Geschlossene Fonds Olympia-Stars bringen Tausende Anleger um ihr Erspartes

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Heute stehen Borrmann und Gerull bei den Fonds aus der Frankonia-Familie nicht mehr in der ersten Reihe. Im Jahr 2004 trennten sich ihre Wege: Gerull behielt die Frankonia-Fonds, die später in Deltoton umbenannt wurden. Borrmann übernahm die Verwaltungsgesellschaft der Fonds CSA 4 und CSA 5, bis er sie 2009 an Cvetkovic verkaufte, der auch mit anderen Fonds am Graumarkt aktiv ist.

Gerulls Deltoton hat ihren Sitz heute im fränkischen Dettelbach in einem Gewerbegebiet. Am Seiteneingang eines 3-D-Kinos sind mit Tesafilm einige Firmennamen aufgeklebt, auch der der Deltoton. Nach einem Gespräch zu fragen hat aber keinen Sinn. Detaillierte schriftliche Anfragen ließen sowohl die Deltoton als auch Gerull unbeantwortet. Stephan Kaufhold, Ko-Geschäftsführer der Deltoton, teilt per E-Mail mit: "Wie Ihnen wahrscheinlich bekannt sein wird, emittieren wir seit acht Jahren nicht mehr und sind insofern nicht mehr am Markt aktiv. Wir haben daher kein Interesse daran, an Ihrem Bericht mitzuwirken." Cvetkovic teilte für die CSA-Fonds mit, die Stornoquoten seitens der Anleger seien seit einigen Monaten "vernachlässigbar klein". Vielmehr kündige sein Fonds den Anlegern meistens selbst, weil sie etwa Raten nicht zahlten. Die CSA-Fonds hätten "in den letzten Monaten" eine "positive Geschäftsentwicklung". Ob das reicht, die Verluste aus der Vergangenheit auszugleichen, bleibt offen.

An der Geschäftsadresse der CSA-Fonds in Würzburg findet man ein Gebäude, das mehr nach Zweifamilienhaus als nach Finanzzentrum aussieht. Vor einigen Wochen lagen am Nachmittag noch die Zeitungen vom Morgen im Briefkasten. Das Haus liegt nur einen Steinwurf von einer Stelle entfernt, die die Würzburger unter einem besonderen Namen kennen. Sie heißt "Zum letzten Hieb".

* Name von der Redaktion geändert

** Zahlen zur Anonymisierung gerundet


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5 Kommentare zu "Geschlossene Fonds: Olympia-Stars bringen Tausende Anleger um ihr Erspartes"

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  • Jeder Handwerksbetrieb braucht einen Meister, der das Geschäft führt und gute Arbeit leistet..
    In der Finanzindustrie kann jeder Dödel anfangen. Hauptsache er kann Leute beschwatzen-von etwas überzeugen und schlau daher reden, wovon er selber keine Ahnung hat.
    Wieso laufen die Menschen- die normalen Anleger immer wieder diesen Rattenfängern und Laien hinterher?
    Erst wenn sie alles verloren haben, fangen sie an zu denken. Man könnte ja vielleicht auch erst mal mit einem kleine Betrag testen, was die wert sind.
    Der ganze Finanzmarkt mutiert zur Mafiagesellschaft.
    Die Seriösen leiden darunter, weil die Trittbrettfahrer überall präsent sind und einen Reinfall nach dem anderen liefern..
    Die Geldgier -gepaart mit Dummheit- hat die Masse erreicht, da gibt es wohl noch viel zu holen für die Gangster.

  • Was regt ihr Euch auf, das viele Geld ist doch noch da!! Nur eben in anderen Händen.
    So ist gerade der Würzburger Betrüger Ulrich M. nach 4 Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden - und nach München gezogen, eben in die Nähe seines Freundes Elmar Borrmann. Nach eigenem Vernehmen hat er mit eben diesem eine sensationelle Geschäftsbeziehung aufgebaut. Und siehe da nach nur einem Jahr fährt der Grosspleitier (Hinterlassenschaft von zweistelligen Millionenbeträgen bei Würzburger Banken, Ärzten und Unternehmern) schon wieder Ferrari. Das Kennzeichen trägt natürlich seine Initialen und die Nummer 599 zeigt den Fahrzeugtyp.

    Spannend ist, dass der Bruder des feinen Herrn seit Jahren die CSA als Anwalt vertritt und und Kleinanleger einschüchtert und mit miesen Vergleichen abspeist....

    Aber schön ist, dass wenigstens die Autoindustrie noch was von unserem Geld hat.
    Eine feine Olympische Gesellschaft........

  • Ich bin immer wieder verwundert, wie diese Menschen, die über Jahre jeden Tag dafür arbeiten, solch ein System am Laufen zu halten, mit ihrem Leben zurechtkommen. Nicht nur die Macher, auch die Sekretär/in und andere Angestellte. Was erzählen die ihren Familien? Schläft es sich gut? Nichts aber auch nichts ist interessant daran, Geschäftssitze im Provinzgewerbegebiet.. da ist selbst die Mittagspause deprimierend.
    Selbst wenn es Geld abwirft.. diese Arbeit ist unheimlich langweilig und dazu noch erzeugt sie soviel Unzufriedenheit, Not und Ärger bei anderen Menschen. Wie halten diese Leute ein solch erbärmliches Leben aus?

  • Spitzensportler und Geldanlage? Boris Becker hat auch mal ganzseitig für Dubai Immobilienfonds geworben, bevor dann 2008 alles den Bach runterging. Wie soll jemand, der jahrelang Spitzensport betreibt, Zeit und Gelegenheit haben, auch etwas über Geldanlage zu lernen, was über ein Sparbuch hinausgeht?

  • Anlegerschutz ist ein sehr, sehr mühsames Geschäft! Kaum hören oder lesen Menschen irgendwo das Wort Rendite, brennen alle Sicherungen durch. Und dann dieser unbegreifliche Geiz: Wenn sie einen Fön im Wert von 59 Euro kaufen wollen, geben sie ohne zu zögern 10 Euro für die Zeitschrift der "Stiftung Warentest" aus. Aber bei einer Kapitalanlage von 20 oder gar 100.000 Euro mal (kostenpflichtig) einen Fachman fragen? Nein, bewahre - erstens bin ich ja slbst ein Cleverle und zweitens habe ich doch diesen wahnsinnig netten "Berater" von der Kloppertruppe gefragt, und der hat auch gaaanz seriös geguckt... Gier frisst Hirn, ganz einfach.

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