Klaus Kaldemorgen „Die Anleger verlieren ihr Gespür für Risiken“

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Hohe Gebühren sind ein Problem

Im Gegensatz zu seinem früheren Fonds hat der Manager beim Deutsche Concept Kaldemorgen keine traditionelle Benchmark. Der Fonds nutzt allerdings einen Geldmarktindex, um die erfolgsbezogenen Gebühren zu bestimmen. Der Fonds strebt einen absoluten Ertrag an, indem er in verschiedene Märkte und Instrumente investiert und gleichzeitig die Abwärtsrisiken begrenzt. Dabei kann er auch Derivate wie Optionen und Futures zur Absicherung einsetzen.

Die Gebühren des Fonds sind einem Hedgefonds nicht unähnlich. Abhängig von der Anteilsklasse verlangt DWS von Privatanlegern eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent sowie 15 Prozent der Gewinne, die den Ertrag des Eonia-Index übersteigen Dieser bildet unbesicherte Übernachtausleihungen zwischen Banken ab. Die erfolgsbezogene Vergütung wird bei vier Prozent der durchschnittlichen Anlagen gedeckelt und muss bezahlt werden so lange der Fonds über seiner Hochwassermarke liegt. Morningstar bezeichnete in einer Studie im Oktober die Gebühren des Fonds denn auch als sein großes Manko.

„Die Gebühren sind eindeutig ein Problem für Anleger in Kaldemorgens Fonds, zumal nachdem das Fondsvolumen so stark gestiegen ist“, sagt Ali Masarwah, Fondsanalyst bei Morningstar in Frankfurt. „Ich würde auch die Eignung von Eonia als Hurdle-Rate für die Erhebung von Performancegebühren in Frage stellen wollen, da der Fonds eine klare Long-Ausrichtung aufweist und auf Aktien und Unternehmensanleihen, einschließlich High-Yields, abzielt.“

Der Fonds hat seit seiner Auflegung 2011 für seine Anleger jedes Jahr Geld verdient. Seinen Investoren hat Kaldemorgen, wie er selbst sagt, für die derzeitigen Märkte einen Ertrag von 3,5 Prozent bis 4,5 Prozent in Aussicht gestellt. Zum Vergleich: der auf Aktien fokussierte DWS Vermögensbildungsfonds hat unter seiner Ägide einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 7,7 Prozent erzielt.

Mit einem Ertrag von nur 0,9 Prozent blieb Kaldemorgen im vergangenen Jahr hinter seinem selbst gesteckten Ziel zurück. In der Gruppe der Mischfonds schlugen ihn dabei Bloomberg-Daten zufolge 83 Prozent der Vergleichsfonds. Auch bei Morningstar, wo der Fonds in die Kategorie Alternative - Multistrategy einordnet ist, liegt er auf Jahressicht in der hinteren Hälfte der sehr heterogenen Vergleichsgruppe. Über drei und fünf Jahren hat er sich dagegen überdurchschnittlich geschlagen.

Der Carmignac Patrimoine, mit 22,6 Milliarden Euro einer der größten Mischfonds in Europa, brachte im vergangenen Jahr nach Gebühren keine Wertsteigerung, über drei Jahre lieferte er im Durchschnitt 1,7 Prozent ab.

Kaldemorgen sagt, er habe einen konservativeren Ansatz gewählt, weil ein Großteil der Zuflüsse in seinen Fonds von Anlegern stamme, die durch die negativen Zinssätze der Europäischen Zentralbank aus den Anleihemärkten gerieben wurden und die nun nach ein wenig Wertsteigerungspotenzial bei gleichzeitig hoher Sicherheit suchten.

„Ich bin vorsichtig, weil das meine Überzeugung ist, aber ich muss auch vorsichtig sein, um unsere Kunden nicht zu enttäuschen“, sagt Kaldemorgen. „Sie sind eher risikoavers.“

Aktienquote nach wie vor hoch
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