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Manager-Gehälter Wenn 400 Millionen Dollar zur Enttäuschung werden

Es war ein enttäuschendes Jahr für die Manager von Hedgefonds – 2014 lief es so schlecht wie schon seit 2008 nicht mehr. Doch die Spekulanten jammern auf sehr hohem Niveau. Wie viel die 25 Topverdiener kassieren.
2 Kommentare
Hedgefonds-Manager verdienten im vergangenen Jahr deutlich weniger. Quelle: Getty Images
Derbe Gehaltseinbußen

Hedgefonds-Manager verdienten im vergangenen Jahr deutlich weniger.

(Foto: Getty Images)

Frankfurt Ben Bernanke hat absichtlich keine Bank als neuen Arbeitgeber gewählt. Der ehemalige US-Notenbankchef schloss einen Beratervertrag mit dem Hedgefonds Citadel Investment Group ab. Der 61-Jährige wollte einem möglichen Interessenkonflikt mit seiner Arbeit bei der Notenbank Fed aus dem Weg gehen. Vielleicht gab es aber auch einen anderen, einträglichen Grund mit Citadel ins Geschäft zu kommen: das Geld.

Zwar gibt es keine Angaben über sein Gehalt, doch Citadel kann es sich leisten, ihn gut zu bezahlen – sehr gut sogar. Das macht die Rangliste der am besten verdienenden Hedgefonds-Manager deutlich. Ganz oben in der jährlichen Aufstellung des Fachmagazins „Alpha Magazine“ steht Citadels Kenneth Griffin, der Vorstandsvorsitzende der in Chicago sitzenden Hedgefonds-Gruppe. Er verdiente 1,3 Milliarden Dollar, wie das Magazin ausgerechnet hat.

Griffin war als Gründer des Hedgefonds Citadel in einem Jahr erfolgreich, in dem es für die Branche nicht gut lief. Es wurden sogar Erinnerungen an die Zeit wach, in der die Finanzkrise die Märkte und damit auch die Verdienste der Hedgefonds-Manager nach unten zog. Kurz gesagt: 2014 war das schlechteste Jahr für die Elite-Gruppe unter den Investoren seit dem Kurseinbruch an den Börsen im Jahr 2008, im Jahr der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers.

So viel verdienen die Hedgefonds-Manager
Platz 10: Charles (Chase) Coleman III
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Charles (Chase) Coleman III, Tiger Global Management, verdiente im Jahr 2014 „nur“ 425 Millionen Dollar und schaffte es damit unter die Top-10-Verdiener der Hedgefonds-Manager. Tiger Global Management wurde von Charles Coleman gegründet – als Ableger der Gesellschaft Tiger Management, die der legendäre Investor Julian Robertson zum Erfolg geführt hatte. Seit 2001 schafft der Fonds zweistellige Renditen für die Investoren.

Quelle: Alpha Magazine

(Foto: ap)
Platz 9: O. Andreas Halvorsen
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Ole Andreas Halvorsen von Viking Global Investors verdiente vergangenes Jahr insgesamt 450 Millionen Dollar. Halvorsen gründete die Gesellschaft 1999, zu seinen Karrierestationen zählte auch die M&A-Abteilung von Morgan Stanley. Bevor er in die USA kam, war er Offizier bei einer norwegischen Eliteeinheit des Militärs.

(Foto: AFP)
Platz 8: David Shaw
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David Shaw, D.E. Shaw Group, verdiente 2014 530 Millionen Dollar. “The Brain” ist nicht mehr in das Tagesgeschäft eingebunden, er legt aber natürlich immer noch die grundlegenden Strategien fest.  Die meiste Zeit verbringt er als Chef-Wissenschaftler beim D. E. Shaw Research, LLC, das sich interdisziplinär mit dem Forschungsfeld Biochemie/Computer beschäftigt. Er gehört zum wissenschaftlichen Beraterkreis von US-Präsident Obama.

(Foto: Screenshot)
Platz 7: Larry Robbins
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Larry Robbins, Glenview Capital Management, verdiente 2014 570 Millionen Dollar. Er ist auch ein aktiver Ratgeber. Viel Interesse weckte sein Vorschlag , die Schnellrestaurantkette McDonalds solle ihren Immobilienbestand ausgliedern.

(Foto: Reuters)
Platz 6: Michael Platt
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Michael Platt von Blue Crest Capital Management erhielt im Jahr 2014 800 Millionen Dollar Gehalt. Der Hedgefonds-Manager war lange Jahre bei der US-Investmentbank JP Morgan tätig. Er ist etwas medienscheu und gilt als großer Kunstliebhaber.

(Foto: Screenshot)
Platz 5: Israel (Izzy) Englander
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900 Millionen Dollar verdiente vergangenes Jahr Israel (Izzy) Englander bei Millennium Management. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Hedgefonds hatte vor sechs Monaten mit einem spektakulären Immobilienkauf die Schlagzeilen beherrscht. Er blätterte für eine Wohnung in der New Yorker Park Avenue 71,3 Millionen Dollar hin.

(Foto: Screenshot)
Platz 4: William Ackman
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William Ackman von Pershing Square Capital Management bekam 2014 950 Millionen Dollar Gehalt. Seine Fonds spekulieren mit Aktien, sie verzeichneten Zuwächse zwischen 36 und gut 40 Prozent. Zu seinen Top-Picks zählten die Pharmafirma Allergan und Herbalife.

(Foto: Reuters)

Doch wie schlecht lief das Jahr wirklich? Nach den Berechnungen von Institutional Investors Alpha kamen die 25 erfolgreichsten Hedgefonds-Manager zusammen auf 11,62 Milliarden Dollar, was vergleichbar ist mit dem Verdienst im desaströsen Jahr 2008. Auch im Vergleich zum Jahr 2014 lief es für die Manager äußerst enttäuschend. Damals kamen sie auf 21,15 Milliarden Dollar, verdienten also beinahe doppelt so viel wie 2014.

Nun ist das kein Grund zum Klagen. Denn im Durchschnitt kassierten die Top-Leute im vergangenen Jahr immer noch 467 Millionen Dollar. Damit strichen die Manager mehr als 20-mal so viel ein wie Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, einer der größten Banken Amerikas.

Besonders schlecht lief es im vergangenen Jahr für David Tepper, der drei Jahre lang die Liste der bestverdienenden Hedgefonds-Manager anführte. Er erlebte einen Einbruch um knapp 89 Prozent, von 3,5 Milliarden fiel sein Verdienst auf nur noch 400 Millionen Dollar.

Der Grund: Sein Hedgefonds Appaloosa Management enttäuschte bei der Ertragsentwicklung mit schlappen 2,2 Prozent, die schlechteste Performance eines Managers in dem Ranking das 25 Top-Verdiener umfasst. Tepper selbst landete auf Platz elf. Aber er kann sich trösten. In den elf Jahren, in denen er regelmäßig in der Liste des „Alpha Magazine“ auftauchte, verdiente er fast 15 Milliarden Dollar. Da kann er ein schwieriges Jahr problemlos verkraften.

Eine Rendite von 45 Prozent
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2 Kommentare zu "Manager-Gehälter: Wenn 400 Millionen Dollar zur Enttäuschung werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was ich mich bei diesen extremen Summen immer wieder frage!
    Wer erwirtschaftet eigentlich durch produktive Arbeit erst diese Exzesse der Finanzbranche und ihrer Hütchenspieler?
    Welche Personengruppen wurden im Gegenzug um 11,21 Milliarden Dollar ärmer?
    Sind solche Gehälter moralisch-ethisch überhaupt noch zu rechtfertigen, wenn auf dieser Welt täglich zigtausende Kinder verhungern?
    Wo ist da endlich mal die Grenze, wann ist es endlich mal genug?

  • Sind die genannten Zahlen Gehälter oder Zahlungen aus Kapitalerträgen und Gehalt?

    Wenn es nur Gehälter sind, sind die Zahlungen unanständig!

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