Fonds Fondsmanager bringen das Geld in Sicherheit

Die Verwalter der wichtigsten Fonds fürchten sich vor einem Krisenjahr. Sie setzen auf Sicherheit und Anleihen oder stabile dividendenstarke Aktien. Was Anleger von den Profis lernen können.
Update: 22.01.2012 - 14:29 Uhr 11 Kommentare
Besitzer von Aktienfonds sollten sich nicht allzu viel vom Börsenjahr 2012 erhoffen. Quelle: dpa

Besitzer von Aktienfonds sollten sich nicht allzu viel vom Börsenjahr 2012 erhoffen.

(Foto: dpa)

FrankfurtAktienfondsbesitzer können sich freuen: Das Börsenjahr 2012 wird spitze! Am Jahresende hat sich der Deutsche Aktienindex mehr als verdoppelt und steht bei 16.000 Punkten. So jedenfalls müsste es kommen, würde der Dax im gleichen Tempo weiter steigen wie an den ersten Handelstagen im Januar: 500 Punkte in knapp drei Wochen.

Aber dieses Super-Ziel ist reines Wunschdenken. Die nächsten Monate bleiben riskant – werden vielleicht noch riskanter, als das Jahr 2011 es schon war. Die Schuldenkrise und ihre Folgen halten die Anleger fest im Griff. Für manche Beobachter ist es ein Würgegriff.

Giftiger Cocktail aus zwei Krisen

Strategisch ist die Lage klar. Glaubt der Anleger an eine Entspannung, kann er höhere Risiken eingehen. Er könnte also etwa hohe Aktienfondsbestände halten. Erwartet er dagegen eine weitere Zuspitzung der Krise, muss er defensive Konzepte wählen – und sich zum Beispiel auf Fonds für erstklassige Anleihen mit überschaubarer Laufzeit konzentrieren.

Grundsätzlich dürfte 2012 kein Jahr der Jagd nach Rendite werden. Dazu ist die Gefahr weiterer Verwerfungen an den Märkten zu groß. „Substanzerhalt steht in diesen schwierigen Zeiten ganz oben auf der Agenda“, sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand der Beratungsfirma Fonds Consult. Warum das so ist, darüber sprechen einige Geldmanager ganz offen. „Wir sind der völligen Willkür politischer Entscheidungen ausgeliefert“, erklärt Martin Mack, Leiter des unabhängigen Vermögensverwalters Mack & Weise.

Das gab es vor der Finanzkrise nicht: Politiker und Notenbanker, die mit enormen Geldspritzen und Staatsanleihekäufen taumelnde Länder auffangen wollen und wackelnde Banken stützen – und damit schwere Verwerfungen an den Kapitalmärkten auslösen. Sehr skeptische Verwalter wie Mack sprechen von „Rettungswahnsinn“ und raten deshalb zu einer defensiven Strategie. Die Fonds des Hauses sind damit erfolgreich.

Aber es ist nicht jedermanns Sache, den Großteil des Geldes in Bundesanleihen mit kurzen Restlaufzeiten und den restlichen Teil in Gold zu stecken. Immerhin, Mack will nicht ewig untätig bleiben. Der Verwalter wartet auf wahre Chancen, wenn beispielsweise Griechenland insolvent wird oder der Euro zerbricht. „Dann erleben wir Kurseinbrüche an den Märkten und werden kaufen“, sagt er.

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11 Kommentare zu "Fonds: Fondsmanager bringen das Geld in Sicherheit"

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  • "Die Verwalter der wichtigsten Fonds fürchten sich vor einem Krisenjahr. Sie setzen auf Sicherheit und Anleihen oder stabile dividendenstarke Aktien. Was Anleger von den Profis lernen können."

    hätte ich das vor genau einem jahr hier gelesen, dann würde ich heute meinen hut vor diesen "experten" ziehen...

    so jedoch bleibt festzustellen, dass so ein jahr wie 2011 nicht vorherzusehen ist, genauso wenig wird man das jahr 2012 vorhersehen können. es soll also turbolent werden? möglicherweise! aber viel turbolenter als das vergangene jahr kann es kaum werden und das die kurse tiefer fallen als in 2011, davon gehe ich nicht aus. hinzu kommen, wie von meinen vorrednern schon erwähnt, eine extrem hohe liquidität und absolut mangelnde attraktive anlage-alternativen.

    daher bleibt die börse trotz turbolenzen gerade für 2012 eine sehr interessante geschichte.

    ich glaube jedoch nicht, dass die fonds-manager ahnungslos sind - die wissen das genauso gut, wenn nicht noch besser als wir. aber die dürfen wahrscheinlich längst nicht so, wie sie gerne würden. privat bekäme man von ihnen sicher ein anderes statement als in der öffentlichkeit...

  • "Niemand hat die Absicht" … den Ballon zum Platzen zu bringen. Aber aufgepumpt wird er allerorts kräftig und "man" gibt sich vieler Orts viel Mühe, an zu vielen bzw. den falschen Orten!

    Die Situation ist mehr als kritisch einzustufen, d.h. aber nicht, dass man keine Gewinne machen kann.

    Die Aktien- und Devisenkurse werden volatil und sie werden dadurch genährt, dass Anleger kaum oder keine Zinsen im Anleihemarkt erhalten. Wo sollen sie hin? 3 % Zins von einem Land zu erhalten, das faktisch pleite ist während eine Bank von einem Arbeiter mit regelmäßigen Einkommen 15 % Dispozins verlangt, das hat was. Ein ordentliches System ist nicht mehr erkennbar. Es ist alles möglich. Für ein kontrolliertes Entspannen des Ballons fehlt mir bei den handelnden Akteuren der Mut.

  • @Klaus
    ...darf ich fragen wie die Fonds heissen? Ist vielleicht auch von allgemeinem Interesse.

  • Nö, ich hatte die Fonds über 12 Jahre gehalten. Ein Teil meiner Altersvorsorge!
    Ich war davon ausgegangen das die wenigstens ein bisschen Ahnung hätten, und das die in einem großen Fond nicht all zu viel falsch machen könnten. Pustekuchen.
    Nix mit auf dem falschen Zug aufspringen.

  • Zitat Klaus: "Meine drei Fonds, von Profis verwaltet und mit reichlich Gebühren ausgestattet, haben mir einen Verlust von ca. 60-80 % eingebracht."

    Wow, wie geht das? Immer zur falschen Zeit eine Mode nachgelaufen?

  • Dann geht es ihnen genauso wie mir, und ich nehme an, wie noch vielen Anderen.
    Meine drei Fonds, von Profis verwaltet und mit reichlich Gebühren ausgestattet, haben mir einen Verlust von ca. 60-80 % eingebracht. Anscheinend hat nicht eine Firma überhaupt jeh eine Dividende ausgeschüttet. Das kann ich auch, und seit dem schreibe ich keine Verluste mehr. Ich nenne sogar einen bescheiden Gewinn mein Eigen, der deutlich über der Inflationsrate liegt. Von wegen Rat der Profis.

  • Die meisten Vermögensverwalter und Fondsmanager sind reine Entertainer, aber bestimmt keine Experten. Und Journalisten sind halt dankbar, wenn sie etwas zum Abschreiben haben und sei es noch so blöd, aber Hauptsache es kommt von einem Experten! Ein typisches Beispiel: "Investition in Dividendentitel". Es handelt sich doch hierbei nur um einen Tausch (zum Tag der Ausschüttung) von Cash (+) gegen Kursverlust (-), und zwar ceteris paribus um genau in derselben Größenordnung. Ein Aktionär könnte also auch genau jenen Anteil an Aktien verkaufen, damit er Cash in der gewünschten Dividendenhöhe selbst generiert. Eine Dividende ist eben etwas ganz anderes als eine Verzinsung. Bei einer Anleihe bekomme ich - unabhängig von Kurswert - eine Zinsausschüttung separat. Bei einer Aktie ist die Dividende Teil (!) des Kurses. Die Dividende dient hier lediglich als Signal der Finanzierungsstrategie eines Unternehmens. Für einen Anleger ist es irrelevant, ob er Rendite aus Dividende oder Kursgewinn oder aus einer Kombination generiert. Aber jeder schreibt Blödsinn vom anderen ab. Praktische Beispiele: Welches war in 2011 eine der besten Aktien: Apple mit null Dividende! Welches waren die schlechtesten Aktien in Deutschland: Eon und RWE mit einer formal sehr hohen Ausschüttung. Dem Aktionär hat es nur nichts genützt, Versorger-Aktionär zu sein. I-Pad und I-Phone sind gut "gelaufen", und Apple-Aktionäre haben profitiert, unabhängig von "Dividende"!

  • "Fondsmanager bringen das Geld in Sicherheit" Besser sollte es heißen: "Deutsche Anleger, bringt euer Geld in Sicherheit!" Durch immer neue Verpflichtungen und Zugeständnisse in Richtung Euro verlieren wir den Geldwert und damit das Fundament unserer Wirtschaft. Kurzsichtige Firmenlenker mögen sich über die billige Euro-Währung für Deutschland freuen, doch das dicke Ende kommt noch - wir werden für die unbezahlten Rechnungen unserer Nachbarn zur Kasse gebeten und der Staat holt sich alles wieder bei seinen Bürgern. Dann werden auch die Unternehemn wach werden - leider zu spät...

  • Ein Fonds muss doch jährlich um mindestens 10% steigen damit der Anleger nur "stehenbleibt":
    -offene und versteckten Gebühren mindestens 5 %
    -reale Inflation 5%

  • Ich kann das oben gesagte nur bestätigen: Seit ich mein Depot selbst verwalte und nicht mehr Fondsmanagern vertraue, fahre ich deutlich besser.
    Leider schreiben viele Journalisten - warum auch immer - das was irgendwelche Fondsmanager oder sogenannte Größen des Finanzgeschäftes sagen, einfach ab. Das ist ein Fehler, denn jeder von denen möchte gern seine Meinung gedruckt sehen, um die eigenen Wetten zu unterstützen.
    Warum ist es für den anspruchsvollen Journalismus so schwer im Finanzwesen einmal ganz allein zu recherchieren und eine eigene Meinung zu haben?

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