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Finanzbranche Hedgefonds-Manager kassieren Milliarden – James Simons ist Top-Verdiener

Die zehn Top-Verdiener haben 2018 fast acht Milliarden Dollar kassiert. Die Performance der Manager und ihrer Fonds war insgesamt jedoch ernüchternd.
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Die Hedgefonds-Branche hat sich wieder berappelt. Quelle: AFP
Hochhäuser in New York

Die Hedgefonds-Branche hat sich wieder berappelt.

(Foto: AFP)

FrankfurtEs gibt eine Branche, in der auch in schlechten Zeiten an den Märkten Milliarden zu verdienen sind: die Hedgefonds-Branche. Auf 7,7 Milliarden Dollar summierten sich nach Berechnungen des Finanzdatendienstleisters Bloomberg 2018 die Gehälter der zehn bestverdienenden Hedgefonds-Manager.

Ganz oben auf der Liste: James Simons mit seinem Fonds Renaissance Technologies, Ray Dalio mit dem weltgrößten Fonds Bridgewater Associates und Ken Griffin mit Citadel. Sie allein verdienten rund die Hälfte dessen, was die Top 10 kassierte.

Dies ist umso beachtlicher, als dass das vergangene Jahr für Hedgefonds durchwachsen ausfiel. Viele konnten in dem Auf und Ab der Börsen einen Verlust nicht vermeiden, im Schnitt erzielten sie 2018 ein Minus von 4,07 Prozent, wie Finanzdatenanbieter Hedge Fund Research (HFR) errechnet hat.

Hedgefonds wetten auf steigende und fallende Aktienkurse, nutzen minimale Preisunterschiede an Handelsplätzen aus und versuchen, aus Fusionen einen Gewinn zu ziehen. Über Jahrzehnte galten sie als die Rockstars der Finanzcommunity.

Doch in den vergangenen Jahren verblasste ihr Ruf zusehends. Zu hohe Gebühren, zu wenig leistungsorientiert, lauteten die Vorwürfe der Großanleger. Der kalifornische Pensionsfonds Calpers, einer der größten weltweit, warf Ende 2014 sogar die Hedgefonds komplett aus seinem Milliardenportfolio.

Doch inzwischen hat sich die Branche wieder berappelt. Nach Zahlen von Hedge Fund Research belief sich das weltweit von rund 9.760 Hedgefonds verwaltete Vermögen trotz Abflüssen noch auf 3,11 Billionen Dollar. Und die Abflüsse hatten es durchaus in sich: Allein im Dezember zogen Investoren nach Berechnungen der Barclay Hedge Database 42,3 Milliarden Dollar ab. Das war der höchste Stand seit fünf Jahren.

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Doch das Bild der Branche ist geteilt. Während große Namen wie David Einhorn mit seinem Fonds Greenlight und Dan Loeb mit Third Point die schlechteste Performance seit vielen Jahren hingelegt haben, überzeugten andere wie Simons, Griffin oder in Europa der Brite Crispin Odey mit seinem Flaggschiff-Fonds European Inc., der prozentual zweistellig zulegen konnte.

Der ungekrönte König unter den Großverdienern ist James Simons. Er kassierte nach den Berechnungen von Bloomberg 2018 1,6 Milliarden Dollar. Simons war früher Code-Knacker beim US-Militär und Vorsitzender der Mathematik-Fakultät an der Stony-Brooks Universität. Er gilt als einer der Pioniere des auf Algorithmen gestützten Handels.

Auf Simons folgt Ray Dalio mit einem Verdienst von 1,26 Milliarden Dollar. Dessen Fonds Bridgewater erzielte 2018 ein Plus von fast 15 Prozent. Dabei setzte er Milliarden auf fallende Kurse bei Dax-Unternehmen, darunter SAP, Siemens, Allianz und Deutsche Bank.

Dalio selbst kündete im Sommer an, sich aus dem Tagesgeschäft stärker zurückzuziehen. Der 69-Jährige hat zwar immer noch den Titel Co-Investmentchef, doch er gab wichtigen Mitarbeitern wie den Investmentchefs Bob Prince und Greg Jensen mehr Mitspracherecht in der Firma, die er 1975 gegründet hatte. Insgesamt ist der Fonds 160 Milliarden Dollar schwer und damit der größte weltweit. Für Dalio ist das Ergebnis eine Bestätigung, dass er seinen Leuten bei der Anlage vertrauen kann.

Ken Griffin ist der dritte im Bunde mit einem Verdienst von 870 Millionen Dollar. Da kann das Geld schon mal locker sitzen. Für ein Penthouse an New Yorks Central Park zahlte der Manager kürzlich 238 Millionen Dollar, umgerechnet 210 Millionen Euro, es ist damit die teuerste Wohnimmobilie der USA. Zudem erwarb er ein historisches Stadthaus in der Nähe des Buckingham Palace in London.

Ob sich das der Student Griffin, der sein erstes Taschengeld mit dem Reparieren von Computern verdiente, je träumen lassen hätte?

In Europa überraschte Robin Crispin William Odey, den alle nur Crispin nennen, die Branche. Der eigenwillige Manager und notorische Schwarzseher erlebte vergangenes Jahr sein Comeback und erzielte eine Rendite von 53 Prozent. Damit konnte er die herben Verluste der vergangenen Jahre zwar nicht komplett ausgeglichen. Doch scheint der Hedgefonds-Manager, der auf fallende Kurse setzt, jetzt wieder obenauf. Seine Wetten gegen britische Staatsanleihen und das Pfund Sterling haben sich ausgezahlt.

Der Mann, der die Sommer im Norden Großbritanniens verbringt und dort Moor- und Raufußhühner jagt, mischt auch beim Zahlungsdienstleister Wirecard mit, der wegen des Vorwurfs der Zahlenmanipulation in Kursturbulenzen geriet. Odey verkaufte zuletzt sein 0,77-prozentiges Aktienpaket leer. Er setzt auf fallende Kurse und will später die geliehenen Aktien wieder zu günstigeren Preisen zurückkaufen, um so Profit zu machen.

Vor dem Hintergrund teils enttäuschender Leistungen haben die Hedgefonds-Manager in den vergangenen Jahren reagiert und die Gebühren für die Investoren gesenkt. „In den letzten Jahren sind die Kosten für Hedgefonds im allgemeinen bereits stark gefallen. Im Durchschnitt verlangen Hedgefonds von ihren Investoren eine Verwaltungsgebühr von knapp über einem Prozent und eine erfolgsabhängige Gebühr von circa 15 Prozent“, erläutert Marcus Storr, Experte für die Branche beim Vermögensverwalter Feri.

Institutionelle Investoren – wie Feri etwa – könnten noch bessere Konditionen aushandeln. Auch 2019 wird wieder ein herausforderndes Jahr für die Hedgefonds. „Risiken sind weiterhin irrational politisch getriebene Märkte und weiterer Sand im Getriebe der Wirtschaft und der Märkte durch überbordende Regulierungen“, meint Storr.

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