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Hedgefonds schlechter als ihr Ruf Ungebremster Zufluss

Anleger stecken wegen der Niedrigzinsen besonders viel Geld in Hedgefonds. Doch die Bilanz der Vermögensverwalter ist mehr als dürftig, wie eine Studie belegt. Die Deutsche Bank glaubt dennoch an ein Wachstum der Branche.
Der New Yorker Stadtteil ist der Sitz vieler großer Hedgefonds. Quelle: AFP
Blick auf Manhattan

Der New Yorker Stadtteil ist der Sitz vieler großer Hedgefonds.

(Foto: AFP)

FrankfurtDer Chef des Versicherungskonzerns AIG in New York sagt es deutlich: „Wir haben schlechte Erfahrungen mit Hedgefonds gemacht“, so beklagte sich Peter Hancock kürzlich. Er plant, das Engagement bei rund hundert Hedgefonds zu halbieren, die für ihn derzeit noch elf Milliarden Dollar verwalten.

Tatsächlich ist die Bilanz von Hedgefonds dürftig. Sie versprechen ihren professionellen Kunden wie Versicherungen und Pensionskassen eigentlich Renditen jenseits des Marktdurchschnitts. Im vergangenen Jahr machten Hedgefonds aber im Branchenmittel mehr als drei Prozent Verlust. Und dennoch wollen nur wenige Investoren den Anlagevehikeln den Rücken kehren, die je nach Ausrichtung in alles von Aktien über Anleihen bis zu Derivaten investieren. Eine Umfrage der Deutschen Bank unter 500 Investoren, die insgesamt mehr als 1,8 Billionen Euro verwalten, zeigt: 41 Prozent der Anleger planen, in diesem Jahr mehr Geld in die unregulierten Fonds zu stecken. Die Auswertung liegt dem Handelsblatt vor.

Auf der Suche nach lukrativen Alternativen

„Das Wachstum der großen Hedgefonds wird ungebremst weitergehen“, sagt Anita Nemes, die bei der Deutschen Bank die „Hedge Fund Capital Group“ leitet. Denn auch wenn viele Kunden mit der Ertragsentwicklung im vergangenen Jahr nicht zufrieden sind: Angesichts niedriger, teils negativer Leitzinsen, ist es schwierig, etwa mit Staatsanleihen auskömmliche Renditen zu erzielen – und mit Aktien ebenfalls. Beim Dax etwa liegt das Minus in diesem Jahr bei zwölf Prozent.

Zum Vergleich: Der Barclays Hedge Fund Index hat im Januar vergleichbar geringe 2,83 Prozent verloren. Gerade in „turbulenten Zeiten an der Börse hat das Interesse deutlich zugenommen“, bemerkt Werner Goricki, Vorstand beim Dach-Hedgefonds Prime Capital. Angesichts der Ertragsziele müssten viele Großanleger heute aus traditionellen Anlageformen wie Anleihen aussteigen und Alternativen suchen, die mehr abwerfen.

Selbst der Nimbus, dass Hedgefonds als „Schattenbanken“ zu neuen Risiken des Weltfinanzsystems beitragen, scheint verflogen. „Die bösen, spekulativen Schattenbanken sind auf einmal willkommene Investoren, weil sie der Sicherheit des Banksystems dienen“, sagte Felix Hufeld, Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin zur „Süddeutschen Zeitung“. Schließlich hätten wenig regulierte Fonds etwa recht riskante Bankanleihen gekauft und damit diese Branche sogar gestärkt.

Welche Hedgefonds gefragt sind

Viele Anleger bleiben Hedgefonds treu, weil sie nicht an eine Wiederholung der relativ schwachen Leistung im Vorjahr glauben. Nach der Umfrage der Deutschen Bank rechnen Investoren für 2016 im Schnitt mit einer Performance der Hedgefonds von stattlichen 7,5 Prozent. Damit lägen sie voll im Trend: „Auf Sicht von 20 Jahren schaffen Hedgefonds im Schnitt eine Rendite von 7,8 Prozent, Aktien kommen auf 6,5 Prozent“, betont David Saunders, Gründungspartner beim Dach-Hedgefonds von Franklin Templeton, K2 Advisors.

Ein solches Plus schaffen bei weitem nicht alle der Spezialfonds. Doch unter den gesuchten Top-Hedgefonds seien viele für neue Anleger geschlossen, erklärt Nemes. Dazu zählen etwa Citadel, Tudor oder Marshall Wace. Diese stoßen beim Management der Gelder bereits heute an ihre Grenzen und verweigern neuen Investoren die Aufnahme. Insbesondere Hedgefonds mit einem Volumen von einer bis fünf Milliarden Dollar seien daher gefragt, sagt Deutsche-Bank-Expertin Nemes: „Das Wachstum der großen Hedgefonds wird ungebremst weitergehen.“

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