Fondsgebühren Money for nothing?

Sie sind die Lieblinge der Fondsgesellschaften, Verbraucherschützer würden sie am liebsten abschaffen: Erfolgsprämien bei Fonds, sogenannte Performance-Fees, sind umstrittener denn je. Was Verbraucher wissen sollten.
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Geldregen ohne faire Gegenleistung? Kritiker beschuldigen die großen Fondsgesellschaften, die Performance-Fee sei ein reines Zusatzgeschäft.

Geldregen ohne faire Gegenleistung? Kritiker beschuldigen die großen Fondsgesellschaften, die Performance-Fee sei ein reines Zusatzgeschäft.

DüsseldorfAusgabeaufschlag, Verwaltungsgebühr, Depotkosten: Wenn es um Fondsgebühren geht, sind Anleger so manches gewöhnt. Dass Fondsgesellschaften jedoch neben den bekannten Gebühren zusätzlich noch Erfolgsprämien verlangen können – auch dann, wenn Fonds sich negativ, aber besser als der Vergleichsindex entwickelt haben – das dürften wohl die wenigsten gewusst haben.

Rund 600 Publikumsfonds in Deutschland mit etwa 1,1 Milliarden verwaltetem Vermögen haben laut Angaben des Branchenverbands BVI mittlerweile eine sogenannte „Performance-Fee“ in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgeschrieben. Die Erfolgsgebühr ist immer dann zu zahlen, wenn der Fonds einen vorher definierten Vergleichsindex (Benchmark) schlägt.

Verbraucherschützer kritisieren allerdings scharf, dass manche Fondsgesellschaften die Gebühr auch bei einer negativen Entwicklung berechnen – eben dann, wenn die Benchmark noch schlechter gelaufen ist. Und dies ist nur einer ihrer Kritikpunkte an den seit Sommer geltenden, schärferen, Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Annabel Oelmann, Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mahnt beispielsweise auch an, dass Fonds nach fünf Jahren, in denen sie relativ zum Vergleichsindex schlechter abgeschnitten haben und keine Erfolgsprämie einstreichen konnten, wieder auf Anfang gestellt werden.

Will heißen: Ein Fonds, der im sechsen Jahr den Index schlägt, kann die Erfolgsprämie kassieren, ohne, dass er den Misserfolg der vergangenen halben Dekade noch aufholen muss. „Der Verlustvortrag sollte nicht auf fünf Jahre begrenzt werden“, benennt Oelmann den regulatorischen Nachholbedarf.

Verbraucherzentrale will klagen
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6 Kommentare zu "Fondsgebühren: Money for nothing?"

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  • Schauen Sie mal in den letzten Jahresbericht.

    Das Fondsmanagement hat sich mehrere Millionen als Honorar ausgezahlt, obwohl der Fonds noch nicht mal den MSCI World Index bzw. einen ETF darauf geschlagen hat.

    Wenn Sie die Sportwagen und Oldtimer der Fondsmanager zahlen wollen, dann bitte.

  • Was haben Sie gegen den a0m430?

    Ich bin überzeugt von deren Ansatz und bisher zufriedener Anleger in dem Fonds.

  • Die meisten Fonds sind eher Roulette als Kluge-Köpfe-Dahinter. Heute gut, morgen Versager.
    a0m430 sollte eine Lehre sein, daß alles seine Zeit hat. Wer sich etwas auskennt, geht auf ETFs. Wer sich besser auskennt, auf Einzelwerte. Alle anderen sollten mangels Kenntnis nicht gerade auf Fonds setzen. Da hat man immer zwei Risiken: deren Köpfe und deren Auswahl.

  • Einige Fonds nehmen eine Performancegebühr, wenn Sie eine bestimmte Rendite übersteigen, z.B. 8% p.a.

    Damit habe ich überhaupt kein Problem.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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