Index-Entwickler MSCI Argentinien ist wieder im Schwellenländer-Index und kann auf Milliarden-Investitionen hoffen

Der MSCI stuft Argentinien nach zehn Jahren wieder als Schwellenland ein. Auch Saudi-Arabien gehört nun dazu. Es warten Milliarden an Investitionen.
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Mit der Einführung von Kapitalkontrollen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Kapitalflucht im Jahr 2009 verlor das Land seinen Schwellenland-Status bei MSCI. Quelle: Reuters
Argentinien

Mit der Einführung von Kapitalkontrollen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Kapitalflucht im Jahr 2009 verlor das Land seinen Schwellenland-Status bei MSCI.

(Foto: Reuters)

New YorkNach rund zehn Jahren stuft der Index-Entwickler MSCI Argentinien wieder als „Schwellenland“ ein und nimmt die Südamerikaner ab Mai 2019 wieder in den entsprechenden Index auf. Das teilte MSCI am Mittwoch mit.

Für Argentinien ist das ein wichtiger Schritt. Denn durch die Rückkehr in das von Investoren weltweit beachtete und nachgebildete Börsenbarometer MSCI Emerging Markets (MSCI EM) fließen dem Land Milliarden an indirekten Investitionen zu. Die Schwellenländer-Indizes werden von Portfolios mit einem Volumen von rund 1,7 Billionen Dollar abgebildet.

Mit der Einführung von Kapitalkontrollen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Kapitalflucht im Jahr 2009 verlor Argentinien seinen Schwellenland-Status bei MSCI. Mit marktfreundlichen Reformen versuchte die Regierung in Buenos Aires in den vergangenen Jahren ihr Image wieder aufzupolieren. Nun ist das Land aus der Sicht des Index-Entwicklers offenbar bereit für eine Rückkehr.

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MSCI stützt sich bei seiner Entscheidung insbesondere auf institutionelle Investoren weltweit, die darauf vertrauen, dass Argentinien die aktuellen Bedingungen für den Zugang zum Aktienmarkt künftig gewährleisten wird. Allerdings stellte MSCI klar, dass die Aufnahme in den Schwellenländer-Index auf den Prüfstand gestellt werde, sollte Argentinien seinen Marktzugang wieder beschränken wollen, etwa durch Kapital- oder Devisenkontrollen.

Neben Argentinien steigt auch Saudi-Arabien im nächsten Jahr in den MSCI EM auf. Die Aufnahme der beiden Länder sorgt für eine „Erweiterung der globalen Investmentmöglichkeiten und erlaubt eine größere Diversifizierung im MSCI Emerging Markets, was für Investoren wichtig ist“, sagte Sebastien Lieblich, Managing Director bei MSCI und globaler Leiter des Bereichs Equity Solutions.

Der britische Indexanbieter FTSE Russell hatte bereits im März angekündigt, Saudi-Arabien in seinen Schwellenländer-Index aufzunehmen.

Neben der Aufnahme in den MSCI EM gab es für Argentinien am Mittwoch noch eine weitere gute Nachricht: Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährte dem Land die angekündigte Finanzhilfe von bis zu 50 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro).

Eine erste Kredittranche von 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) stehe der argentinischen Regierung sofort zur Verfügung, teilte der IWF mit. Die Regierung von Präsident Mauricio Macri verpflichte sich im Gegenzug, das Haushaltsdefizit schneller abzubauen und die hohe Inflation zu senken. Die Kreditvereinbarung hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Mit Material von Reuters und dpa

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