Fonds Größter Staatsfonds der Welt nimmt sich eine Auszeit

Im Hintergrund bleiben und abwarten. Das ist derzeit die Strategie des norwegischen Staatsfonds. Zuerst einmal soll sich zeigen, wie profitabel die Investitionen sind. Wann der Fonds wieder aktiv wird, ist unklar.
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Norwegens Staatsfonds ist der größte seiner Art. Mit der neuen Wartestrategie soll die Profitabilität der derzeitigen Investments geprüft werden. Quelle: dpa

Norwegens Staatsfonds ist der größte seiner Art. Mit der neuen Wartestrategie soll die Profitabilität der derzeitigen Investments geprüft werden.

(Foto: dpa)

OsloNorwegens Staatsfonds, der größte in der Welt, steht doch nicht vor schnellen Umwälzungen. Er wird nun erst einmal warten, ob sich die zuletzt neu aufgenommenen Immobilieninvestments auszahlen – bevor eine Entscheidung über weitere Anlageklassen fällt. Zu diesen könnten Infrastruktur und Private-Equity zählen.

Der heute 850 Milliarden Dollar schwere Fonds investiert seit 1998 in Aktien, Schwellenländer kamen 2000 hinzu und der Bereich Immobilien wurde 2011 ergänzt.

„Ob wir es nächstes Jahr oder im Jahr danach machen, das ist noch nicht entschieden“, sagte Paal Bjoernestad, der innerhalb des Finanzministeriums für den Fonds zuständig ist, mit Blick auf ein Votum zu weiteren Anlageklassen. „Wir werden uns damit beschäftigen, es ist nicht vom Tisch.“

Bestsellerfonds zwischen Schein und Sein

Carmignac Patrimoine A

WKN
ISIN
FR0010135103
Börse
INVF

-1,34 -0,22%
+618,96€
Chart von Carmignac Patrimoine A
Carmignac Patrimonie
1 von 13

Carmignac Patrimonie: Der ehemalige Top-Fonds hat stark nachgelassen

Europaweit und besonders in Deutschland setzen Anleger derzeit auf Mischfonds. Allein 5,9 Milliarden Euro sammelten weltweit investierende Portfolios mit bis zu 50 Prozent Aktienanteil hierzulande ein. Unumstrittener Bestseller in dieser Kategorie war lange der Carmignac Patrimonie (ISIN FR0010135103). Über Jahre war die Erfolgsbilanz Spitze. Inzwischen liegt das Fondsvolumen bei sage und schreibe 28 Milliarden Euro, doch die Performance lässt zu wünschen übrig. So erzielten Anleger in den vergangenen drei Jahren nur durchschnittlich 2,1 Prozent Plus und lagen somit um 5,1 Prozent schlechter als der Vergleichsindex.

UniRak

WKN
ISIN
DE0008491044
Börse
INVF

+0,37 +0,31%
+119,97€
Chart von UniRak
Unirak
2 von 13

Unirak: Der größte inländische Mischfonds zählt zur Spitzenklasse

Das mehr als zwei Milliarden Euro schwere Portfolio Unirak (ISIN DE0008491044) stammt von der Fondsgesellschaft Union Investment, die zur Volksbankengruppe zählt. Die Erfolgsbilanz fällt kontinuierlich überdurchschnittlich aus: So erzielte der Fonds über ein Jahr 10,5 Prozent Plus, über fünf Jahre waren es durchschnittlich 8,2 Prozent Performance per annum. Das Fondsmanagement ist seit 2001 stabil. Was Anleger allerdings wissen sollten: Dieser Fonds konzentriert das Aktieninvestment auf deutsche Titel, streut Risiken also weniger breit als weltweit investierende Portfolios.

M&G Optimal Income Fund A Hedged

WKN
ISIN
GB00B1VMCY93
Börse
INVF

-0,00 -0,00%
+19,90€
Chart von M&G Optimal Income Fund A Hedged
M&G Global Income
3 von 13

M&G Global Income: Innovativer milliardenschwerer Mischfonds

Auch Mischungen mit bis zu 30 Prozent Aktienanteil sind derzeit gefragt. Denn so erzielen Anleger etwas höhere Renditen als bei reinen Anleiheinvestments mit vergleichbarem Risiko. Dachfondsmanager Eckhard Sauren warnt allerdings, dass aufgrund der Niedrigzinsphase und der drohenden Zinserhöhungen unbedingt Portfolios ins Depot gehören, die auch Derivate einsetzen dürfen. Nur so lassen sich auch bei fallenden Kursen Renditen erzielen. Richard Wolnough vom defensiven Mischfonds M&G Global Income (ISIN GB00B1VMCY93) praktiziert diese Strategie seit Jahren mit großem Erfolg: Der Fondsmanager erzielte durchschnittlich zwölf Prozent Jahresplus über fünf Jahre und knapp fünf Prozent im laufenden Jahr. Ein Einstieg ist dennoch gut zu überlegen. Denn das Fondsvolumen beträgt bereits 25 Milliarden Euro. Der erzielte Mehrwert gegenüber dem Vergleichsindex war in den vergangenen beiden Jahren mit 0,5 und 0,6 Prozent deutlich niedriger als in den Jahren davor.

Deka-Euroland Balance CF

WKN
ISIN
DE0005896872
Börse
INVF

-0,05 -0,09%
+56,10€
Chart von Deka-Euroland Balance CF
Deka-Euroland
4 von 13

Deka-Euroland Balance: Konservativer Mischfonds zeigt Schwächen

Auch der Deka Euroland Balance (ISIN DE0005896872), den die Fondsgesellschaft der Sparkassen verwaltet, investiert bis zu 30 Prozent in Aktien. Die Vermögensaufteilung mit dem Löwenanteil an sicheren Anleihen plus wenige Aktien hat über viele Jahre gut funktioniert. Doch im Zuge des Zinstiefs wird es für den Fondsmanager zunehmend schwieriger, eine attraktive Rendite zu erzielen. Das zeigt die Erfolgsbilanz: So fällt die Fünf-Jahres-Rendite mit 4,4 Prozent noch überdurchschnittlich aus. In den vergangenen drei Jahren schnitt der Fonds mit 3,1 Prozent immer noch ebenso gut ab wie der Vergleichsindex. Im Jahresvergleich sind es jedoch nur noch 0,8 Prozent Plus. Der Fonds liegt damit fast fünf Prozentpunkte schlechter als der Markt. Und die Aussichten, dass ein Portfolio mit dieser Strategie wieder aufholen kann, sind angesichts der irgendwann anstehenden Zinserhöhung im Euro-Raum verhalten.

UniEuroRenta

WKN
ISIN
DE0008491069
Börse
INVF

+0,03 +0,05%
+65,32€
Chart von UniEuroRenta
Uni Euro Renta
5 von 13

Uni Euro Renta: Renditen unter der Inflationsrate

Sichere Anleihen standen bei Anlegern lange hoch im Kurs. Zu Recht: Über Jahrzehnte konnten Investoren nahezu ohne Risiko Renditen erzielen, die über der Inflationsrate lagen. Doch spätestens seit der zwischenzeitlichen Ankündigung des US-Notenbankchefs Ben Bernanke, die lockere Geldpolitik zu beenden, ist klar: Auch bei vermeintlich sicheren Anleihen können die Kurse sinken. Im August wendete sich das Blatt, berichtete die Fondsratingagentur Morningstar. Europaweit zogen Sparer Geld ab. Auch beim 4,3 Milliarden Euro schweren UniEurorenta (ISIN DE0008491069) überlegen Anleger auszusteigen. Zwar schafften seine Manager über drei Jahre immerhin noch durchschnittlich 2,3 Prozent Plus. Doch im Jahresvergleich liegt die Performance nur noch bei 0,9 Prozent und deckt die Inflationsrate nicht mehr ab. Besserung ist nicht in Sicht.

Pimco Global Investors Series Plc Global Bond Fund E Hedged EUR

WKN
ISIN
IE00B11XZ103
Börse
INVF

0,00 0,00%
+23,79€
Chart von Pimco Global Investors Series Plc Global Bond Fund E Hedged EUR
Pimco Total Return
6 von 13

Pimco Total Return: Milliardenabflüsse beim größten Rentenfonds der Welt

Monat für Monat wendet sich der Starmanager Bill Gross an seine Anleger. Sein mehr als 200 Milliarden Dollar schwerer Fonds Pimco Total Return ist der größte Rentenfonds der Welt. Doch seine Briefe klingen verzweifelt. „Wir haben Krieg“, hieß es etwa im September, „Survival of the Fittest“ im Oktober. Denn aus der amerikanischen Variante des Pimco Total Return fließen monatlich Milliarden ab. In der europäischen Variante des Fonds der Allianz-Tochter Pimco (ISIN IE00B11XZ103) sind immerhin 14 Milliarden Euro investiert. Doch auch das größte Expertenteam für Anleihen weltweit kann bei drohenden Zinserhöhungen nicht verhindern, dass ein Bond-Fonds Verluste schreibt. Und so fiel die Zwölf-Monats-Bilanz negativ aus. Und auch die Aussichten sind bescheiden, sollten die Chefs der Fed oder der EZB irgendwann Ernst machen und ein Ende der lockeren Geldpolitik einläuten.

DWS Top Dividende LD

WKN
ISIN
DE0009848119
Börse
INVF

+0,32 +0,26%
+122,78€
Chart von DWS Top Dividende LD
DWS Top Dividende
7 von 13

DWS Top Dividende: Eine Marktstrategie, die sich bewährt hat

In Aktien zu investieren, die hohe Ausschüttungen vornehmen, ist eine Anlagestrategie, die Anlegern in der Vergangenheit nachweislich eine überdurchschnittliche Performance beschert hat. Es ist daher nachvollziehbar, dass Anleger dem weltweit investierenden Aktienfonds DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119) mehr als zehn Milliarden Euro anvertraut haben. Die Renditen von durchschnittlich 8,7 Prozent über drei Jahre und 7,2 Prozent über zwölf Monate sehen auf den ersten Blick zwar ganz gut aus. Zur Spitzenklasse zählt das Portfolio damit jedoch nicht. So fuhr Stuart Rhodes vom M&G Global Dividend (ISIN GB00B39R2T55) mit einer ähnlichen Anlagestrategie über drei Jahre durchschnittlich 13,7 Prozent Performance per annum ein und fast 17 Prozent Plus im Jahresvergleich.

Die von Regierungschefin Erna Solberg geführte konservative Regierung, die seit Oktober an der Macht ist, nimmt Abstand von ihren Äußerungen im Vorfeld der Wahlen, denen zufolge der Fonds restrukturiert werden soll. Sie signalisiert nun, dass mögliche Veränderungen langsam erfolgen werden.´

Dieser Ansatz steht allerdings im Gegensatz zu Forderungen innerhalb des von der Zentralbank verwalteten Fonds. Er hatte sich für breiter angelegte Investments ausgesprochen, um das Ertragsziel von vier Prozent zu erreichen.

Der Fonds, der rund 1,3 Prozent aller Aktien in der Welt besitzt, hat seit seinem Start Ende der 1990-er Jahre im Schnitt einen Ertrag von weniger als vier Prozent erzielt. Zentralbank-Chef Oeystein Olsen ist der Meinung, dass der Fonds mehr Risiken eingehen muss, um die Rendite zu verbessern. Er argumentiert dafür, neben den zusätzlichen Investmentklassen Infrastruktur und Private-Equity auch die Obergrenze für Aktien-Anlagen von aktuell 60 Prozent auf 70 Prozent anzuheben.

Derzeit darf der Fonds 35 Prozent seiner Anlagen in Bonds und fünf Prozent in Immobilien stecken. Der Anteil der Immobilien liegt jedoch bei lediglich ein Prozent.

Ölreichtum ließ Fonds anschwellen
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