Indexfonds auf Industriemetalle Ein neuer Turbo für die Rohstoffpreise

Börsengehandelte Indexfonds auf Industriemetalle sind in Planung. Anleger können an der Entwicklung der Märkte teilhaben. Der Kupfermarkt weist bereits ein leichtes Defizit auf. Mit den neuen Papieren wird sich der Mangel vergrößern, die Preise steigen.
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Rollen mit Kupferdraht: Auch für Anleger könnte das Metall interessant werden. Quelle: dpa

Rollen mit Kupferdraht: Auch für Anleger könnte das Metall interessant werden.

(Foto: dpa)



DÜSSELDORF. Der Markt der Industriemetalle steht vor einem Wandel. Gleich mehrere Institute planen neue Papiere auf Kupfer und Aluminium, mit denen sich Anleger an der Entwicklung auf diesen Märkten beteiligen können.

Börsengehandelte Rohstofffonds auf Industriemetalle – sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs) – sind schon länger in Planung. Doch nun wird es ernst. Als erste hat die US-Bank JP Morgan vor wenigen Tagen die Unterlagen für einen Kupfer-ETC bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das wird den Markt verändern. „Es kommt eine neue Nachfragekomponente hinzu“, sagt Gabor Vogel, Rohstoffexperte der DZ Bank. Denn für die neuen Papiere muss physisch Kupfer in Lagerhäusern hinterlegt werden. Dem Markt wird also tatsächlich Metall entzogen – die Industrie muss mit höheren Preisen rechnen.

Die Preise werden steigen

Der DZ-Experte erwartet, dass dem Markt zunächst 60 000 Tonnen Kupfer entzogen werden. Zum Vergleich: In den Lagerhäusern der Londoner Metallbörse (LME) befinden sich aktuell knapp 370 000 Tonnen. Am Markt wird aber bereits darüber diskutiert, dass auch andere Institute mit ETCs auf den Markt drängen werden. Laut Vogel könnte sich die hinterlegte Kupfermenge dann schnell auf 180 000 bis 250 000 Tonnen ausweiten. Dies entspräche einem Gegenwert von 1,5 Mrd. bis gut zwei Mrd. Dollar an Anlagegeldern. „Solche Produkte sind bei den Investoren beliebt“, sagt Vogel.

Der Kupfermarkt weist aber bereits heute ein leichtes Defizit auf. Mit den neuen Papieren wird sich der Mangel vergrößern, die Lagerbestände der LME werden schrumpfen, die Preise weiter steigen.

Rohstoffexperte Vogel rechnet aufgrund der ETCs mittelfristig mit einer Verteuerung des Metalls um zehn Prozent. Und Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank schildert: „Gerüchte über Engpässe im kommenden Jahr und die mögliche Einführung von Kupfer-ETC haben dem Metall bereits Auftrieb verschafft.“ Er fügt hinzu: Die Abstände zu den Rekordständen 2006 und 2008 hätten sich deutlich verringert. Allein seit den Tiefstständen im Juni habe der Preis 42 Prozent auf 8 300 Dollar zugelegt.

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