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Neil Woodford Star-Fondsmanager muss gehen: Unrühmlicher Abschied für das „Orakel von Oxford“

Neil Woodford wird von seinen Aufgaben entbunden und sein Equity Income Fund wird abgewickelt. Hunderttausenden Kleinanlegern drohen Verluste.
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Neil Woodford distanzierte sich von den Beschlüssen. Quelle: VIA REUTERS
Ehemaliger Star-Fondsmanager

Neil Woodford distanzierte sich von den Beschlüssen.

(Foto: VIA REUTERS)

London Der bekannteste Fondsmanager Großbritanniens muss gehen. Neil Woodford sei ab sofort nicht mehr Manager seines Equity Income Fund, teilte der Fondsverwalter Link Fund Solutions am Dienstag in einem Anlegerbrief mit. Der Fonds werde in den kommenden Monaten abgewickelt, die Anleger würden ab Januar ausgezahlt.

Hunderttausende Kleinanleger haben Woodford ihre Ersparnisse anvertraut. Sie werden nun einen herben Verlust hinnehmen müssen. Es ist ein schmachvolles Ende für das „Orakel von Oxford“, wie Woodford auch genannt wurde. Zu seinen Bestzeiten verwaltete er 15 Milliarden Pfund, und er hat immer noch viele Anhänger. Die Entscheidung, den Fonds abzuwickeln, werde manche Anleger enttäuschen, erklärte Link. Sie sei jedoch „im besten Interesse aller Anleger“.

Der Fondsverwalter sah sich gezwungen, nach einer monatelangen Hängepartie die Reißleine zu ziehen. Der einst gefeierte Woodford Equity Income Fonds erlebt seit zwei Jahren einen schleichenden Niedergang. Im Juni hatte Woodford entschieden, den Fonds zu schließen, um weitere Abflüsse zu verhindern. Seitdem konnten die Anleger nicht mehr an ihr Geld, mussten aber weiter Gebühren zahlen. Woodford wollte Zeit gewinnen, um sein Portfolio umzuschichten – von schwer verkäuflichen Anlagen in liquidere Produkte.

Link hatte Woodfords Plan unterstützt. Bis Dezember sollte der Umbau des Portfolios abgeschlossen sein und der Fonds wieder öffnen. Als klar wurde, dass man dieses Ziel nicht erreichen werde, entschied Link, den Plan aufzugeben und den Fonds ganz abzuwickeln.

Woodford selbst distanzierte sich von dem Vorgehen. Er könne Links Entscheidung nicht akzeptieren, teilte er am Dienstag mit. Sie sei nicht im langfristigen Interesse der Anleger. Die britische Finanzaufsicht FCA hingegen begrüßte die Entscheidung. Die Anleger hätten nun Klarheit, teilte die Behörde mit.

Link will das Anlagevermögen des Income Equity Fonds in zwei Portfolios aufteilen. Liquide Anlagen werden in Portfolio A gebündelt. Mit dem Verkauf wurde der Vermögensverwalter Blackrock beauftragt. Die schwer verkäuflichen Assets werden in Portfolio B geparkt. Dies soll die Investmentbank PJT Park Hill veräußern.

Seit der Schließung im Juni hat der Equity Income Fund 20 Prozent an Wert verloren. Er ist nun nur noch 2,9 Milliarden Pfund wert. Es sei noch nicht absehbar, wann alles verkauft sei, schrieb Link an die Anleger. Klar ist jedoch, dass sie mit großen Verlusten zu rechnen haben. Auch die Gebühren müssen sie weiter zahlen, denn Blackrock und PJT Park Hill wollen bezahlt werden.

Woodfords Ruf scheint damit endgültig ruiniert. Er verwaltet noch rund 800 Millionen Pfund in zwei kleineren Fonds, doch beim Fonds Woodford Patient Capital droht ihm ebenfalls der Rauswurf.

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