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Fonds-Wissen Mit TER die Kosten im Griff

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Durchschnittliche TER

- Aktienfonds: 1,6 %
- Rentenfonds: 0,9 %
- Offene Immobilienfonds: 0,7 %
- Geldmarktfonds: 0,5 %

(Quelle: BVI)

Was wird in der Berechnung der TER nicht berücksichtigt?

Wenn eine TER von beispielsweise zwei oder drei Prozent per annum angegeben wird, heißt das nicht, dass damit alle Kosten, die bei einer Investition in diesen Fonds anfallen, erfasst sind. Es gibt noch weitere Gebühren, die Anleger bezahlen müssen, die aber bei der Berechnung der TER außen vor bleiben. Dazu zählen Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten und performanceabhängige Gebühren.

Ausgabeaufschlag

Das ist de facto eine Vertriebsprovision. Anleger zahlen diese Gebühr beim Kauf von Anteilen eines Fonds. Ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent beispielsweise bedeutet, dass ein Anleger beim Kauf für einen Fondsanteil, dessen Rücknahmepreis 100 Euro beträgt, 105 Euro bezahlt (Ausnahme siehe unten). 100 Euro werden in diesem Fall tatsächlich angelegt. Die fünf Euro Ausgabeaufschlag gehen als Verkaufsprovision an die Bank oder den Fonds-Vermittler, bei dem der Anleger den Auftrag zum Kauf aufgegeben hat.

Die Fondsgesellschaften geben für ihre Fonds einen maximalen Ausgabeaufschlag an. Die Vertriebspartner können ihren Kunden allerdings Rabatte gewähren. So gibt es Banken und Fondsshops, die entweder grundsätzlich oder im Rahmen bestimmter Marketingaktionen nur die Hälfte oder gar keinen Ausgabeaufschlag kassieren. Theoretisch können Fondsgesellschaften die Höhe des Ausgabeaufschlages für jeden Fonds beliebig festsetzen. Praktisch haben sich aber bestimmte Gebührensätze eingespielt.

Diese durchschnittlichen Ausgabeaufschläge betragen für?

- Aktienfonds: 4 - 6 %
- Rentenfonds: 2 - 4 %
- Mischfonds: 4 - 6 %
- Geldmarktfonds: 0 - 0,5 %
- Offene Immobilienfonds: 5 %

Es gibt allerdings auch Fonds, die grundsätzlich ohne Ausgabeaufschlag vertrieben werden, sogenannte No-Load Fonds. Hier ist die Managementgebühr allerdings oft etwas höher.

Tipp: Beim Vergleich von Ausgabeaufschlägen unterschiedlicher Fonds sollten Anleger auch darauf achten, dass US- und britische Fondsgesellschaften die Ausgabeaufschläge anders berechnen als europäische Fondsgesellschaften. Während europäische Gesellschaften den Rücknahmepreis eines Fondsanteils als Grundlage für die Berechnung nehmen, gehen amerikanische und britische Unternehmen bei der Berechnung vom Verkaufspreis aus. Konkret: Beträgt der Wert eines Fondsanteils 100 Euro und der Ausgabeaufschlag fünf Prozent, dann zahlt ein Käufer bei einem europäischen Fonds 105 Euro pro Anteil, bei einem US- oder britischen Fonds aber 105,27 Euro.

Transaktionskosten

Beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fondsportfolios fallen natürlich Transaktionskosten an. Die Börsen- und Maklergebühren können je nachdem, wie oft ein Fondsmanager sein Depot umschichtet, und je nachdem, an welcher Börse und mit welchen Maklern gehandelt wird, sehr unterschiedlich sein. Doch unter dem Strich gehören die Transaktionskosten zum größten Gebührenposten eines Fonds überhaupt. Bei einem durchschnittlichen Aktienfonds fallen jährlich Kosten von 0,5 bis drei Prozent des Depotgesamtwertes an. Dass die Transaktionskosten in der TER nicht berücksichtigt werden, wird von Kritikern immer wieder bemängelt.

Performanceabhängige Gebühren

Insbesondere Hedgefonds, aber auch manche Aktienfonds berechnen Gebühren für den Fall, dass das Fondsmanagement eine bestimmte Performance erwirtschaftet. Es handelt sich also um eine Erfolgsprämie für besonders ertragreiches Fondsmanagement. Anleger bezahlen diese Gebühren also ausschließlich von erzielten Gewinnen. Bei Misserfolg fallen keine Kosten an, im besten Fall schmälern die Gebühren allerdings die Rendite. Und Anleger dürfen sich fragen, warum Fondsmanager, die ja dafür bezahlt werden, das ihnen anvertraute Vermögen zu mehren, noch einmal einen Extra-Obulus kassieren, wenn es ihnen tatsächlich gelingt.

Fazit: Anleger sollten die Kosten konkurrierender Fonds miteinander vergleichen. Eine wichtige Kennzahl für solche Vergleiche ist die TER. Die Kaufentscheidung sollte allerdings nicht allein aufgrund von Kostenaspekten erfolgen. Ein Fonds mit höherer TER kann die bessere Wahl sein, wenn die Performance des Fonds stimmt. Zudem verrät die TER nicht alles über die Gebührenstrukturen eines Fonds.

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