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Interview „Der deutsche Aktienmarkt ist ein Kauf“

Anleger sollten aktuell ein Investment in deutsche Aktien erwägen. Das sagt Michael Keppler, einer der prominentesten deutschen Fondsmanager. Im Interview spart Keppler nicht mit Kritik: Konjunkturprognosen der Wirtschaftsinstitute seien für Anleger untauglich und manche Fondsmanager berechneten "schamlose Performancegebühren".
Michael Keppler, Inhaber von Keppler Asset Management empfiehlt ein Investment in deutsche Aktien. Quelle: Pressebild

Michael Keppler, Inhaber von Keppler Asset Management empfiehlt ein Investment in deutsche Aktien.

(Foto: Pressebild)

Herr Keppler, viele Anleger richten sich bei ihren Investments nach den Konjunkturprognosen der Wirtschaftsinstitute. Eine weise Entscheidung?

Nein. Anleger werden heute mit Informationen geradezu überschüttet. Dabei wird es immer schwieriger herauszufinden, welche Informationen für Investitionsentscheidungen eigentlich wichtig sind. Der Markt reagiert sehr rasch auf neue Informationen - egal ob sie richtig oder falsch, wichtig oder unwichtig sind. Das bedeutet, dass selbst richtige Konjunkturprognosen für Investitionsentscheidungen nur von begrenztem Wert sind. Darüber hinaus haben wir die Erfahrung gemacht, dass Wirtschaftsprognosen mit so hohen Schätzfehlern behaftet sind, dass man darauf ohnehin keine Investitionsentscheidungen gründen sollte.

Das Statistische Bundesamt meldete in Deutschland überraschend ein Wirtschaftwachstum im zweiten Quartal. Der Dax verlor an den Folgetagen deutlich. Wie lässt sich das erklären?

Die Mehrheit der Marktteilnehmer war offenbar nicht überzeugt, dass das Wachstum in der ermittelten Höhe notwendigerweise zu einem Anstieg der Aktienkurse führen würde. Die kurzfristige Aktienmarktentwicklung wird weitgehend von der Börsenpsychologie bestimmt. Langfristig ist die Ertragsentwicklung der Unternehmen entscheidend. Wirtschaftswachstum und Börsenentwicklung korrelieren nicht sehr eng miteinander. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Die Volkswirtschaften mit dem höchsten Bruttosozialproduktwachstum haben langfristig die niedrigsten Aktienerträge. Demgegenüber geht niedriges Wirtschaftswachstum häufig mit hohen Renditen an den Aktienmärkten einher. Elroy Dimson von der London Business School hat dies in einer mehrere Jahrzehnte umfassenden Studie sehr eindrucksvoll für 53 Aktienmärkte gezeigt. Demnach rentierten die Märkte mit dem niedrigsten Wirtschaftswachstum mit 12 Prozent im Jahresdurchschnitt doppelt so hoch wie die Aktienmärkte mit dem höchsten Wachstum. Da wir heute bis auf weiteres tendenziell mit einem im historischen Vergleich eher niedrigen Wirtschaftswachstum verbunden mit niedrigen Zinsen und Inflation rechnen, erwarten wir gute Erträge am Aktienmarkt.

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