Erfolgreich anlegen mit ETFs

Anlagekonzepte Schulden sind der neue Anlegerhit

Von Anfang Januar bis Ende September flossen unterm Strich 24,5 Milliarden: Börsengehandelte Anleihe-Indexfonds kommen als Investment gut an. Aktien-ETFs sammelten im selben Zeitraum nur 2,7 Milliarden ein.
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Börsengehandelte Anleihe-Indexfons kommen als Investment gut an. Quelle: Getty Images
Anlegerhit

Börsengehandelte Anleihe-Indexfons kommen als Investment gut an.

(Foto: Getty Images)

Der Indexfondsanbieter DB X-Trackers hat im September ein neues Anleiheprodukt gestartet: den weltweit ersten ETF auf asiatische Firmenbonds, die in Dollar gehandelt werden. Der Index, den der ETF abbildet, umfasst derzeit 148 bonitätsstarke Anleihen aus neun asiatischen Staaten. Größtes Gewicht haben chinesische Titel. „Asien entwickelt sich zu einem wichtigen Wachstumsbereich im globalen Anleihemarkt“, sagt Anson Chow von Deutscher Asset Management, jener Deutsche-Bank-Tochter, zu der auch DB X-Trackers gehört. „Der asiatische Investment-Grade-Markt für Unternehmensanleihen hat in den vergangenen drei Jahren insgesamt einen höheren Ertrag erzielt als das vergleichbare US-Anlagespektrum“, wirbt Chow.

Renten-ETFs haben in den vergangenen 15 Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Zunächst gab es nur Produkte, die breite Indizes von Staatsanleihen aus Industriestaaten nachbildeten. Nach und nach kamen Indexfonds auf Firmenbonds und auf Schwellenländer-Staatsanleihen hinzu. Mittlerweile gibt es auch ETFs auf Unternehmensanleihen-Indizes aus den Schwellenländern oder gar auf Wandelanleihen.

Im laufenden Jahr waren Renten-ETFs so beliebt wie selten zuvor. Unter dem Strich flossen dem europäischen Indexfonds-Markt von Januar bis Ende September rund 29 Milliarden Euro zu, wie Zahlen des französischen ETF-Anbieters Amundi zeigen. Der Löwenanteil des Geldes floss in Rentenprodukte, nämlich 24,5 Milliarden Euro. Aktien-ETFs sammelten im selben Zeitraum nur 2,7 Milliarden ein.

Die größten Beteiligungen des Fondsgiganten
Platz 8 im Dax
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Bei Adidas sorgte jüngst die Ankündigung von Kasper Rorsted als neuem CEO für Kurssprünge. Großaktionär Blackrock dürfte es gefreut haben.

Blackrocks Anteil: 6,19 Prozent

Platz 7 im Dax
2 von 15

Immer wieder verweist der US-Fondsriese, Vermögen im Auftrag seiner Kunden zu verwalten. Ziemlich sicher wähnt Blackrock sein Geld offenbar beim Münchner Versicherer Allianz. Entsprechend viele Aktien hält der US-Konzern.

Blackrocks Anteil: 6,28 Prozent

Platz 6 im Dax
3 von 15

Nach Umsatz und Marktkapitalisierung gilt BASF als einer der weltgrößten Chemiekonzerne. 2015 litt jedoch das Geschäft der Ludwigshafener unter dem gefallenen Ölpreis, die Aktie fiel. Blackrock dürfte es nicht gefreut haben.

Blackrocks Beteiligung: 6,31 Prozent

Platz 5 im Dax
4 von 15

Der Energiekonzern Eon befindet sich in einer Umbruchphase. Das Geschäft mit den erneuerbaren Energien soll künftig in die neue Gesellschaft Uniper ausgegliedert werden. Wird Blackrock darauf reagieren?

Blackrocks Beteiligung: 6,59 Prozent

Platz 4 im Dax
5 von 15

Dass Blackrock nicht immer nur schweigend die Interessen seiner vermögenden Kunden verwaltet, durfte die Deutsche Bank schon spüren. Als der ehemalige Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann 2012 ohne Abkühlphase an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln wollte, protestierte der US-Fondsriese. Konsequenz: Ackermann durfte seinen Positionswechsel nicht wie gewünscht vollziehen.

Blackrocks Beteiligung: 6,63 Prozent

Platz 3 im Dax
6 von 15

Nicht nur an Erstversicherern wie der Allianz hat sich der US-Konzern beteiligt. Im Dax scheint ihm der Rückversicherer Munich Re sogar noch mehr zu gefallen, wenn man Interesse in der Größe des Anteilspaketes bemisst.

Blackrocks Beteiligung: 6,64 Prozent

Platz 2 im Dax
7 von 15

Ab Januar 2016 greift bei Bayer eine neue Unternehmensstruktur. Die Holdingstruktur mit Teilkonzernen wird abgeschafft. Stattdessen wollen die Leverkusener wieder ein integriertes Unternehmen sein. Das soll, na klar, dem Wachstum des Unternehmens helfen.

Blackrocks Beteiligung: 7,06 Prozent

ETFs auf Unternehmensanleihen verzeichneten mit 14 Milliarden Euro mit Abstand die höchsten Zuflüsse. Produkte, die europäische Indizes nachbauen, sammelten dabei noch etwas mehr Geld ein als ETFs auf US-amerikanische Unternehmensanleihen-Barometer. Staatsanleihen-ETFs verbuchten Zuflüsse in Höhe von 5,3 Milliarden Euro. Besonders beliebt waren Indexfonds auf Schwellenländer-Staatsanleihen. Aus ETFs, die in Staatsanleihen aus der Euro-Zone investieren, zogen Anleger dagegen Geld ab.

Warum Anleger um ETFs auf Euro-Zonen-Staatsanleihen im laufenden Jahr einen Bogen machen, ist nicht ganz klar. Es gibt mehrere Gründe, die das erklären könnten: Erstens sind die Kurse der Produkte durch die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits stark gestiegen, Investoren befürchten womöglich ein baldiges Ende der Rally. Zweitens zeigten sich Anleger in den vergangenen Monaten vergleichsweise risikofreudig. Das belegen die Zuflüsse in Emerging-Markets-ETFs. Drittens sind die meisten Staaten der Euro-Zone stark verschuldet, Besserung ist kaum in Sicht. Das ist für Anleihe-ETFs keine gute Nachricht.

Nachteile herkömmlicher Renten-ETFs
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