Digitalwährung vs. Aufsicht Warum das Bitcoin-Comeback einen Krypto-ETF verzögern könnte

Kryptowährungs-Enthusiasten selbst könnten sich als ihr schlimmster Feind herausstellen, wenn es um einen börsengehandelten Bitcoin-Fonds geht.
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Die Gerüchte um einen Bitcoin-ETF hatten den Wert der Kryptowährung angetrieben. Quelle: dpa
Bitcoin-Münze

Die Gerüchte um einen Bitcoin-ETF hatten den Wert der Kryptowährung angetrieben.

(Foto: dpa)

New YorkDie größte virtuelle Währung, der Bitcoin, ist seit Anfang Juli um etwa 40 Prozent auf mehr als 8000 Dollar gestiegen. Grund dafür waren unter anderem Spekulationen, dass ein börsengehandelter Bitcoin-Indexfonds, ein sogenannter ETF, innerhalb der nächsten Wochen von der US-Aufsichtsbehörde SEC genehmigt werden könnte.

Das Paradoxon: Beobachter halten die Tatsache, dass die ETF-Spekulationen den Bitcoin-Kurs angetrieben haben, für mehr als nur ein bisschen ironisch. Schließlich waren eben genau die hohe Bewertung und die große Volatilität des Bitcoins zwei der Hauptsorgen der SEC in einem Brief im Januar über die Zukunftsaussichten solcher Fonds. Kurz zuvor war der Bitcoin-Kurs bis fast auf 20.000 Dollar gestiegen.

Die US-Aufsichtsbehörde bat die potenziellen Emittenten, ihre Anträge zurückzuziehen, bis diese ihre Fragen beantworten konnten. Gerüchte, dass ein Bitcoin-ETF erneut in greifbarer Nähe sein könnte, haben nun jedoch Kursschwankungen ausgelöst und den Bitcoin erstmals nach zwei Monaten wieder auf über 8000 Dollar getrieben.

„Die SEC will keinen Anteil daran haben, eine Spekulationsblase anzuheizen oder zu beeinflussen“, erklärt Eric Balchunas, ein leitender ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence mit Bezug auf die jüngste Rally. „Es ist wie ein Déjà-vu, aber ich bin zehnmal pessimistischer“ im Hinblick auf die Genehmigung eines Fonds.

Die jüngste Spekulation scheint vom Antrag der Chicagoer Optionsbörse CBOE vom 20. Juni auf Zulassung eines Bitcoin-ETF herzurühren, der von VanEck Associates und SolidX Partners erstellt wird. Seither hat die Regulierungsbehörde SEC eine Schwemme von Mitteilungen erhalten, mit denen Lobbyarbeit für einen solchen Fonds betrieben werden soll. Krypto-Fans haben sogar die SEC-Regeln analysiert, um verschiedene Termine für eine Entscheidung vorhersagen zu können: 10. August, 15. August, 16. August oder im September.

Darauf sollten Anleger jedoch nicht zählen. Mindestens drei weitere Anfragen von Börsen, die Bitcoin-ETFs auflegen möchten, sind seit Januar anhängig. Die SEC sagte im Juni, dass sie Zeit bis zum 23. August und 15. September benötigen würde, um zwei Regeländerungen – in Bezug auf Bitcoin-Fonds von ProShares GraniteShares – zu erwägen.

Und in der vergangenen Woche erklärte sie, es würde bis zum 21. September dauern, eine weitere Änderung für mehrere ETFs unter der Marke von Direxion zu bewerten. Die SEC hat ihre Überlegungen dabei mehrfach erweitert.

Allerdings erhöht die ETF-Branche nun den Druck. Letzte Woche reagierte VanEck auf die Fragen der SEC vom Januar und erklärte, ihr Fonds sei „mit der Mission der Kommission, die Anleger zu schützen, vereinbar“. Der Anbieter Bitwise Asset Management, der bereits einen privaten indexierten Kryptofonds betreibt, erklärte am Dienstag wiederum, man beantrage die Genehmigung für einen neuen ETF, der die Performance der 10 größten virtuellen Währungen abbilden soll.

Ein Sprecher der SEC lehnte eine Stellungnahme ab. Wann der erste regulierte, börsengehandelte Kryptofonds kommt, steht weiter in den Sternen.

Gut möglich ist, dass die aktuelle Renaissance der Bitcoin-Manie die SEC nun erneut vor einer entsprechenden Zulassung zurückschrecken lässt.

  • feho
  • Bloomberg
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