Fonds Neue Ratings bieten bessere Orientierung

Indexprodukte sind gefragt, doch die Zahl der neutralen Rating-Anbieter für die börsengehandelten Indexfonds ist bisher noch klein. Noch - denn etliche Analysehäuser drängen auf den europäischen Kontinent, um vom Boom zu profitieren. Langfristig dürften sich höchstens drei Anbieter durchsetzen.
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Neue Rating-Agenturen sollen vom Boom der Indexfonds profitieren. Quelle: gms

Neue Rating-Agenturen sollen vom Boom der Indexfonds profitieren.

FRANKFURT. Immer mehr Anbieter von Ratings für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) tummeln sich in Europa. Die Analysefirma Scope beispielsweise hat kürzlich ihr Konzept vorgestellt. Zuletzt kam die European Derivatives Group in Kooperation mit der Nachrichtenagentur Vwd an den Markt. Auch die bisher in den USA arbeitende Firma Marco Polo XTF denkt über eine Geschäftsausweitung in Europa nach. Andere Analysehäuser sondieren ihre Chancen, haben aber noch keine konkreten Pläne.

So bekommt Jakob Baur, bis vor kurzem einziger Wettbewerber auf dem deutschen Markt, Konkurrenz. Seit über einem halben Jahr veröffentlicht der Gründer der Informations- und Analyseplattform Fund Explorer in der Schweiz eigene Bewertungen für die in Deutschland registrierten Produkte.

Die Welle neuer Rating-Anbieter ist eine direkte Folge des Booms für Indexprodukte. Mit immer neuen und auch spezielleren Indexprodukten ist die Anlegernachfrage gestiegen; das gilt auch für das Interesse an Ratings. Laut Jim Wiand, Leiter der Informationsplattform Indexuniverse.com, haben viele Investoren Verständnisprobleme bei den Produkten. Hier können Ratings und Analysereports Orientierung bieten.

Aber es geht um mehr. Vermögensverwalter suchen neutrale Bewertungen von Produkten. Einige unter ihnen können Produkte auch nur dann einsetzen, wenn diese ein Qualitäts-Testat erhalten haben, beispielsweise in Form eines Ratings.

Bisher deckten Fonds-Rating-Häuser wie Feri Eurorating, Morningstar oder Lipper ETFs meist mit ihren Konzepten für aktiv verwaltete Investmentfonds ab. Die „aktiven“ Fondsmanager versuchen, durch Über- und Untergewichtungen oder Einzeltitelauswahl ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Insoweit müssen sich auch die „passiven“ Indexprodukte, die lediglich eine Messlatte abbilden, gegenüber ihren aktiven Konkurrenten behaupten.

Wenn Investoren sich jedoch auf Indexprodukte festgelegt haben, kommen sie mit einem solchen Rating nicht weiter. ETFs wollen ausdrücklich keinen Mehrertrag erzielen, sondern ihre Messlatte so genau wie möglich abbilden. Genau das ist einer der Schwerpunkte bei den Analysen. Dazu kommen weitere Bewertungskriterien, die bei den bekannten Ratings für aktiv verwaltete Investmentfonds keine oder kaum eine Rolle spielen. Dazu zählen die Emittentenqualität, Gebühren, Transparenz, Handelsliquidität sowie die von Handelshäusern gestellten Kauf- und Verkaufskurse für ETF-Orders.

Bei dem absehbaren Gedränge auf dem Rating-Markt in diesem Segment bleibt die Frage, wie viele Konzepte sich am Ende als tragfähig und überlebensfähig erweisen werden. Laut Experten dürften sich höchstens drei Anbieter durchsetzen.

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