Hedge-Fonds Herbe Verluste für Superinvestor Paulson

Der Star unter den Hedge-Fonds-Managern, John Paulson, hat sich mit dem Euro und Goldaktien verzockt. Das bescherte den Anlegern in seinem Advantage Fonds das zweite Verlustjahr in Folge.
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Hedgefonds-Manager John Paulson Quelle: dpa

Hedgefonds-Manager John Paulson

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New YorkOb John Paulson nun aufatmet? Im Dezember hat der Superinvestor die 2012 erlittenen Verluste seines Advantage Plus Fonds ein wenig eingegrenzt - durch einen Gewinn von 4,5 Prozent im Dezember. Dies berichtete eine Person, die seine Zahlen kennt.

Dennoch bleiben herbe Verluste für seine Anleger.

Noch immer kommt der Fonds für das Gesamtjahr auf ein Minus von 19 Prozent, heißt es in Branchenkreisen weiter. Der Fonds wettete im vergangenen Jahr vor allem gegen die Europäische Einheitswährung und setzte auf Goldaktien. Beides klappte nicht

In diesen Fällen ging die Strategie des Advantage Plus nicht auf. Dieser Fonds versucht von Sondersituationen an den Finanzmärkten zu profitieren, etwa Übernahmen und Konkursen. Er steigert mit Fremdkapital die Renditen, was aber auch das Verlustrisiko erhöht.

Die zehn prominentesten „Verzocker“ der Welt
File photo of President and Portfolio Manager of Paulson & Co. John Paulson speaking during the Sohn Investment Conference in New York
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Hedgefonds-Manager John Pauson wettet wieder auf Gold. Im laufenden Jahr verteuerte sich das Edelmetall um acht Prozent.

NICK LEESON ARRIVES AT WATFORD MAGISTRATES COURTS
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Nick Leeson sorgte für die wohl größte Fehlspekulation der 90er-Jahre, als er für die singapurische Außenstelle der traditionellen britischen Barings Bank als Chefhändler arbeitete. Die Verluste seiner Trades, die er auf ein geheimes und nicht kontrolliertes Konto verbuchte, summierten sich auf 825 Millionen Pfund – bis die Barings Bank zusammenbrach. Später wurde Leeson zu sechseinhalb Jahren Gefängnis wegen Urkundenfälschung, Untreue und Betrug verurteilt.

Börsenhändler Kerviel schreibt über Milliardenverlust
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Der Aktienhändler Jérôme Kerviel brachte seinen Arbeitgeber, die französische Bank Société Générale, mit hochriskanten Aktiengeschäften um fünf Milliarden Euro. Dafür, dass er bei seinen Trades regelmäßig Handelslimits überschreiten konnte, wurde allerdings auch die Bank selber verantwortlich gemacht. Kerviel wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, ging aber in Berufung. Das Urteil wird für Oktober erwartet.

UBS trader Adoboli arrives at City of London Magistrates Court in London
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Gegen Kerviels fünf Milliarden nimmt sich der Verlust, den Kweku Adoboli der Schweizer Großbank UBS im Jahr 2011 eingebracht hat, fast mickrig aus: 2,3 Milliarden Dollar sollen seine Handelsgeschäfte die UBS gekostet haben. In dem Prozess gegen ihn, der dieser Tage beginnt, plädiert Adoboli auf nicht schuldig.

Dimon Congress
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Auch bei der US-Bank JP Morgan Chase verspekulierte man sich im großen Stil. Im Frühling dieses Jahres informierte Konzernchef Jamie Dimon die JP-Morgan-Aktionäre persönlich, dass sein Institut im Monat zuvor rund zwei Milliarden Dollar bei spekulativen Finanzwetten verloren hatte. Dimon räumte dabei „ungeheuerliche Fehler und Schlampereien“ ein.

File photo of Investor Carl Icahn speaking at the Wall Street Journal Deals & Deal Makers conference, held at the New York Stock Exchange
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Carl Icahn, berühmt-berüchtigter Corporate Raider, lag in den vergangenen Jahren mehrfach daneben. Icahn verlor etwa mit seinem Engagement beim Internetpionier Yahoo ordentlich Geld: Die 12,7 Millionen Yahoo-Papiere, die er ein Jahr zuvor für rund 25 Dollar pro Aktie gekauft hatte, veräußerte er im Herbst 2009 für unter 15 Dollar das Stück.

George Soros
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Sogar Investorenlegenden sind vor Irrtümern nicht gefeit. George Soros, der Anfang der 1990er-Jahre mit seiner Wette gegen das Pfund Sterling einen Milliardengewinn erzielt hatte, verzockte sich 2008 mit Papieren der späteren Pleitebank Lehman: Wenige Monate vor deren Zusammenbruch hatte Soros auf ihre Rettung gewettet und dazu knapp zehn Millionen Lehman-Aktien angehäuft – die kurze Zeit später wertlos waren.

Alle Paulson-Fonds hätten im Dezember zugelegt - mit Ausnahme seiner Goldfonds, berichtete die Person. Die Hedge-Fonds-Gesellschaft verwaltet 19 Milliarden Dollar. Der Gold-Fonds, der auf Derivate und andere goldbasierte Investments setzen kann, sackte im vergangenen Monat um 5,1 Prozent ab. Für 2012 kommt er auf ein Minus von 25 Prozent, heißt es in den Branchenkreisen.

Mit seinen anderen Strategien - den Kredit-, Fusionsarbitrage-und Erholungsfonds - legte Paulson im vergangenen Jahr zu. Er wurde 2007 zum Milliardär und zum Star unter den Hedge-Fonds-Managern, weil er gegen den amerikanischen Hypothekenmarkt wettete.

Das sinnvolle Sterben der Hedge-Fonds

Der Advantage-Fonds von Paulson, der eine ähnliche Strategie wie der Advantage Plus verfolgt, zog im Dezember um 3,3 Prozent an und büßte im vergangenen Jahr 14 Prozent ein, wie es weiter heißt.

Paulson vollzieht Strategie-Schwenk
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6 Kommentare zu "Hedge-Fonds: Herbe Verluste für Superinvestor Paulson"

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  • Paulson ist oft auffällig zu früh dran.

  • Wird Zeit, dass das Handelsblatt mal die Schwarzmaler der letzten 2 Jahre vorführt, nachdem ja das Handelsblatt nebst einigen anderen Zeitungen und Magazinen täglich den Untergang des Euros prophezeit hat (wie gehts eigentlich dem Sorros?) und die Garde unserer Super-Redakteure und Experten (Sinn, Henkel etc) offenbar voll daneben lagen. Wie man inzwischen sehen kann, lag Draghi wohl richtig und die Creme de la Creme der deutschen Wichtig-Experten voll daneben. Merke: "Unbegrenzte Haftung" ist in der psychologischen Realität viel billiger als die "begrenzte Haftung" der Mimosen.

  • Der einzigste Unterschied zwischen Paulson und mir sind ein paar Millionen Gehalt und Boni.

  • Bei Rhoen-Klinikum hatte er ja auch kein goldenes Händchen.

  • Von den opportunistischen Schwarzmalern gibt es genug, in Ihrem Blatt sind sehr viele zu Wort gekommen. Ich würde denen von Herzen gönnen, wenn sie sich alle beschämen würden. Schadenfreude ist eine der schönsten Freuden!

  • So ist das mit der krankhaften Gier und wenn man zu laut ins mediale Posthorn alle Erfolge heraus posaunt, ist die beste Zeit bereits gelaufen. Auch im führenden Hedgefonds-Segment scheint die Intelligenzia noch nicht die Gier besiegt zu haben. Die Neiderrepublik stöht: "wohltuend".

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