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Hedgefonds-Gehälter John Cryan müsste dafür 420 Jahre arbeiten

Der Deutsche-Bank-Chef erhielt für vergangenes Jahr 3,8 Millionen Euro. Peanuts im Vergleich zur Bezahlung von Hedgefonds-Managern. Dabei ist deren Verdienst auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen.
2 Kommentare
3,8 Millionen Euro hat der Vorstandschef der Deutschen Bank 2016 erhalten. Im Vergleich zur Bezahlung von Hedgefonds-Managern eine vergleichsweise lächerlich geringe Summe. Quelle: AP
John Cryan

3,8 Millionen Euro hat der Vorstandschef der Deutschen Bank 2016 erhalten. Im Vergleich zur Bezahlung von Hedgefonds-Managern eine vergleichsweise lächerlich geringe Summe.

(Foto: AP)

James Simons ist der lebende Beweis, dass es sich durchaus lohnen kann, im Schulunterricht beim Rechnen genau aufzupassen. Der 79-Jährige Mathematiker verdiente im abgelaufenen Jahr als Chef seines nach mathematischen Modellen vorgehenden Hedgefonds Renaissance Technologies satte 1,6 Milliarden Dollar – und damit mehr als jeder andere Hedgefondsmanager auf der Welt.

Zum Vergleich: John Cryan, Vorstandschef der Deutschen Bank, hat im abgelaufenen Jahr ein Gehalt ihn Höhe von 3,8 Millionen Euro erhalten. Um auf die Summe von Simons zu kommen, müsste der Brite bei gleichbleibendem Gehalt mehr als 420 Jahre arbeiten. Seine 3,8 Millionen Euro entsprechen dem 35-Fachen des Durchschnittsgehalts bei der größten deutschen Bank. 

Doch Simons, der mit seinem Fonds Magellan zwischen Ende der 80er und dem Jahr 2010 eine jährliche durchschnittliche Performance von 45 Prozent erzielte, ist eine krasse Ausnahme unter den Spitzenverdienern seiner Branche. Viele Konkurrenten mussten sich mit deutlich weniger begnügen, wie aus einer diese Woche vorlegten Aufstellung des US-Branchenblattes Institutional Investor's Alpha hervorgeht.

Die Top-Verdiener unter den Hedgefonds-Stars
Platz 10: Israel Englander
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2016 war kein gutes Jahr für Hedgefonds-Manager. Die 25 bestverdienenden erwirtschafteten insgesamt elf Milliarden US-Dollar. Das klingt zwar viel, ist aber der schlechteste Gesamtverdienst seit 2005. Unter die Top Ten der Bestverdienenden schaffte es Israel (Izzy) Englander. Sein Business „Millennium Management“ startete er 1989 mit 35 Millionen Dollar Kapital. Im vergangenen Jahr verdiente er 410 Millionen US-Dollar.

Quelle: Institutional Investor's Alpha Magazine

(Foto: Bloomberg)
Platz 9: David Shaw
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Knapp über dem von Israel Englander liegt der Verdienst des amerikanischen Investors David Shaw. Er erhielt im vergangenen Jahr 415 Millionen US-Dollar. Im Gesamtvergleich erscheint er trotzdem wie ein kleiner Fisch. Andere Hedgefonds-Manager haben 2016 mehr als das Doppelte verdient.

(Foto: PR)
Platz 8: Michael Hintze
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Der britisch-australische Geschäftsmann Michael Hintze gründete 1999 die Asset Management Firma CQS. Mittlerweile gehört er zu den bestverdienenden Hedgefonds-Managern weltweit. 2016 strich er satte 450 Millionen US-Dollar Salär ein.

(Foto: Reuters)
Platz 7: Paul Singer
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Das Vermögen von Paul Singer wird aktuell auf rund 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. 1977 gründete er mit 1,3 Millionen Dollar Elliott Management Corporation. Der Hedgefonds gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten der USA und hat seit seiner Gründung nur in zwei Jahren Geld verloren. Im Jahr 2016 verdiente Singer 590 Millionen Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 6: Kenneth Griffin
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Der 48-jährige Multimilliardär gehört zu den reichsten Hedgefonds-Managern der Welt. Allein im vergangenen Jahr verdiente er 600 Millionen US-Dollar. Kenneth Griffin gründete das Hedgefonds-Unternehmen Citadel und ist dessen Vorsitzender. Außerdem ist er ein begeisterter Kunstsammler und kaufte 2016 für 200 Millionen Dollar ein Bild von Jackson Pollock und für 300 Millionen Dollar eines von Willem de Kooning.

(Foto: Reuters)
Platz 5: David Tepper
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Der Gründer und Präsident von Appaloosa Management kommt für 2016 auf einen Jahresverdienst von 700 Millionen US-Dollar. 2009 war David Tepper sogar der bestverdienende Hedgefonds-Manager aller Zeiten. Damals kassierte er vier Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 3 und 4: John Overdeck und David Siegel
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John Overdeck und David Siegel sind zwei der Gründer von Two Sigma Investments. Der Hedgefonds nutzt für seine Strategien unter anderem künstliche Intelligenz. Overdeck und Siegel haben im vergangenen Jahr jeweils 750 Millionen Dollar verdient.

(Foto: KNA)

Schwacher Zahltag für die Milliardenmänner. Die Super-Investoren mussten im abgelaufenen Jahr mit dem kleinsten Gehalts- und Bonusscheck leben seit dem Jahr 2005, wie aus dem Ranking des Magazins hervorgeht. Das hat einen trifftigen Grund: Viele Fonds haben sich zuletzt deutlich schlechter als erhofft entwickelt.

So kamen die Finanzmanager 2016 im Schnitt nur auf eine Rendite von durchschnittlich 5,6 Prozent, wie am HFRI-Fund-Weighted-Composite-Index abzulesen ist, dem Maßstab für die Hedgefonds. Selbst wer in den Dax investierte, lag besser und erzielte ein Plus von 6,9 Prozent.

Für hochbezahlten Superstars der Finanzszene ist das ein mageres Ergebnis. Dabei galten sie über Jahrzehnte als die Rockstars der Finanzcommunity und haben inzwischen nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Preqin insgesamt 3,2 Billionen Dollar eingesammelt, die sie verwalten. So sind viele Pensionsfonds, Versicherungen und Stiftungen bis heute auf gute Hedgefonds-Renditen angewiesen, da sie mit den früher favorisierten Anleihen durch die Nullzinspolitik der Notenbanken kaum noch etwas verdienen.

Finance Briefing
Zweistellige Renditen gehören der Vergangenheit an
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2 Kommentare zu "Hedgefonds-Gehälter: John Cryan müsste dafür 420 Jahre arbeiten"

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  • Geschätzte Frau Kah,

    da ist der Kleinanleger doch selber schuld.
    Ich bin kein Kleinanleger, ich bin ein Garkeinanleger, und das ist gut so.

  • Sehr geehrter Herr Herz,

    wer ein klein wenig Grips hat müßte eigentlich darauf kommen, dass die mageren Renditen der Hedgefonds auf das Absahnen der Anleger zurückgeht. Völlig überzogene Gebühren und himmelhohe Gehälter der Angestellten, ist das der Traum der Anleger?

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