Investmentfonds SEB bekommt schlechte Fonds-Noten

Die Investmentfonds von SEB Asset Management stehen nach Meinung von Experten so schlecht da wie noch nie. Der Anbieter liegt im Vergleich von Feri Eurorating hinten - und wehrt sich nun gegen die Bewertungsmethode.
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Die Investmentfonds von SEB Asset Management stehen so schlecht da wie noch nie.

Die Investmentfonds von SEB Asset Management stehen so schlecht da wie noch nie.

FRANKFURT. Das geht aus einer Hitliste der Bewertungsagentur Feri Eurorating hervor, die die Wertentwicklung und Wertschwankungen von Fonds untersucht hat. Das Ergebnis liegt dem Handelsblatt vor.

"Die Noten sind abgerutscht", sagt Feri-Analyst Andreas Köchling. Während der vergangenen Quartale ist die SEB auf den viertletzten Platz unter 35 großen Konkurrenten gefallen. Nur fünf Fonds bekommen in der Bewertung zum Ende September noch gute Ratings (siehe Tabelle). Die Quote der gut benoteten Fonds ist so auf magere 16 Prozent geschrumpft. Spitzenreiter Union Investment dagegen führt das Ranking mit 57 Prozent an.

Feri bewertet regelmäßig die Produkte nach ihrer Wertentwicklung und ihren Wertschwankungen. Gute Renditen wirken positiv, hohe Schwankungen negativ. Die Fonds, etwa Produkte für europäische Aktien, werden mit ähnlichen Fonds anderer Häuser verglichen und bekommen eine Note. Aus allen Fondsnoten leitet Feri ein Urteil über den Anbieter ab.

Barbara Knoflach, Vorstand der SEB Asset Management in Frankfurt, kritisiert den Bewertungsansatz. Feri hält dagegen: "Wer hinten liegt, fühlt sich immer unfair behandelt; da kann man uns keinen Vorwurf machen", so Köchling.

Knoflach argumentiert: "Wir kleben mit den Portfolios nicht mehr an einer Messlatte und haben deshalb keine Vergleichsgruppe." Sie will also etwa ihren deutschen Aktienfonds nicht mit den deutschen Aktienfonds anderer Anbieter vergleichen lassen. "Hier verfolgen wir jetzt einen Value-Ansatz", sagt die SEB-Frau. Bei diesem Konzept der Auswahl von unterbewerteten Titeln "hat unser Fondsmanager ausdrücklich keine Beschränkung bei den kurzfristigen Wertschwankungen". Einen solchen Ansatz kann man ihr zufolge nicht in einen Topf werfen mit Fonds, die sich stark an Messlatten orientieren - wie viele Konkurrenten es tun. Die größere Freiheit soll laut SEB langfristig der Wertentwicklung zugute kommen.

Das sieht Köchling anders. "Auch nach drei Jahren hat der deutsche Aktienfonds ein Fünftel seines Wertes verloren, da ist ein positives Ergebnis noch in weiter Ferne", sagt er. "Die Produkte müssen sich die Vergleiche einfach gefallen lassen." Der Feri-Mann steht nicht allein. "Solche Ansätze sollten über mehrere Jahre eine positive Rendite abliefern", urteilt Werner Hedrich, deutscher Researchleiter der Agentur Morningstar.

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