Interview „Anleihen sind berechenbarer“

Trotz Niedrigzinsphase bieten manche Unternehmen für ihre Anleihen eine ordentliche Rendite – bei gleichzeitig überschaubarem Risiko. Tom Price von Wells Fargo Asset Management erklärt, worauf es bei der Auswahl ankommt.
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Dollar-Noten: „Jeden Monat zahlt der Emittent der Anleihe den vereinbarten Kupon“, sagt Tom Price. Quelle: dpa

Dollar-Noten: „Jeden Monat zahlt der Emittent der Anleihe den vereinbarten Kupon“, sagt Tom Price.

(Foto: dpa)

Mr. Price, die niedrigen Leitzinsen sorgen dafür, dass Bankkredite günstig sind und Unternehmen für Anleihen weniger Zinsen zahlen. Warum setzen Sie dennoch auf Anleihen?
Tom Price: Das ist grundsätzlich richtig und ich rechne in absehbarer Zeit auch nicht damit, dass der Zinssatz für kurzfristige Anleihen steigen wird. Trotzdem können wir mit unserer Strategie eine ordentliche Rendite erzielen. Es kommt nur darauf an, die richtigen Anleihen auszuwählen.

In welche Art von Anleihen investieren Sie genau?
Wir setzen auf kurzzeitige Unternehmensanleihen, die sich knapp unter Investmentniveau befinden, also von der Ratingagentur Standard&Poor’s mit B oder BB bewertet sind. Das bringt einen deutlichen Renditevorteil gegenüber höher bewerteten Anleihen mit ähnlicher Laufzeit.

Tom Price ist Fondsmanager bei Wells Fargo Asset Management.

Tom Price ist Fondsmanager bei Wells Fargo Asset Management.


Welchen Vorteil bringt das?
Je kürzer die Laufzeit, desto überschaubarer ist das Risiko. Wenn ein Unternehmen ein BB-Rating bekommt, kann es damit seine zweijährigen Anleihen genauso bewerben wie die zehnjährigen. Ich würde aber eher zu den zweijährigen greifen – ganz einfach, weil sich in einer kurzen Zeitspanne gewöhnlich nicht so viel an der Substanz des Unternehmens ändert wie in einer längeren.

Ein gewisses Risiko gibt es – besonders angesichts des Ratings – dennoch. Wie gehen Sie bei der Auswahl der Anleihen vor?
Wir suchen nach qualitativ hochwertigen Unternehmen, bei denen wir sicher sind, dass sie das geliehene Kapital zurückzahlen werden. Dafür fokussieren wir stark auf quantitative Analyse. Außerdem setzen wir nur auf US-Firmen, denn wir wollen nicht zusätzlich ein Währungsrisiko eingehen.

Wie oft kommt es vor, dass Ausleihen ausfallen?
Ich bin schon seit elf Jahren mit für diesen Fonds verantwortlich und in dieser Zeit und wir hatten bisher nur ein Mal eine Position, die tatsächlich ausgefallen ist. Da das Portfolio jedoch durch 200 Positionen diversifiziert ist, fällt das kaum ins Gewicht.

„Wir erzielen mit Anleihen eine deutlich niedrigere Volatilität“
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