Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kostenausweis Depot-Gebühren: Bei der Abrechnung droht Anlegern eine böse Überraschung

Banken und Fondsanbieter müssen die Kosten fürs Depot seit Neuestem auf Euro und Cent genau ausweisen. Doch mit der Umsetzung lassen sie sich Zeit.
Kommentieren
Die Bescheinigungen über Wertpapiere verzögern sich in diesem Jahr. Quelle: mauritius images
Banknoten

Die Bescheinigungen über Wertpapiere verzögern sich in diesem Jahr.

(Foto: mauritius images)

Frankfurt Die Mitarbeiterin im Callcenter einer großen Fondsgesellschaft ist genervt: „Die Bescheinigungen kommen ja demnächst – der Kostenausweis ist neu, das dauert eben ein wenig.“ Viele Anleger bekommen in diesen Wochen Post zu ihren Depots: Nicht nur die Bescheinigungen über ihre Erträge aus Wertpapieren für die Steuererklärung verzögert sich in diesem Jahr bei einigen Anbietern.

Zahlreiche Banken und Fondshäuser brauchen länger, um die Kostenabrechnung für 2018 zu verschicken, die nach den neuen EU-Transparenzregeln namens Mifid II erstmals in absoluten Euro- und Cent-Beträgen ausgewiesen werden müssen statt umgerechnet als prozentualer Anteil am angelegten Kapital. Die Abrechnung dürfte bei Anlageberatern für unangenehme Gespräche mit ihren Kunden sorgen. Denn viele Anleger werden in der Abrechnung lesen, dass sie für ihre mitunter deutlichen Verluste im Depot auch noch hohe Gebühren gezahlt haben.

„Der neue Report ist komplexer und nimmt Zeit in Anspruch“, erklärt eine Sprecherin der Commerzbank-Direktbank Comdirect. Zeitnah würden die neuen Kostenabrechnungen aber nun verschickt. So ähnlich erklären die meisten Banken und Fondsanbieter den schubweisen Versand der Informationen zum Depot über 2018 für Anleger.

Früh im Jahr, zwischen Mitte Januar und Mitte Februar flatterten Anlegern die Übersichten über die Entwicklung ihrer Depots für 2018 ins Haus. Einige Wochen später erhielten sie zumeist die Übersicht für die Steuer. Einige Anbieter verschicken aber auch diese erst später, weil wegen des seit 2018 geltenden Investmentsteuergesetzes Korrekturen in der Übersicht nötig sind.

Die interessante Übersicht über tatsächlich gezahlte Gebühren lässt noch länger auf sich warten: So arbeiten neben der Comdirect unter anderem noch die Consorsbank, die DWS und die Fondsdepotbank an den Aufstellungen. Die Deutsche Bank und Union Investment sind gerade dabei, die Übersichten zu verschicken, die Depotbank FFB versendet seit Anfang April.

Das Neue dieser „Ex-Post-Kostenausweise“ ist eine Abrechnung nach Euro und Cent. Was bisher prozentual dargestellt wurde, verlangen die neuen EU-Transparenzregeln seit diesem Jahr ganz konkret: Aufgelistet werden beispielsweise für Fonds laufende Kosten etwa für das Fondsmanagement und für den Vertrieb (genannt Dienstleistungskosten) sowie Erfolgsgebühren bei guter Performance. Dazu kommen Gebühren für den Kauf eines Fonds: der Ausgabeaufschlag, der vor allem an den Berater, teils auch an das Fondshaus geht.

Finanzberater schauen angeblich mit Unbehagen auf diese Abrechnung für 2018 mit seinen hohen Verlusten am Aktienmarkt. „Die Akzeptanz für Kosten ist natürlich deutlich geringer, wenn die Performance im Depot schlechter war“, sagt ein Sprecher der Consorsbank. Für viele Berater wird es nicht leicht, enttäuschten Anlegern die Hunderte, nicht selten Tausende von Euro an Gebühren im Kostenausweis zu erklären.

Startseite

Mehr zu: Kostenausweis - Depot-Gebühren: Bei der Abrechnung droht Anlegern eine böse Überraschung

0 Kommentare zu "Kostenausweis: Depot-Gebühren: Bei der Abrechnung droht Anlegern eine böse Überraschung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.