit 2005. Unter die Top Ten der Bestverdienenden schaffte es Israel (Izzy) Englander. Sein Business „Millennium Management“ startete er 1989 mit 35 Millionen Dollar Kapital. Im vergangenen Jahr verdiente er 410 Millionen US-Dollar.

Quelle: Institutional Investor's Alpha Magazine

(Foto: Bloomberg)
Platz 9: David Shaw
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Knapp über dem von Israel Englander liegt der Verdienst des amerikanischen Investors David Shaw. Er erhielt im vergangenen Jahr 415 Millionen US-Dollar. Im Gesamtvergleich erscheint er trotzdem wie ein kleiner Fisch. Andere Hedgefonds-Manager haben 2016 mehr als das Doppelte verdient.

(Foto: PR)
Platz 8: Michael Hintze
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Der britisch-australische Geschäftsmann Michael Hintze gründete 1999 die Asset Management Firma CQS. Mittlerweile gehört er zu den bestverdienenden Hedgefonds-Managern weltweit. 2016 strich er satte 450 Millionen US-Dollar Salär ein.

(Foto: Reuters)
Platz 7: Paul Singer
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Das Vermögen von Paul Singer wird aktuell auf rund 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. 1977 gründete er mit 1,3 Millionen Dollar Elliott Management Corporation. Der Hedgefonds gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten der USA und hat seit seiner Gründung nur in zwei Jahren Geld verloren. Im Jahr 2016 verdiente Singer 590 Millionen Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 6: Kenneth Griffin
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Der 48-jährige Multimilliardär gehört zu den reichsten Hedgefonds-Managern der Welt. Allein im vergangenen Jahr verdiente er 600 Millionen US-Dollar. Kenneth Griffin gründete das Hedgefonds-Unternehmen Citadel und ist dessen Vorsitzender. Außerdem ist er ein begeisterter Kunstsammler und kaufte 2016 für 200 Millionen Dollar ein Bild von Jackson Pollock und für 300 Millionen Dollar eines von Willem de Kooning.

(Foto: Reuters)
Platz 5: David Tepper
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Der Gründer und Präsident von Appaloosa Management kommt für 2016 auf einen Jahresverdienst von 700 Millionen US-Dollar. 2009 war David Tepper sogar der bestverdienende Hedgefonds-Manager aller Zeiten. Damals kassierte er vier Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 3 und 4: John Overdeck und David Siegel
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John Overdeck und David Siegel sind zwei der Gründer von Two Sigma Investments. Der Hedgefonds nutzt für seine Strategien unter anderem künstliche Intelligenz. Overdeck und Siegel haben im vergangenen Jahr jeweils 750 Millionen Dollar verdient.

(Foto: KNA)

Die Strategie, auf Neuausrichtungen von Unternehmen und Aktienrückkäufe zu wetten, brachte Investoren in den letzten Jahren zwar Erträge, doch die Anleger wurden enttäuscht vom Scheitern mehrerer großer Fusionen und Übernahmen.

Transaktionen im Volumen von 3,6 Billionen Dollar wurden zwischen 2014 und 2016 aufgegeben oder zurückgezogen. Darunter war auch die angestrebte 160 Milliarden Dollar schwere Fusion von Pfizer Inc. und Allergan Plc im vergangenen Jahr.

„Die vergangenen Jahre waren schwierig wegen des Scheiterns einiger wichtiger Transaktionen“, sagt Karim Leguel, Managing Director bei JPMorgan Alternative Asset Management Inc. Seine Gesellschaft hat 13 Milliarden Dollar in Hedgefonds investiert.

Doch jetzt wendet sich das Blatt langsam. Abgesagte M&A-Transaktionen verringerten sich dieses Jahr um fast die Hälfte im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2016, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Das lockt Investoren wieder an, besonders in Europa, wo Unternehmensgewinne, schnelleres Wachstum und gesunkene politische Risiken nach den Wahlen in Frankreich dabei halfen, das europäische M&A-Volumen dieses Jahr auf 508 Milliarden Dollar nach oben zu treiben. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine der Transaktionen dabei war die Übernahme des Schweizer Pharmaunternehmens Actelion Ltd. durch Johnson & Johnson aus den USA.

Bei Melqart stieg das Anlagevolumen nach eigenen Angaben auf 500 Millionen Dollar im Vergleich zur Startgröße von 40 Millionen Dollar im Oktober 2015. Investoren wurde ein Ertrag von 48 Prozent beschert.

Kite Lake, das im vergangenen Jahr einen Ertrag von 13 Prozent erzielen konnte, verwaltet jetzt rund 625 Millionen Dollar – nach 355 Millionen Dollar im Dezember, wie die Gesellschaft angab.

Und der Everett Opportunities Fund bewegt sich nach eigenen Angaben auf das Ziel von 550 Millionen Dollar zu – das Volumen, ab dem er keine neuen Gelder mehr annehmen will. Der Hedgefonds brachte seinen Investoren im vergangenen Jahr rund zehn Prozent ein.

Das Bild für Ereignis-getriebene Hedgefonds außerhalb von Europa sieht wohl weniger rosig aus. Unter anderem sinkt der Optimismus, dass der neue US-Präsident Donald Trump Reformen umsetzen wird, die Übernahmen antreiben könnten. Ausserdem haben europäische Unternehmen eine Menge aufzuholen, nachdem ihre Konkurrenten in den USA bereits eine Reihe von Transaktionen durchgeführt haben, sagt Michel Massoud, Gründer von Melqart in London.

„Europa muss viel nachholen“, sagt er. „Den Unternehmen geht es besser, die Gewinne wachsen und die Einschätzungen von Analysten tendieren nach oben.“

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