Erfolgreich anlegen mit ETFs

Aktien-ETFs Klassiker mit Tücken

Sie sind die Favoriten unter den Indexfonds und auf den ersten Blick eine narrensichere Methode, um breit gestreut in Aktien zu investieren. Ganz so einfach, wie Anbieter gerne sagen, sind Aktien-ETFs allerdings nicht.
Auf den ersten Blick narrensicher, haben Aktien ETFs Tücken. Quelle: Getty Images
Anlagekonzepte

Auf den ersten Blick narrensicher, haben Aktien ETFs Tücken.

(Foto: Getty Images)

KölnIm hektischen Alltag an den Finanzmärkten hilft es manchmal, einen Schritt zurückzutreten und das große Bild zu betrachten. Beim Blick auf den Verlauf des deutschen Aktienindex Dax 30 in den vergangenen zehn Jahren wird klar: Trotz Finanz- und Euro-Schuldenkrise, trotz schwächelnder Konjunktur ging es nach oben. Insgesamt stieg das deutsche Aktienmarktbarometer in diesem Zeitraum um 66,6 Prozent. Wer vor zehn Jahren 100 Euro in den Dax investiert hat, hat also heute 166,60 Euro im Portemonnaie.

Anbieter börsengehandelter Indexfonds (ETFs) weisen gern darauf hin, dass die Aktienmärkte nach Einschätzung vieler Ökonomen auf lange Sicht nur eine Richtung kennen: aufwärts. Ihre Argumentation: Wer nicht auf das Bauchgefühl eines Fondsmanagers vertraut, sondern auf die Dynamik der Märkte setzt und passiv in einen Index investiert, kann nur gewinnen. Langfristig gelte: Markt schlägt Manager. Das stimmt allerdings nicht immer, wie Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar zeigen.

Zur Erinnerung: Der Dax legte in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr um 5,2 Prozent zu. Deutsche Standardwertefonds entwickelten sich im selben Zeitraum im Schnitt fast genauso wie der Markt. Sie stiegen pro Jahr nach Kosten um durchschnittlich 5,3 Prozent. ETFs schafften es dagegen nicht immer, den Dax so zu verfolgen, wie sie es eigentlich sollten. So legte etwa ein Dax-ETF aus dem Hause iShares in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr nur um fünf Prozent zu und schnitt damit sowohl schlechter ab als der Index als auch schlechter als viele aktiv verwaltete Fonds.

Das sind die besten Investmentfonds
Platz 6: Offene Immobilienfonds
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Wer in den vergangenen 30 Jahren jeden Monat für 100 Euro Anteile an einem offenen Immobilienfonds kaufte, hat heute gut 67.000 Euro auf der hohen Kante, hat der Fondsverband BVI errechnet. Das entspricht einer jährlichen Rendite von knapp vier Prozent.

Platz 6: Offene Immobilienfonds
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Die meisten offenen Immobilienfonds investieren in Bürogebäude, Shoppingcenter, Hotels oder auch Logistikhallen. Seltener kaufen sie mit dem Geld ihrer Anleger auch Mietwohnhäuser. Anders als bei Aktien- oder Rentenfonds müssen Anleger ihre Immobilienfondsanteile heute mindestens zwei Jahre lang halten – und zwölf Monate im voraus ankündigen, wenn man seine Anteile wieder zu Geld machen will.

Platz 5: Euro-Rentenfonds
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Mit herkömmlichen Renten hat diese Art des Investmentfonds nichts zu tun. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass ausschließlich oder überwiegend in Wertpapiere investiert wird, die feste Zinsen abwerfen. Dazu gehören etwa Staatsanleihen oder Pfandbriefe. Ihren Wertzuwachs erwirtschaften diese Fonds zum einen durch die garantierten jährlichen Zinszahlungen sowie den Handel mit den gehaltenen Wertpapieren. Aufgrund des Niedrigzinsniveaus sind aber auch die Renditen von Rentenfonds zuletzt unter Druck geraten.

Platz 5: Rentenfonds Euro
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Aus 36.000 Euro – eingezahlt in Monatsraten von 100 Euro in einen Fonds, der in festverzinsliche Wertpapiere aus der Euro-Zone investiert – wurden nach 30 Jahren 77.000 Euro. Damit liegt die Jahresrendite bei nicht ganz fünf Prozent.

Platz 4: Rentenfonds international
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Rentenfonds, die auch in Anleihen oder Wertpapiere mit festen Zinssätzen außerhalb des europäischen Währungsraums investieren, rentierten in den vergangenen 30 Jahren ein klein wenig besser als ihre Schwesterprodukte aus der Euro-Zone. Aus 360 Monatssparraten à 100 Euro wurden 78.000 Euro.

Platz 3: Euro-Mischfonds
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Wie ihr Name schon sagt: Mischfonds mixen Investments in verschiedene Anlageklassen. In der Fachsprache heißen sie deshalb auch Multi-Asset-Fonds. Zumeist wird der Löwenanteil der Kundengelder in Aktien und Anleihen investiert. Aber es können auch alle anderen Formen der Geldanlage beigemischt werden: Gold und Öl, Immobilien und Devisen. Durch die Mischung soll das Anlagerisiko breit gestreut und damit reduziert werden.

Platz 3: Euro-Mischfonds
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Multi-Asset-Fonds, die ausschließlich in Titel aus dem Euro-Raum investieren, brachten Sparern, die 100 Euro monatlich einzahlten, in den vergangenen 30 Jahren fünf Prozent Rendite jährlich. Aus 36.000 Euro wurden so mehr als 82.000 Euro.

Tauschgeschäfte schwierig Auf den ersten Blick sind Aktien-ETFs eine narrensichere Methode, um breit gestreut in Aktien zu investieren. Sie haben allerdings Tücken. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Frage nach der besten Nachbildungsmethode. Das kann physisch und synthetisch geschehen. Bei der ersten Variante kaufen ETFs tatsächlich die Aktien aus dem Index, den sie nachbauen, und zwar in derselben Gewichtung. Synthetische ETFs, auch Swap-ETFs genannt, kaufen dagegen völlig andere Wertpapiere. Trotzdem liefern sie dieselbe Rendite wie ihr zugrunde liegender Index. Das funktioniert über Tauschgeschäfte mit anderen Finanzinstituten, Swaps genannt.

Seit einigen Jahren bauen Anbieter ihre Indexfonds verstärkt nicht mehr synthetisch, sondern physisch nach. "Die Marktdaten zeigen, dass Anleger die physische Replikation bevorzugen", sagt Simon Klein, Leiter Passive Investments Europa bei Deutscher Asset Management, einer Tochter der Deutschen Bank. Die Finanzkrise hat am Beispiel von Lehman Brothers gezeigt, dass auch Banken als Swap-Partner pleitegehen können. Seitdem scheuen viele Anleger vor Swap-ETFs zurück.

Schwellenländer bleiben interessant
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