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Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Pariser Fondshaus Carmignac wegen Betrugsverdacht

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Fondsgesellschaft aufgenommen wegen Verdachts auf Steuerbetrug. Diese bestreitet die Vorwürfe.
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Bei der Fondsgesellschaft häufen sich die Probleme. Quelle: imago/argum
Informationsbroschüre von Carmignac

Bei der Fondsgesellschaft häufen sich die Probleme.

(Foto: imago/argum)

Paris Für die lange Zeit erfolgsverwöhnte Fondsgesellschaft Carmignac ballen sich die Probleme. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft gegen die Führung des von Edouard Carmignac geleiteten Unternehmens ermittelt. Es geht um die Vergütung der Topmanager, die teilweise in Form von Dividenden in Luxemburg gezahlt wurde. Die Tageszeitung „Le Monde“ veröffentlichte, dass die Staatsanwaltschaft den Verdacht auf Steuerbetrug und Hehlerei sieht.

Carmignac nahm umgehend selbst Stellung und hob hervor, dass man alle Vorwürfe bestreite. Es handele sich um einen komplexen technischen Sachverhalt im Zusammenhang der Mutter-Tochter-Beziehung zwischen dem Pariser Stammhaus und dessen Ableger im Großherzogtum. „Die Interessen unserer Kunden und unserer Partner waren zu keinem Zeitpunkt betroffen“, hebt Carmignac hervor.

Luxemburg im Fokus

Die Untersuchung geht auf die Jahre 2010 und 2011 zurück. Carmignac hatte damals bereits eine Tochter in Luxemburg und verlagerte weitere Aktivitäten dorthin. Luxemburg ist bekannt dafür, Steuerabsprachen mit ansiedlungswilligen Unternehmen zu treffen. Gegen Gewährung sehr vorteilhafter Sätze erreicht das Großherzogtum die Verlagerung gebietsfremder Unternehmen in das Land. Viele seiner Partner in der Europäischen Union sehen das als Steuerdumping oder Beihilfe zur Steuerhinterziehung an.

„Le Monde“ schreibt, dass Carmignac eine solche Absprache genutzt habe, um seine Führungskräfte steuersparend entlohnen zu können. Der französische Fiskus verlangte von der Fondsgesellschaft eine Nachzahlung. Diese habe Carmignac geleistet, wie dem Handelsblatt bestätigt wurde, allerdings nur unter Protest und unter Wahrung seiner Rechte.

Etwas unverständlich ist, dass die Fondsgesellschaft die fragwürdige Vergütungspraxis in einem Statement als „abgeschlossen“ bezeichnet, heute sei „das Risiko nicht mehr vorhanden“. Doch gleichzeitig weigert sich das Haus, auf Nachfrage zu erläutern, ob die Topmanager nun anders entlohnt werden.

Die Finanzstaatsanwaltschaft hat offenbar wegen des längeren Hin und Her um die Nachzahlung die Geduld verloren und spricht nicht mehr von interpretierbaren Vorgängen, sondern von Betrug. Gut möglich, dass man Carmignac damit in die Knie zwingen will.

Die Fondsgesellschaft ist ohnehin geschwächt: Wegen schlechter Performance haben die Anleger in der jüngeren Vergangenheit mehr als zehn Milliarden Euro aus dem Top-Fonds „Carmignac Patrimoine“ abgezogen. Dieser war wegen seiner überdurchschnittlichen Performance während der Finanzkrise bekannt geworden und dadurch sehr beliebt.

Zu seinen besten Zeiten war der Fonds über 28 Milliarden Euro schwer. Vor gut zwei Wochen musste Manager Didier Saint-Georges aber – nicht zum ersten Mal – einräumen, dass man sich in der Beurteilung der Marktlage geirrt und Verluste eingefahren habe.

Im Zusammenhang mit dem Fall Carmignac laufen auch Gespräche zwischen der französischen und der Luxemburger Verwaltung über die umstrittenen Steuerabsprachen.

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