Interview mit Max Otte „Ich bin nicht investiert, um Spaß zu haben“

Die Ratingagentur S&P stuft neun Euro-Länder herunter und die Märkte stürzen nicht ab. Fondsmanager Max Otte erklärt, warum die Börsianer gelassen bleiben und Aktien ein Potenzial von 40 Prozent und mehr haben.
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Max Otte ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, Bestsellerautor und Fondsmanager . Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt

Max Otte ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, Bestsellerautor und Fondsmanager.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

Handelsblatt: Herr Otte, Sie sind gerade in Paris. Wie ist die Stimmung am Krisenherd?

Max Otte: Nicht so gut. Ich war bei einer Konferenz der Ratingagentur Coface, bei der es um Investitionsrisiken ging. Die Stimmung war deutlich schlechter als im vergangenen Jahr.

Die Herabstufung von neun Euro-Ländern durch S&P zeigt also Wirkung…

Allerdings, obwohl die Downgrades doch im Grunde nur eine Meinungsäußerung sind. Denn fundamental hat sich ja seit vergangenem Freitag nichts geändert.

Waren die Herabstufungen etwa unbegründet?

Es ist nicht so, dass Frankreich kein Downgrade verdient hätte, aber auch die USA hätten schon viel früher herabgestuft werden müssen. Die Ratingagenturen arbeiten zu langsam und in der Tendenz auch parteiisch, nämlich gegen Kontinental-Europa.

Die Märkte haben relativ gelassen reagiert. Wie kommt das?

Wir sind langsam am Ende eines negativen Zyklus angekommen. Während am Anfang eines solchen Zyklus alle Marktteilnehmer extrem nervös sind und jede noch so kleine negative Nachricht die Aktienkurse abstürzen lässt, sind die Börsianer am Ende eines solchen Zyklus relativ resistent. Schlechte Nachrichten sorgen nur noch für moderate Kursausschläge – und die haben wir ja bereits am Freitagnachmittag gesehen.

Den wenigsten Anlegern dürfte der Blick auf den Depotauszug aber derzeit Freude bereiten.

Wohl kaum. Die permanente negative Stimmungsmache der vergangenen Monate hatte natürlich reale Auswirkungen. Ich bin in europäischen Aktien investiert – und das ist derzeit kein Spaß. Die Börsenbewertungen sind völlig im Keller.

Grund zu handeln?

Nein, das muss man aushalten, auch wenn es frustrierend ist. Ich bleibe meiner Europa-Strategie treu. Ich bin schließlich nicht an der Börse investiert, um Spaß zu haben und aufregende Abenteuer zu erleben. Es geht darum, langfristig gute Renditen zu erzielen. Das vergessen viele Privatanleger.

Wann, wenn nicht jetzt, sollte man europäische Aktien kaufen?
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25 Kommentare zu "Interview mit Max Otte: „Ich bin nicht investiert, um Spaß zu haben“"

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  • Als Privatanleger verlasse ich mich auf mich selbst. Ich kaufe von dem Geld, das ich nicht ausgebe, seit 8 Jahren Gold- und Silbermünzen.
    Ein Blick auf meine Anlagen macht mir Spass.

  • consultator
    Das Seminar von Frau Katzenberger an der Vox-Universität trägt Früchte. Auch ich kann nur empfehlen den Leitspruch dieser kompetenten Person zu verinnerlichen:"Sei dumm und stell dich schlau."

  • Wer auf diese Empfehlung hereinfällt kann mit Sicherheit seine Nachtruhe abschreiben. Welcher normale Mensch setzt derzeit auf italienische oder griechische Aktien.
    Wer auf die "sogenannten Experten" hereinfällt sollte sich hinterher nicht beklagen wenn er sein Geld in den Sand setzt. Lieber investiere ich in Dax - Produkte mit einer eine geringeren Rendite, als mich auf dieses dünne Eis zu begeben.Und seither bin ich damit gut gefahren.

  • Herr Otte hat nach der Erteilung der Vertriebszulassung seines Fonds für den deutschen Markt nach und nach alles Gold aus dem Depot genommen. Das war ca. vor einem Jahr. Eigentlich schade, denn in seinen Büchern rät Herr Otte sonst recht eindeutig zu Gold. Seither verhält sich der Fond eher so wie die anderen Aktienmärkte.

  • Kaufen wenn die Kanonen donnern. We Angst vor einen fallenden Messer hat, der wird nie ein wohlhabender Mensch werden. 2008 hatte ich leider gar nicht so viel Geld um all die Aktien zu kaufen die ich hätte kaufen können.

    Ich halte es mit Kostolany und Buffett. Ich kaufe und vergesse, vergesse aber nicht die Dividenden zu kassieren und wieder zu investieren. Alles andere was die Broker prediten ist Quatsch, denn hin und her macht nur die Taschen leer und die der Broker voll.

  • @AlexM4

    Es muss wunderbar sein, wenn man keine Ahnung hat, zu faul war, Max Otte einfach mal zu googeln und sowieso alles besser weiss.

    "schönbeten", aha ...

    Wär ja sonst keiner drauf gekommen.

    Naja jedenfalls keiner, der zumindest die Buchtitel von Max Otte kennt.

  • Das Problem ist immer der Vergleichszeitraum.. Seitdem sie aufgesetzt wurden sind die beiden PI Global Value Funds von Otte, die man auch bei Onvista findet, gegen über dem MSCI World Index besser dran.

    Betrachtet man die Entwicklung seit einem Jahr sieht das ganz anders aus..

  • Das Problem ist immer der Vergleichszeitraum.. Seitdem sie aufgesetzt wurden sind die beiden PI Global Value Funds von Otte, die man auch bei Onvista findet, gegen über dem MSCI World Index besser dran.

    Betrachtet man die Entwicklung seit einem Jahr sieht das ganz anders aus..

  • Als Privatanleger hat man immer weniger Chancen gegen die ganz grossen Spieler mit ihrem High Frequency Trading, Front Running und Scalping.
    Man schaue sich mal den DAX30 im 10-Jahreschart an.
    Wenn man 10 Jahre dabeigeblieben ist hat man gerade mal ~10% Performance gemacht (inklusive Dividenden).
    Aktien kaufen, unters Kopfkissen legen und erst nach vielen Jahres wieder anschauen? Vergiss es.
    Die grossen Investmentbanken brauchen Opfer und das sind die Privatanleger, die langfristig investieren wollen und keine Zeit haben die Kurse täglich zu kontrollieren.

  • Otte ist wie üblich am schönbeten - vermutlich, weil er und seine Kunden bereits hoch investiert sind. Nett ist, wie er von "permanent negativer Stimmungsmache" der letzten Monate redet - die hat meiner Erinnerung nach nicht statt gefunden, sondern es war in allen Finanzmedien immer (ausser für Staatsanleihen) nur positive Stimmungsmache zu hören.

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