Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU-Richtlinie Fonds-Regulierung kostet die Anleger Geld

Anleger werden die Regulierung geschlossener Fonds wahrscheinlich mit Renditeeinbußen bezahlen. Die europäische Richtlinie zur Aufsicht von Hedge-Fonds trifft auch Anbieter für Beteiligungsmodelle und verursacht zusätzliche Kosten. Außerdem kommen Kapitalschwache Emissionshäuser aufgrund steigender Eigenkapitalanforderungen unter Druck, was den Markt bereinigen dürfte.
Kommentieren

FRANKFURT. "Die Kosten für das Produkt werden steigen", sagte Dieter Seitz, Geschäftsführer des Anbieters LHI Leasing am Dienstag auf dem "Feri Symposium Geschlossene Beteiligungen" in Frankfurt. Er rechnet mit steigenden Personalkosten, da höhere Kontrollaufwendungen nötig seien. Gelingt es einem Emissionshaus nicht, diese höheren Fixkosten auf ein höheres Absatzvolumen zu verteilen, steigen zwangsläufig die dem Anleger in Rechnung gestellten Konzeptionskosten. Das hat sinkende Renditen zur Folge.

"Wir haben heute schon eine Zweiteilung des Marktes, denn einzelne Häuser erfüllen als Finanzdienstleistungsinstitute bereits Anforderungen, die über die Anforderungen der AIFM-Richtlinie hinausgehen", sagte Hans Volkert Volckens, Geschäftsführer von Hannover Leasing (HL). Hinter dem Kürzel AIFM verbirgt sich ein Richtlinienentwurf der Europäische Kommission zur Aufsicht über alternative Investmentfonds-Manager. Zu denen, die die AIFM-Anforderungen bereits heute erfüllen, zählen die Bankentöchter unter den Fondsanbietern, also etwa LHI und HL.

Der Verband Geschlossener Fonds (VGF) - der Interessenverband der Branche - erwartet, dass die ursprünglich auf Hedge-Fonds zielende Richtlinie auch auf geschlossene Fonds angewendet werden wird. Geschlossene Fonds sind Unternehmensbeteiligungen, die typischerweise als Kommanditgesellschaften firmieren. Ihre Investitionspalette reicht von Immobilien, Schiffen, Flugzeugen und Solaranlagen bis zu Private-Equity-Beteiligungen und gebrauchten Lebensversicherungen. Im günstigsten Fall könne die AIFM zum Jahresanfang 2011 in Kraft treten, sagte Gero Gosslar, VGF-Vertreter in Brüssel.

Zu den Kernvorgaben der Richtlinie zählen der Nachweis eines "angemessenen" Eigenkapitals, mindestens 125 000 Euro, ein adäquates Risikomanagement, die Pflicht zur regelmäßigen Bewertung der Investitionsobjekte sowie umfangreiche Berichtspflichten gegenüber Anlegern und Aufsichtsbehörde.

Bankentöchter treffen die neuen Regeln weniger hart

In Frankfurt wurde auch klar, dass die Bankentöchter die Regulierung grundsätzlich begrüßen, aber sich nicht dem Vorwurf der bankenunabhängigen Häuser aussetzen wollen, sie wollten die Regulierung nutzen, um Marktanteile zu erobern. Ohnehin gab es 2009 bereits einen Wechsel an der Spitze der Platzierungsliste. Nach Zahlen des Analysehauses Feri warben die Bankentöchter Real I.S. und HL 401 Mio. Euro und 326 Mio. Euro Eigenkapital ein, gefolgt von der bankenunabhängigen Nordcapital mit 203 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatten noch die börsennotierten und heute angeschlagenen Anbieter HCI und MPC die Hitliste dominiert.

HL-Geschäftsführer Volckens möchte schwarze Schafe in der Branche unabhängig von AIFM durch einheitliche Provisionsstandards eliminieren. "Es kann nicht sein, dass bei Immobilienfonds ein schlechtes Gebäude durch übertrieben hohe Vertriebsprovisionen von mehr als zehn Prozent in den Markt gedrückt wird", nennt er ein Negativbeispiel.

Startseite

0 Kommentare zu "EU-Richtlinie: Fonds-Regulierung kostet die Anleger Geld"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote