Interview mit Christoph Bruns „In Krisenzeiten schlafe ich am besten“

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In Europa gibt es interessante Anlagemöglichkeiten als den Dax
Die besten Aktien für 2013

STXE 600 INDEX (PRICE) (EUR)

WKN
ISIN
EU0009658202
Börse
DJSTOXX

+1,08 +0,28%
0,00€
Chart von STXE 600 INDEX (PRICE) (EUR)
Stoxx 600
1 von 11

Schon im vergangenen Jahr haben die Analysten von S&P Capital IQ Equity Research ihre „Power Picks“ gewählt. Das Ergebnis: Die ausgewählten Unternehmen haben den Stoxx 600 (siehe Chart) um 12,2 Prozent auf Basis der Gesamtrendite übertroffen. Bei ihrer Suche untersuchen die Analysten nach eigener Aussage „Schlüsselthemen, die die Performance europäischer Aktien in den kommenden zwölf Monaten beeinflussen werden“ und währen daraus solche, von denen „eine Outperformance im Vergleich zum breiteren Marktumfeld zu erwarten ist.“ Herauskam eine Liste, die Aktien aus den verschiedensten Sektoren beinhaltet.

ASML HOLDING N.V. AANDELEN OP NAAM EO -,09

WKN
ISIN
NL0010273215
Börse
L&S

+1,05 +0,59%
+177,06€
Chart von ASML HOLDING N.V. AANDELEN OP NAAM EO -,09
ASML
2 von 11

Zu einem der aussichtsreichsten Titel gehört für die Analysten von S&P Research der Chipzulieferer ASML. Hierzulande ist das niederländische Unternehmen vielleicht nicht allzu bekannt, auf seinem Gebiet aber Weltmarktführer und beliefert gut vier Fünftel aller Halbleiterhersteller. In Zukunft, das prophezeien die Experten, wird die Nachfrage nach Smartphones und Tablets steigen, wovon auch der Zulieferer profitieren sollte. Die Aktie hat seit Beginn des Jahres einen Sprung nach oben gemacht, zuvor - im zweiten Halbjahr 2012 - jedoch lange seitwärts tendiert. Anleger dürften wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, dass das Unternehmen weiterhin über Aktien-Rückkäufe und Dividenden Geld an die Investoren ausschütten will.

BNP PARIBAS S.A. ACTIONS PORT. EO 2

WKN
ISIN
FR0000131104
Börse
L&S

-0,71 -1,32%
+53,52€
Chart von BNP PARIBAS S.A. ACTIONS PORT. EO 2
BNP Paribas
3 von 11

Die Aktie der französischen Großbank BNP Paribas hat sich in den vergangenen sechs Monaten prächtig entwickelt, stieg von 30 auf mittlerweile fast 50 Euro. Dies überrascht insofern nicht, als dass das Geldinstitut im dritten Quartal – die Zahlen für das vierte sollen in etwa zwei Wochen bekanntgegeben werden – seinen Gewinn auf 1,32 Milliarden Euro mehr als verdoppeln konnte und damit selbst Experten überraschte. Die Analysten von S&P glauben, dass die Bank das Potenzial hat, weitere Marktanteile zu gewinnen und eventuell sogar die Dividende zu erhöhen. Die Aktie hat noch Luft nach oben, jedenfalls ist es bis zum Allzeithoch noch ein Stück.

CARLSBERG AS NAVNE-AKTIER B DK 20

WKN
ISIN
DK0010181759
Börse
L&S

+1,00 +1,01%
+97,65€
Chart von CARLSBERG AS NAVNE-AKTIER B DK 20
Carlsberg
4 von 11

Die Aktie von Carlsberg ist offensichtlich ganz nach dem Geschmack der Analysten von S&P Research. Sie trauen ihr weitere Kursgewinne im laufenden Jahr zu. Vor allem sei der Bierbrauer in den Emerging Markets gut aufgestellt, wo ihren Schätzungen nach der Großteil der Gewinne erwirtschaftet werde. Ein Aufwärtstrend ist deutlich zu sehen, aktuell kratzt die Aktie an der 80-Euro-Marke.

CENTRICA PLC REG. SHARES LS -,061728395

WKN
ISIN
GB00B033F229
Börse
L&S

+0,16 +9,71%
+1,74€
Chart von CENTRICA PLC REG. SHARES LS -,061728395
Centrica
5 von 11

Centrica ist ein Gas- und Stromversorger, der vor allem in Europa und Nordamerika aktiv ist, wobei das Downstream-Geschäft in Großbritannien der primäre Ertragsträger des Unternehmens ist. Wie die Analysten schreiben, erhöhte British Gas zuletzt seine Preise um sechs Prozent mit dem Ziel, zum Ende des Jahres 2013 die 300-Millionen-Grenze zu überschreiten. Damit solle eine Gewinnmarge von sechs bis sieben Prozent erreicht werden. Die Aktie hat in den vergangenen Wochen und Monaten eine Achterbahn hingelegt, eine Tendenz ist nicht abzulesen. Dennoch sind die Experten von S&P Research überzeugt, dass es in diesem Jahr aufwärts gehen wird. Mit knapp vier Euro ist das Papier immerhin relativ günstig zu haben.

ESSILOR INTL -CIE GENLE OPT.SA ACTIONS PORT. EO 0,18

WKN
ISIN
FR0000121667
Börse
L&S

+1,88 +1,59%
+119,44€
Chart von ESSILOR INTL -CIE GENLE OPT.SA ACTIONS PORT. EO 0,18
Essilor International
6 von 11

Die Analysten haben ebenfalls ein Auge auf den Brillenglashersteller Essilor International geworfen. Nach Angaben des Unternehmens benötigen weltweit rund vier Milliarden Menschen eine Brille – aber nicht einmal die Hälfte besitzt eine. Das bedeutet große Wachstumschancen, vor allem außerhalb Europas und den USA. Die Experten lobten zudem die soliden Bilanzen, die weiteres nichtorganisches Wachstum erlaubten.

JULIUS BAER GRUPPE AG NAMENS-AKTIEN SF -,02

WKN
ISIN
CH0102484968
Börse
L&S

-1,37 -2,61%
+50,51€
Chart von JULIUS BAER GRUPPE AG NAMENS-AKTIEN SF -,02
Julius Bär
7 von 11

Die Schweizer Banken stehen momentan in keinem guten Ruf, Manipulationen und Tricksereien haben das Image beschädigt. Der Vermögensverwalter Julius Bär hat sich daraus weitgehend heraushalten können. Das Institut hat anderes zu tun, steht aktuell in Verhandlungen mit Merrill Lynch über den Kauf des internationalen Vermögensgeschäfts außerhalb der USA. Sollte dies gelingen, wird sich die Präsenz der Gruppe in schneller wachsenden Märkten deutlich erhöhen. Das heißt im Klartext: höhere Einnahmen. Dem Aktienkurs würde das sicherlich zugute kommen.

In der ersten Reihe gibt es auch Branchen, die zurückgeblieben sind – beispielsweise die Versorger.
Mit den Versorgern ist das so eine Sache. Sie sind quasi halbstaatlich, ihnen ging es viel zu lange viel zu gut. Sie haben teuer zugekauft, ihre Beteiligungen billig wieder verkauft. Ihr Schuldenstand ist hoch. Es fehlt der Wandel zu eigentümerorientiertem Management.

Viel Kritik. Sie haben also keine deutschen Versorger im Depot?
Nein, haben wir nicht. Natürlich kann man sich die Versorger auf dem derzeitigen Kursniveau anschauen. Mit dem Preis könnte ich sogar leben, aber es fehlt der Katalysator, eine Strategie, die für Phantasie an der Börse sorgen könnte.

Die Verlierer 2012 werden also auch 2013 die Verlierer an der Börse sein?
Nein, ich glaube nicht, dass es mit ihren Kursen viel weiter runtergeht. Aber eben auch nicht unbedingt rauf. Eon und RWE stehen vor einem Scherbenhaufen. Die Politik lässt sie fallen, ihr Geschäftsmodell ist mit der Energiewende zerbröselt, dazu immense Schulden. Wie gesagt, es fehlt die Strategie.

Sehen sie andere Einstiegschancen im Dax?
Eher nicht, denn viele Dax-Aktien sind teuer geworden. Deshalb ist eine langsamere Gangart zu erwarten. Im vergangenen Jahr hat der Dax fast 30 Prozent zugelegt. Solche Zuwächse sieht man selten zwei Jahre in Folge. Und dann ist 2013 auch noch ein Wahljahr. Was kann man da schon groß erwarten?

Also lieber Gewinne mitnehmen?
Warum nicht? In Europa gibt es derzeit sicher interessantere Anlagemöglichkeiten. Japanische Aktien dürften in den Depots deutscher Privatanleger auch untergewichtet sein. Auch Schwellenländer sind nach einigen schwachen Jahren wieder attraktiv.
Herr Bruns, danke für das Interview.

 

 

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11 Kommentare zu "Interview mit Christoph Bruns: „In Krisenzeiten schlafe ich am besten“"

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  • Physische replizierende ETF sowie aktive Fonds haben ebenfalls ein durch Collaterals gemildertes Kontrahentenrisiko durch die Leihe die sie praktizieren.
    Den Swaps steht ebenfalls ein Collateral Basket gegenueber, desweiteren wird der Swap laufend nachgezogen und Collateral Management betrieben sodass das eh begrenzte Eventual Kontrahentenrisiko noch weiter reduziert wird.
    Bei Moningstar oder in einer Johannig Studie kann man sich hierueber sicher genauer informieren als bei Twitter/Suite101, aber ich gebe Ihnen Credit dafuer dass sie mit ihrer Kritik wenigstens nicht mehr auf dem sonst ueblichen Panikmachestand von vor zwei Jahren- als diese Diskussion aufkam- sind.

  • Die Schattenseite der synthetischen Replikation ist, dass Swaps derivative Finanzinstrumente sind – und die genießen bei vielen Anlegern seit der Finanzkrise keinen guten Ruf mehr. Zudem gibt es bei Swaps das Risiko, dass der Kontrahent ausfällt, der Vertragspartner des Fonds also. Allerdings ist der Anteil von Swaps am Nettoinventarwert (NAV) eines Fonds durch die Richtlinien der Europäischen Fondsregulierung auf höchstens zehn Prozent begrenzt. Zudem verweisen die Fondsgesellschaften auf die hohe Bonität ihrer Swap-Partner: Lyxor ETF swappt mit seiner Muttergesellschaft, der französischen Großbank Société Générale, bei den db x-trackers ist der Vertragspartner die Deutsche Bank selbst. Und die kann schließlich nicht pleite gehen.

    Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: ETFs: volle oder synthetische Replikation?: Ein Vergleich voll replizierender und Swap-basierter Indexfonds | Suite101.de http://suite101.de/article/etfs-volle-oder-synthetische-replikation-a53764#ixzz2K7Eb7Wec
    Follow us: @suite101 on Twitter | Suite101 on Facebook

  • Hmm- auch das scheint nicht ganz korrekt zu sein.
    Laut der hauseigenen Broschuere (weiterer Grund zur Vorsicht) betrug der Mehrertrag 8.8% auf 5 Jahre, wovon das Gros auf das Jahr 2009 entfiel- wohl durch Kasse im freien Q1Fall. Danach sieht's mau aus- also auch wie so oft ein negativer/underperformender $weighted return.
    Und das alles noch ohne Steuern, welche bei aktiven Fonds immer hoeher ausfallen als bei passiven und somit die Nettorendite schmaelern, und ohne den 5% Ausgabeaufschlag...
    Synthetisch replizierende TR-ETF bilden mittlerweile die Indizes 1:1 ab und generieren ein weiteres % Outperformance gegenueber aktiven Fonds durch den Steuerstundungs bzw. bei BTH Steuerspareffekt der reinvestierten Dividenden- somit ist der 2.Teil ihrer Aussage komplett falsch.

  • Diese Aussage stimmt nicht. Da ich seit 2005 in den LOYS Fonds investiert bin. 15% Outperformance in 6 Jahren, und das nach Kosten. Und gegenüber einem ETF auf den MSCI World nochmals ca. 0,5% p.a. zusätzlich mehr. Die Kosten werden bei ETFS oft vergessen. So verlieren die meisten ETFs deutlich gegenüber dem Index.

  • Von aktiv verwalteten Fonds verspricht ein Anleger sich mehr als nur MSCI-Folge. Loys-Fonds schafften das nicht, seit über 6 Jahren. Ist es dann sinnvoll, hier die Worte eines Herrn Bruns andächtig zu verbreiten? Der taugt doch offensichtlich nicht mehr als jeder x-beliebige ETF.

  • Die unaufgeregte Art von Bruns halte ich für angebracht. Ein durchaus einfaches Rezept aber für die meisten Menschen nicht durchführbar, deswegen scheitern auch so viele am Kapitalmarkt

  • @hellboy
    Das ist letztlich keine Schuld der einzelnen Regierungen - die sind selber nur Symptome bzw. Opfer der Vorgänge. Letztlich ist es ein systemisches Problem. Der derzeitige Kreditzyklus, der ca. 1948 begann neigt sich dem Ende zu (Kreditwinter, wo er letztlich kollabieren muß).
    Das geht seit Jahrhunderten so, insbesondere seit dem Praktizieren des sogenannten Teilreservebanking (fractional banking) bzw. verschärft seit der Schaffung der Zentralbanken/Fiatgeld (und anderer Bailout-Mechanismen).
    Die Regierungen, die am Ende des Zyklusses am Ruder saßen, konnten nur versuchen das Ganze hinauszuzögern und sahen am Ende immer alt/unfähig aus bzw. wurden "geköpft" - früher sogar faktisch.
    Natürlich ist das alles gar kein Grund, Regierungen, Banken und lügende System-Journalisten gebührend abzustrafen, denn letztlich sind schon sie es, die unter Vorwand der Rettung alles noch schlimmer machen.

  • "Zuerst einmal sind die alten, unfähigen Regierungen, die uns den Schlamassel eingebrockt haben, vom Hof gejagt worden – inklusive des Suppenkaspers Berlusconi."

    Ich lach mich TOD! Deutschland hat seit Generationen eine unfähige Regierung nach der anderen! Wie sonst ist zu erklären, das es für die meisten Deutschen hier seit min. 30 Jahren wirtschaftlich nur abwärts geht! Ergo sind die Regierungen nicht für die Bevölkerung, von denen sie sich wählen lassen da, sondern nur für die Konzerne und Hochfinanz!

  • Man muß nicht in allen Punkten derselben Meinung sein, aber dennoch:

    Dieses Interview ist ein exzellentes Beispiel dafür, daß es sich immer lohnt, eine Frage, ein Problem von (mindestens) zwei Seiten zu beleuchten. Das ist das glatte Gegenteil zu der in D derzeit bevorzugten "Alternativlosigkeit".

    Einen Blick von außerhalb auf die eigene Hütte zu werfen war noch nie ein Nachteil.

  • Viele glauben doch glatt, die meisten Staaten wären sozialistisch beziehungsweise kommunistisch.
    -> So ganz unrecht haben die da auch nicht, siehe Frankreich, sozialistisch sind die schon.

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