Indexfonds US-Börsenaufsicht nimmt riskante ETFs schärfer unter die Lupe

Die US-Regulierer wollen eindeutigere Standards für ETFs. Neuartige Indexfonds sollen strenger beaufsichtigt, klassische Fonds dagegen entlastet werden.
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Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission verschärft die Regulierung bei riskanten EFTs, sogenannten Exchange Traded Funds. Quelle: Reuters
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Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission verschärft die Regulierung bei riskanten EFTs, sogenannten Exchange Traded Funds.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Börsenaufsicht SEC will bei der Regulierung sogenannter Exchange Traded Funds (ETFs) eindeutigere Standards schaffen. Anbieter klassischer ETFs, die zum Beispiel einen Index oder eine Branche abbilden, sollen entlastet werden und künftig keine separate SEC-Genehmigung mehr benötigen, wenn sie bestimmte Vorgaben einhalten. Das sieht eine neue Regel vor, die die Aufsicht Ende Juni veröffentlicht hat. Die Branche kann sich bis Ende August dazu äußern.

Die Fondsbranche beschwert sich seit Jahren über eine ungleiche Behandlung durch die Börsenaufsicht. So bekommen etablierte Fondshäuser wie Blackrock, Vanguard und State Street, die früh ins Geschäft mit börsennotierten Fonds eingestiegen sind, oft einfacher Genehmigungen als Anbieter, die später hinzugekommen sind.

„Die Spielregeln sollen künftig für alle gleich sein“, erklärte SEC-Chef Jay Clayton. Allerdings fordert die Behörde auch, Informationen über einzelne Wertpapiere der Fonds und über die Marktbreite, den „Bid-Ask-Spread“, offenzulegen, was bei einigen Fonds zu Umstellungen führen wird, wie Dave Nadig vom Branchendienst ETF.com erklärt.

Eine Reihe von Anbietern rund um die Investmentbank Goldman Sachs und die Allianz-Tochter Pimco hatte die SEC schon 2017 zu Lockerungen gedrängt. Gerade bei Bond-ETFs bräuchten Blackrock und Co. mehr Flexibilität bei der Fondszusammenstellung, hieß es damals. Der Markt für börsennotierte Fonds und Schuldverschreibungen, sogenannte Exchange Traded Notes (ETNs), ist seit der Finanzkrise rasant gewachsen. In den USA ist der Markt 3,6 Billionen Dollar schwer, weltweit sind es über fünf Billionen Dollar.

Längst warnen Kritiker, dass eine zu große Dominanz der ETFs den Märkten schaden könne: Wenn niemand mehr aktiv handelt, schläft die Börse ein und kann auch keine Unternehmenswerte mehr abbilden. Die Produkte mit der vergleichsweise geringen Verwaltungsgebühr sind vor allem für Kleinanleger attraktiv. Auch Starinvestor Warren Buffett rät seinen Anhängern regelmäßig dazu, einen großen Teil ihres Vermögens einfach in einen ETF anzulegen, der den Leitindex S&P 500 abbildet.

Stärker hinschauen will die SEC dagegen bei riskanteren Produkten wie ETFs mit Hebelwirkung und sogenannten Short-ETFs, von denen Anleger dann profitieren, wenn die Kurse der unterliegenden Vermögenswerte fallen. Diese Fonds seinen ein „echtes Risiko für amerikanische Familien“, sagte SEC-Gouverneur Robert Jackson. „Ich fürchte, dass viele Investoren erst zu spät herausfinden, wie gefährlich diese Produkte manchmal sein können.“

Risikoarm anlegen: „ETF's sind die richtige Strategie“

Ein ETN der Credit Suisse, der auf ruhige Märkte gesetzt hatte, verlor während der Marktturbulenzen Anfang Februar rapide an Wert und musste liquidiert werden. Das hat die Aufseher hellhörig gemacht. Rund ein Prozent von 3,6 Billionen Dollar sind in den USA in riskanten ETFs investiert. SEC-Gouverneurin Kara Stein fürchtet, dass viele Investoren riskante nicht von klassischen Produkten unterscheiden können.

Wenn Short-ETFs und Fonds mit Hebelwirkung nicht für alle Investoren geeignet seien, „für wen sind sie es dann und unter welchen Umständen?“, gab sie zu bedenken. „Wir müssen uns diesen Fragen noch genauer annehmen.“

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