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Katar Staatsfonds kehrt Europa den Rücken

Der katarische Staatsfonds will weniger in Europa investieren, sagen Insider. Stattdessen nimmt er Asien und die USA ins Visier. Für die Europa-Abkehr ist vor allem die Entwicklung zweier Unternehmen verantwortlich.
02.05.2016 - 11:06 Uhr
Der Staatsfonds von Katar ist schätzungsweise 256 Milliarden Dollar schwer und hatte bislang Europa als Anlageschwerpunkt. Nun soll sich das ändern. Quelle: dpa
Katar

Der Staatsfonds von Katar ist schätzungsweise 256 Milliarden Dollar schwer und hatte bislang Europa als Anlageschwerpunkt. Nun soll sich das ändern.

(Foto: dpa)

Dubai Der katarische Staatsfonds (QIA) will Insidern zufolge seine Investitionen in Europa zurückschrauben. Der Fonds, der unter anderem an Volkswagen und Credit Suisse beteiligt ist, sei in der Region „zu stark engagiert”, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Sonntag. Dies habe eine interne Überprüfung der Anlagestrategie ergeben. Direkte Investitionen sollten deshalb verringert werden. Im Gegenzug strebe der Fonds an, mehr Kapital bei externen Vermögensverwaltern zu parken. Vor allem Asien und die USA seien im Blick.

Ein Grund für den Sinneswandel sei die Entwicklung bei Volkswagen und dem Rohstoffhändler Glencore. Es gebe aber keine Anzeichen, dass Katar seine Beteiligungen an großen europäischen Firmen reduzieren werde, sagte einer der Insider. Der Fonds ist schätzungsweise 256 Milliarden Dollar schwer und hatte bislang Europa als Anlageschwerpunkt. Er besitzt unter anderem auch das Londoner Nobelkaufhaus Harrods. QIA wollte sich nicht dazu äußern.

Diese Firmen hat der norwegische Pensionsfonds verbannt
AEP
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Der norwegische Pensionsfonds (Government Pension Fund Global, GPFG) ist der größte Staatsfonds der Welt und rund 765 Milliarden Euro schwer. Doch der Fonds, dessen Gelder aus den Öleinnahmen des Landes stammen, investiert nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch nach strengen ethischen Richtlinien. Eine unabhängige Ethikkommission überwacht genau, an welchen Konzernen Beteiligungen gehalten werden – öffentlichkeitswirksam zieht sich der Fonds sich daher immer wieder aus Unternehmen zurück.

Zuletzt brachte er damit Umweltschützer zum jubeln: Das norwegische Parlament beschloss, dass der Fonds nicht mehr Unternehmen investieren soll, die 30 Prozent ihrer Geschäfte oder Einnahmen mit Kohle machen. 52 Unternehmen flogen daraufhin aus dem Fonds, weitere sollen noch folgen. Bereits der ersten Welle fehlt es aber nicht an Schwergewichten: Norwegen verabschiedete sich unter anderem von American Electric Power (AEP), dem größten Stromerzeuger der USA. Dessen Energiegewinnung stammt überwiegend aus Kohlekraftwerken.

(Foto: AP)
China Shenhua
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Auch für den größten Kohleproduzenten der Welt, das chinesische Bergbauunternehmen China Shenhua Energy, hieß es „Goodbye Norwegen“.

(Foto: Reuters)
Coal India
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Ebenso wie die Nummer zwei der Branche: Coal India. Der Milliardenschwere indische Konzern beschäftigt über 300.000 Mitarbeiter – und stand immer wieder im Mittelpunkt von Skandalen um Minenunglücke und Umweltzerstörung.

(Foto: Reuters)
Consol Energy
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Das US-Unternehmen fördert zwar Steinkohle und Erdgas und flog deshalb aus dem Fonds. Das Unternehmen hat aber nichts mit dem Steinkohlen-Bergwerk Zeche Consolidation, umgangssprachlich Zeche Consol, in Gelsenkirchen zu tun.

(Foto: Reuters)
Public Power Corporation
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Das Unternehmen hinter dem Aktiennamen Public Power Corporation heißt eigentlich Dimosia Epichirisi Ilektrismou, zu deutsch: Öffentliches Energieunternehmen, befindet sich in staatlicher Hand und ist der größte Energieversorger Griechenlands. Der Konzern, der auch zwei Kohlebergwerke betreibt, ist einer von nur zwei europäischen Unternehmen, die aus dem GPFG geflogen sind – der andere ist Lubelski Wegiel Bogdanka aus Polen. Dafür zogen sich die Skandinavier aus vielen kleinen US- und japanischen Versorgern zurück.

(Foto: Reuters)
Textron
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Neben den erst jüngst ausgeschlossenen Kohle-Unternehmen gibt es auch Konzerne, an denen sich der Fonds grundsätzlich nicht beteiligt. Ein Beispiel ist der US-amerikanische Mischkonzern Textron. Der Grund: Textron baut nicht nur Flugzeuge, Golfcarts und stellt Mittel zur Rasenpflege her, die US-Amerikaner produzieren auch Streumunition.

(Foto: dpa)
Safran
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Beteiligungen an Unternehmen die beim Bau von Nuklearwaffen involviert sind, wie der französische Mischkonzern Safran, sind dem Fonds schon per Gesetz verboten – das gleiche gilt für Hersteller von Landminen. Auch Firmen die Killerroboter, also autonome Waffensysteme, herstellen, sollen künftig aus dem Fonds fliegen.

(Foto: Reuters)

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