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Interview Feri-Chef für Alternative Investments: „Umsatzbeteiligung bei Hedgefonds lohnt sich“

Marcus Storr ist Chef für Alternative Investments bei Feri. Im Interview spricht er über die Lage der Branche, kleine Hedgefonds und darüber, wie Zusatzrendite zu erzielen ist.
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„Für viele Großanleger ist eine zu kleine Fondsgröße ein Hinderungsgrund.“ Quelle: FERI Trust GmbH
Marcus Storr

„Für viele Großanleger ist eine zu kleine Fondsgröße ein Hinderungsgrund.“

(Foto: FERI Trust GmbH)

Bad Homburg Immer mehr Hedgefonds tummeln sich am Markt. Das macht die Auswahl für Anleger schwieriger. Das gilt auch für Experten wie Marcus Storr vom Investmenthaus Feri.

Herr Storr, angesichts von Dauerniedrigzinsen setzen immer mehr Anleger auf alternative Anlagen wie Hedgefonds. Macht Ihnen das viele Geld, das in diese Anlageklasse fließt das Leben schwer?
Inzwischen haben Investoren über drei Billionen Dollar in Hedgefonds angelegt. Dabei fällt auf, dass die Wertentwicklung der Fonds oft diametral zur Nachfrage nach Hedgefonds steht. Ein Beispiel: Nach der starken Rendite der Hedgefonds im Jahr 2017 stiegen Anfang 2018 auch die Investitionen in Hedgefonds. Danach war ein Renditerückgang zu beobachten dem wiederum ein Mittelabfluss aus Hedgefonds folgte. Der teilweise Rückzug aus Hedgefonds Ende 2018 passierte leider genau vor der starken Wertentwicklung 2019, die, abhängig von der Strategie, bis August 2019 bei bis zu acht Prozent liegt. Einzelne Hedgefonds weisen eine noch viel stärkere Performance auf.

Das heißt?
Es lässt sich ein teilweise negativer Zusammenhang zwischen Investorenstimmung und künftiger Wertentwicklung vermuten.

Wie lassen sich bei knapp 16.000 Hedgefonds die richtigen herauspicken?
Bei drei Billionen Dollar fällt es schwerer, die richtigen Fonds auszuwählen. Das Universum zu umfassen, funktioniert nur, wenn man die entsprechenden Analysekapazitäten zur Verfügung hat. Das gilt umso mehr, als etwa 43 Prozent der in den vergangenen 18 Monaten neu aufgelegten Hedgefonds mit einer Größe von unter 100 Millionen Dollar starteten. Nur acht Prozent lagen bei einem Volumen von einer Milliarde bis fünf Milliarden Dollar.

Können große Geldanleger wie Pensionsfonds überhaupt Geld in diese kleinen Anlagevehikel investieren?
Für viele Großanleger ist eine zu kleine Fondsgröße ein Hinderungsgrund. Nach einer Umfrage von Deutsche Bank Alternative Investment legt etwa die Hälfte aller Investoren wie Stiftungen, Versicherungen, aber auch Vermögensverwalter ihr Geld nicht in Hedgefonds an, die keine 100 Millionen Dollar groß sind. 44 Prozent der Pensionskassen benötigen sogar mindestens ein verwaltetes Fondsvermögen von 500 Millionen Dollar. Das gilt gerade für Asiaten und US-Adressen, die bereits signifikante Volumen in Hedgefonds weltweit investiert haben.

Aber bis Fonds in diese Größenordnung wachsen, dauert es.
Ja, am Anfang investiert der Fondsmanager meist einen großen Anteil seines eigenen Geldes und versucht Erfolge zu erzielen, um damit vermögende Privatpersonen und Family Offices anzuziehen. Danach und mit guter Performance wird oftmals die Schwelle von 100 Millionen Dollar durchbrochen. Es folgen erste Großanleger wie Dachfonds und Vermögensverwalter. Bis dahin sind meist vier bis fünf Jahre vergangen. Wer die Schwelle von einer Milliarde Dollar durchbricht, hat es geschafft. Doch viele Manager erreichen das Ziel nicht.

Lässt sich dieser Lebenszyklus der Hedgefonds für Investoren nutzen, um eine Zusatzrendite zu erzielen?
Wir versuchen das über eine Umsatzbeteiligung an der Management- und Performance-Gebühr bei jungen, kleinen Hedgefonds, die noch wachsen wollen beziehungsweise müssen. Dabei bieten die Kleinen den Vorteil einer besseren Transparenz und klaren Incentivierung. Die Transparenz in der Hedgefondsindustrie ist mittlerweile sehr hoch. Wir bekommen vollen Zugang zu allen Positionen und Portfoliodetails. Die Umsatzbeteiligung hat zudem den Vorteil, vom Marktumfeld unabhängig zu sein.

Lohnt sich das überhaupt?
Natürlich, bei der Umsatzbeteiligung wächst der Ertrag des Investors mit dem verwalteten Vermögen des Fonds. Auch die Anlagelegende Warren Buffett hatte im Alter von 27 Jahren im Jahr 1965 den Hedgefonds Buffett Partnership gegründet, der allerdings vier Jahre später wieder geschlossen wurde. Oder nehmen Sie den Hedgefonds First Eagle von George Soros, dem Mann, der das britische Pfund zum Einknicken brachte. Er gründete seinen Fonds 1967 mit 37 Jahren. Heute liegt das verwaltete Vermögen bei 28 Milliarden Dollar.

Bei wem hätte sich eine Umsatzbeteiligung am meisten gelohnt?
Eindeutig beim weltgrößten Fonds von Ray Dalio. Er hat uns leider nicht angerufen. Der Amerikaner gründete Bridgewater 1975 mit 26 Jahren. Sein Startkapital zur Gründung betrug acht Millionen Dollar. Heute sind es 162,65 Milliarden Dollar. Doch so einen erfolgreichen Manager zu finden und zu begleiten, ist sehr schwer.

Lassen sich sonst noch Vorteile bei einem frühen Einstieg erzielen?
Bei den Gebühren. Die Zeiten wo Hedgefonds eine Management Fee von zwei Prozent bekamen und dazu noch mit 20 Prozent an den erzielten Erträgen beteiligt waren sind definitiv vorbei. Die Gebühren fallen stetig seit über zehn Jahren. Das gilt gerade für die recht jungen Hedgefonds. Hier lassen sich Sonderkonditionen gut vereinbaren, insbesondere, wenn man größere Volumina verwaltet wie die Feri. Wir bezahlen bei unseren Investments inzwischen durchschnittlich eine Managementgebühr von nur noch knapp über einem Prozent.

Mehr: Hedgefonds erzielen so hohe Renditen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Doch Investoren reicht das nicht – die Aktienkurse steigen noch stärker.

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