Griechische Schuldenkrise Hedgefonds fordern Rendite als Menschenrecht

Griechenland verhandelt mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt. Doch gerade die Hedgefonds wehren sich, Verluste hinzunehmen. Laut eines Medienberichts erwägen sie gar den Zug vor den Gerichtshof für Menschenrechte.
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Der Parthenon auf der Akropolis in Athen: Der Zank um den Schuldenschnitt könnte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weitergeführt werden. Quelle: dpa

Der Parthenon auf der Akropolis in Athen: Der Zank um den Schuldenschnitt könnte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weitergeführt werden.

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BerlinFür Hedgefonds zählt die Rendite. Und wenn diese wie im Fall Griechenland in Gefahr ist, greifen sie offenbar zu allen möglichen Mitteln. So planen die Fonds laut eines Berichts der „New York Times“ vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen, falls sie im Falle eines Schuldenschnitts gezwungen werden sollten, Verluste bei ihren griechischen Anleihen hinzunehmen. Rechtsexperten räumen ihnen durchaus Chancen ein, Griechenland erfolgreich verklagen zu können. Denn die Anleger könnten die Verluste als Verletzung ihres Rechts auf Eigentum geltend machen - und das gilt in Europa als ein Menschenrecht.

Griechenland muss eine Übereinkunft mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt erreichen, damit weitere Mittel aus den europäischen Rettungsfonds fließen können. Auf mindestens 50 Prozent der Gelder, die Griechenland den Banken, Versicherungen und Fonds schuldet, sollen diese verzichten. Das würde Griechenland um rund 100 Milliarden Euro entlasten.

Der Schuldenschnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch zustande kommen. Zuletzt haben aber viele Hedgefonds bei griechischen Anleihen zugeschlagen. Sie hielten inzwischen einen großen Teil der Papiere, auf die es bei dem geplanten Anleihetausch ankomme, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen kürzlich Reuters. Details zur Gläubigerbeteiligung will der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos bis Freitag geklärt haben.

Doch die Gespräche mit dem Bankenverband IIF gestalten sich schwierig. Knackpunkt sind derzeit wohl die Zinsen, die das Land für die neuen Anleihen zahlen soll. Den Kreditgebern schwebt dem Vernehmen nach ein Zins von mindestens vier Prozent vor.

Wer blinzelt, der hat verloren
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8 Kommentare zu "Griechische Schuldenkrise: Hedgefonds fordern Rendite als Menschenrecht"

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  • Verschuldung+Kreditvergabe entstehen aus dem Zusammenwirken von Gläubiger+Schuldner.
    Das marktwirtschaftliche Regelventil der Kreditvergabe dabei ist nicht der Edelmut der Schuldner, sondern das Ausfallrisiko für Geldverleiher. Die resultierenden hohen Risikoprämien verteuern den Kredit für dubiose Schuldner + verderben so deren Appetit auf Verschuldung. Es ist heilsam+gewollt, dass sich die Kreditkosten für dubiose Schuldner erhöhen, um diese so zu eigener Leistung oder Verzicht zu zwingen... In Griechenland eskalierte die Verschuldung, weil Geldverleiher+ Schuldner grinsend einen Bail-Out-Pakt zu Lasten Dritter eingegangen sind: Unbeteiligte EU-Bürger sollten das Ausfallrisiko tragen. Bei diesem Konzept expldiert Verschuldung, weil Geldverleiher+Schuldner ein gleichgerichtetes Interesse an hohen Schuldenvolunina haben... Gipfel dieser unmarktwirtschaftlichen Perversion ist es, dass Geldverleiher selbstzutragende Forderungsausfälle zur "aufgezwungenen Beteiligung" umlügen.
    Tatsächlich enteignet werden die entmündigten Bürger der Zahlstaaten, die unbedachte Geldverleiher vor Forderungsausfällen bewahren sollen....

  • Na wenn das so ist, dann nix wie morgen mit Anwalt zu Lottogeschäft oder Spielhölle.... - und diese auf ein "Menschenrecht auf Rendite" verklagen, selbstverständlich ohne so 'n Tüdelkram wie Kleingedrucktes zu berücksichtigen, wie z.B. in diesem Falle die "Allgemeinen Geschäftsbedingungen", nach denen die Anleihen lt. griechischem Recht begeben worden sind...!

    Auch um das Leiden der Griechen und so manch anderer Völker zumindest ein wenig abzukürzen, empfehle ich den Herrschern über diese final enthemmten Giralgeld-Schattenkonstrukte mit wirtschaftlichem Massenvernichtungspotenzial vor dem EuGH doch lieber das "Menschenrecht auf Kopfschuss" einzuklagen, am besten unter dem Mandat kompetenter und einschlägig erfahrener FDP-Anwälte, die bereits zuvor eindrucksvoll und durchaus erfolgreich das "Menschenrecht auf Hackenschuss" erstritten haben...;-)

    Tja, und Ex-Goldman-Sachs-Mitstreiter Lukas Papademos sitzt jetzt als verzweifelter Chef einer wackeligen Notregierung auf der anderen Seite des Tisches - und er hat nicht zum ersten Mal zu erkennen gegeben, willens und durchaus in der Lage zu sein, den Spieß zu gegebener Zeit auch mal herumzudrehen, was vermutlich bislang die wenigsten auf 'm Strategiezettel haben dürften, übrigens auch hierzulande...

    Diese widerwärtigen, menschenverachtenden Auswüchse einer globalen Finanzwirtschaft, die nicht mehr dem Gemeinwesen dient und jegliche, auch ökonomische, Bodenhaftung verloren hat, muss schnellstens in enge regulative Schranken gewiesen werden - auch um unserer teils bereits akut gefährdeten Demokratien willen...!

  • neuanfang ist gut aber dann hoffentlich ohne EU und Deutschland gruß aus einen (noch) potenten deutschland

  • Ach – Ihr seid alle so toll. Keine 1,5 Stunden ist der Artikel im Netz und schon sind 4 Kommentare da. Uns ist es auch recht, wenn GR endlich pleite ist. Dann gibt es immerhin so was ähnliches wie einen Neuanfang. Der Zustand jetzt ist unerträglich.
    Bei uns steht schon seit Tagen der Sekt kalt.
    Grüße aus GR

  • Eine Pleite Griechenlands wäre die einzige Antwort. Insolvenz. Reset auf 0.
    Und damit 100% Verlust für die Hedgefonds.

    Wenn Geld über Leben steht, wird es pervers.

  • Wie kann man in einem so kurzen Artikel nur so viel Blödsinn schreiben.
    Es dreht sich nur darum, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Gesetze rückwirkend in Kraft gesetzt werden.
    Und auch Zocker der Hedgefonds haben Menschenrechte, selbst der mieseste Kinderschänder.
    Daher---Grundsätzlich:
    Gesetze und deren Änderungen, können immer nur in der Zukunft wirksam werden, niemals rückwirkend.
    Aber so ist es bei allen Regierungen, wenn ihnen das Wasser bis Unterkannte Oberlippe steht, sind Gesetze und Menschenrechte Schall und Rauch.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  • Hoffentlich bleiben die Hedgefunds hart und ziehen die Sache durch. Wenn das Verhalten der Griechen Schule machen würde kauft doch keiner mehr Gilts. Bei der Rendite -50 percent. Wie finanzieren sich dann die Staaten?

  • Im Lissabon Vertrag wird das Recht auf Privateigentum zum Menschenrecht hochgestufft.Der Vertrag ist ratifiziert von allen 27 Länder und ist somit geltendes Recht.Wenn jemand enteignet wird(sprich sein Geld vom Schuldner nicht zurückbekommt) kann man ihn in Europa verklagen.Es wird aber sehr schwierig sein vor dem Gericht.

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