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Mischfonds Die ganze Welt der Geldanlage in einem Produkt

Mischfonds verkörpern die Grundidee eines Investmentfonds: Die ganze Welt der Geldanlage findet sich in nur einem Produkt. Für Anleger klingt das nach einer einfachen Lösung für ihr Depot. Allerdings verbergen sich hinter den einzelnen Fonds unterschiedlichste Konzepte, zeigen die enormen Unterschiede in der Rendite.
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Minenarbeiter in Südafrika: In den vergangenen zwölf Monaten lagen vor allem die optimistischen Verwalter vorn, die auf Aktien, Firmenbonds oder Schwellenländeranleihen - etwa kleinere Rohstoff- und Minenaktien - gesetzt haben. Quelle: Reuters

Minenarbeiter in Südafrika: In den vergangenen zwölf Monaten lagen vor allem die optimistischen Verwalter vorn, die auf Aktien, Firmenbonds oder Schwellenländeranleihen - etwa kleinere Rohstoff- und Minenaktien - gesetzt haben.

(Foto: Reuters)

FRANKFURT. Zwischen fast 100 Prozent plus und einem guten Zehntel Wertverlust war in den vergangenen zwölf Monaten alles möglich in der Gruppe der weltweit anlegenden, gemischten Fonds. Das verwundert nur auf den ersten Blick. Denn die Fondsmanager dieser Kategorie, oft erfahrene Vermögensverwalter, genießen relativ viel Freiheit.

Je nach Strategie und Markteinschätzung investieren sie das Fondskapital in Aktien, Anleihen, Derivate oder Liquidität. Viele dieser Fonds wurden in der jüngeren Vergangenheit aufgelegt, um Vermögensverwaltungskonzepte vor der Abgeltungsteuer zu schützen. Denn die seit 2009 geltende Pauschalsteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge fällt nicht an für Käufe und Verkäufe von Wertpapieren innerhalb eines Fonds. Indem Vermögensverwalter ihre Strategien über einen Fonds anbieten, müssen ihre Kunden erst die Steuer auf Kapitalerträge bezahlen, wenn sie ihren Fondsanteil verkaufen.

"Anleger kaufen sich einen bestimmten Vermögensverwalter ein", beschreibt André Härtel, Analyst beim Fondsratinghaus Feri Eurorating die Fondsgruppe. So finden sich in der Kategorie diverse freie Vermögensverwalter wie die Oberurseler PEH Wertpapier, die den erstplatzierten Ideal Global Fonds managen, und Peter Huber, Gründer von Starcapital, oder die Hamburger Verwalter Martin Mack & Herwig Weise. Anleger sollten bei flexibel anlegenden Mischfonds besonders genau hinschauen, sagt Werner Hedrich, Leiter Fondsresearch beim Fondsratinghaus Morningstar. "Die Gruppe ist schwer einzuschätzen, zu leicht kauft man die Katze im Sack."

In den vergangenen zwölf Monaten lagen vor allem die optimistischen Verwalter vorn, die auf Aktien, Firmenbonds oder Schwellenländeranleihen gesetzt haben, wie Härtel feststellt. So hat der Ideal Global des Beraters PEH vor allem mit kleineren Rohstoff- und Minenaktien gut 92 Prozent Ertrag gemacht. Da der Fonds konzentriert auf Chancen bestimmter Sektoren oder Regionen setzt, schwankt er aber stärker im Wert. 2008 verbuchte der Fonds einen Wertverlust von knapp 70 Prozent. Feri bewertet den Fonds daher mit "(C)" durchschnittlich.

Völlig anders agieren Mack & Weise im M&W Capital, der das Fondskapital zunächst erhalten will, wie Mack sagt. Der Fonds hat den Aufschwung am Aktienmarkt 2009 verpasst, weil die Verwalter "einen erneuten Kurseinbruch nach diesem liquiditätsgetriebenen Zwischenhoch" erwarten. "Wir verzichten bewusst auf Rendite, um Anleger vor Verlusten zu schützen", sagt Mack. Vor allem Staatsanleihen mit kurzer Restlaufzeit und einige Goldaktien als Absicherung gegen Inflation finden sich im Portfolio. 2008 hat das Konzept funktioniert, der Fonds machte als einer der wenigen keinen Verlust. "Jedoch weist der Fonds über 15 Monate eine negative Performance auf", sagt Härtel. Grund ist unter anderem ein Indexpapier, das auf einen fallenden Dax setzt. Feris Urteil lautet ebenfalls (C).

Mit Aktien und Anleihen hat Huber im Starcap Plus Huber Strategy 1 seit März 2009 rund zwei Drittel Plus gemacht. Aktuell setzt er zu 60 Prozent auf Aktien, bleibt aber gewappnet für schlechtere Zeiten an den Börsen.

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