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Broker an der New Yorker Börse

An den Aktienmärkten brachte das Jahr Anlegern Enttäuschungen. Das wirkt sich auch auf die Performance von Fonds aus.

(Foto: dpa)

Fondsbilanz Die meisten Fonds haben 2018 ihre Anleger enttäuscht – nur zwei Segmente erfolgreich

Fast alle Fondsmanager bescherten ihren Anlegern im vergangenen Jahr Verluste. Allerdings gab es auch Lichtblicke. Wer sich dem Trend widersetzte.
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Frankfurt Es ist eine tiefrote Liste: In der Fondsbilanz des Jahres 2018 dominieren Verluste. „Vor allem die Aktienprodukte haben kräftig gelitten“, sagt André Härtel von Scope Analysis. Der Experte errechnete die Daten für das Handelsblatt.

Aktienfonds büßten teilweise ein Fünftel ihres Wertes ein, viele Anleihedepots verbuchten bis zu vier Prozent Verlust.

Einzige Lichtblicke waren Fonds für US-Dollar-Bonds und Aktien aus der Gesundheitsbranche, die mit einigen Prozent Gewinn durch das Jahr kamen.

Einbezogen sind Ergebnisse von Fonds mit 36 Anlageschwerpunkten. Die Angaben spiegeln die Durchschnittsergebnisse der Produkte im vergangenen Kalenderjahr wider. Zum besseren Vergleich werden die Resultate mit den längerfristigen Wertentwicklungen über fünf Jahre ergänzt. Ein auffälliges Teilergebnis: Europäische und deutsche Aktienprodukte bilden die Schlusslichter in der Bilanz für 2018.

Die schlechten Zahlen spiegeln die vielen Belastungen für die Finanzmärkte insbesondere in der zweiten Jahreshälfte und im Dezember wider. Spekulationen über eine schwächere US-Konjunktur kamen auf. Dabei spielten die weiteren US-Zinserhöhungen eine Rolle wie auch der Liquiditätsentzug durch die US-Notenbank, die auslaufende Staatsanleihen in ihrem Bestand nicht mehr durch Nachkäufe ersetzt. Die irritierende Politik des US-Präsidenten Donald Trump, etwa im Handelsbereich, trug ihren Teil bei. Probleme in der Euro-Zone kamen dazu und drückten zusätzlich auf die Stimmung an diesen Handelsplätzen.

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Es stellt sich die Frage, ob die erfolgreichen Fondsmanager im neuen Jahr defensiv bleiben oder bei den tieferen Aktienkursen wieder in die Offensive gehen. Der Blick richtet sich vor allem auf die Mischfonds, die durch eine Aufteilung ihrer Gelder auf Aktien und Anleihen ein attraktives Ergebnis erzielen wollen.

Solche Produkte favorisieren Privatanleger, weil sie damit eine Vermögensverwaltung in einem einzigen Produkt bekommen. Auch für Mischfonds war das vergangene Jahr ein Leidensjahr. Am besten schnitten die grundsätzlich konservativ agierenden Strategen ab. Aber selbst die verloren im Schnitt 4,8 Prozent, wie die Auswertung zeigt.

Anleihen interessanter als Aktien

Zu den positiven Ausreißern bei den Mischfonds zählt der kleine „PEH Empire“ des Vermögensverwalters PEH. Er schaffte im vergangenen Jahr vier Prozent Ertrag. Die Depotzusammenstellung steuert PEH-Vorstand Martin Stürner allerdings in extremer Weise. „In Krisenzeiten fahre ich die Aktienquote auch einmal auf null. Das machen wenige meiner Konkurrenten“, sagt Stürner.

Praktisch null Aktien hatte er denn auch von September bis Dezember, der Periode rückläufiger Kurse an den Märkten. Er vertraute in der Zeit ausschließlich auf Cash. Anleihen sind für ihn auf absehbare Zeit wegen tiefer Zinsen uninteressant — deshalb hat er keine einzige im Depot.

Seit Jahresbeginn ist der Manager sehr aktiv. „Wir kaufen wieder, vor allem US-Technologietitel wie Amazon, Alphabet, Cisco, oder Pharmaaktien wie Pfizer und Amgen“, sagt der PEH-Chef. Nach den extremen Kursverlusten seien Werte wie Amazon interessant. Stürner konzentriert sich auf die Wall Street, hat nur eine Aktie aus Europa: Roche.

Er wartet jetzt auf die Firmenzahlen von Citigroup, die am Montag veröffentlicht werden. „US-Banken stehen besser da als europäische“, sagt er. Im Fonds hält der Stratege neben Aktien der Citigroup auch welche von JP Morgan Chase. Einige Branchen aus Europa und Deutschland meidet er ganz, wegen der strukturellen Probleme. Dazu zählen neben Banken die Autohersteller.

Zu den Mischfonds mit guten Ergebnissen gehörte auch im vergangenen Jahr wieder der „Acatis Gané Value Event Fonds“, mit rund 2,5 Milliarden Euro Kapital ein großes Produkt. Er kam mit 0,4 Prozent Verlust davon. „Wir haben die rote Null geschafft“, beschreibt das Fondsmanager Uwe Rathausky. Er konzentriert sich auf wenige Einzeltitel.

Von nur knapp 30 Positionen sind etwa die Hälfte Aktien. Auf sie entfallen ungefähr zwei Drittel der Fondsgelder. Zum relativ guten Ergebnis trugen etwa Linde, Phillips 66 aus der Ölbranche und Berkshire Hathaway unter dem legendären Investor Warren Buffett bei.

Cash ist derzeit wieder König

Der internationale Asset-Manager Investec mit Heimatsitz in Südafrika ist mit seinem „Global Multi-Asset Income Fund“ ebenfalls gut im Rennen. Der Mischfonds beendete das vergangene Jahr sogar mit einem Ertrag von fünf Prozent. „Es macht unserer Meinung nach immer mehr Sinn, allmählich defensiver zu werden“, glaubt Investec-Stratege John Stopford.

Seine allgemeine Lageeinschätzung nach den Dezember-Abstürzen an vielen Märkten klingt eher vorsichtig: „Entweder sind wir schon in einem Bärenmarkt oder wir brauchen eine solidere Basis, bevor die Börsen sich nachhaltiger erholen können.“ Nur falls sich die Konjunktur doch halte, könnten auch die Kurse noch einmal deutlicher steigen.

Noch skeptischere Töne kommen vom renommierten Manager Barnaby Wiener, der beim großen US-Vermögensverwalter MFS den „Prudent Wealth“-Fonds steuert. „Aktuell sind wir maximal defensiv“, kommentiert er. Die globale Verschuldung hält er für besorgniserregend, die Preise der Vermögenswerte seien durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken über viele Jahre aufgebläht.

„Wir halten deshalb viel Cash und Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit. Kommt es zum nächsten Bärenmarkt, und der wird kommen, liefert uns das einen gewissen Schutz und die nötige Liquidität, um auf Schnäppchenjagd gehen zu können“, so Wiener.

Wer hoffnungsvollere Kommentare hören möchte, der ist beim Asset-Manager Fidelity International gut aufgehoben. „Nach den hohen Börsenverlusten im vergangenen Jahr sind wir jetzt optimistischer, haben deshalb wieder höhere Aktienquoten in unseren Mischfonds“, sagt Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld.

Hoffnungsfroh ist er auch bei dem von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikt: „Wir glauben an eine Einigung, das dürfte die Märkte beflügeln.

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