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Niedrige Mieten zehren zusätzlich an den Renditen Immobilienkrise macht Fonds zu schaffen

Deutsche Anleger neigen offensichtlich zur Übertreibung. In den späten 1990er-Jahren pumpten sie Milliarden Euro in riskante Aktien des Neuen Marktes. Als Ende des Jahres 2000 die Aktienblase platzte, wurde Sicherheit zur ersten Anlegerpflicht.

HB DÜSSELDORF. Das Geld wurden schnurstracks in offene Immobilienfonds umgeleitet. Deren Anbieter konnten behaupten, in den fast 50 Jahren seit der Auflegung des ersten Immobilienfonds habe noch nie jemand damit Geld verloren.

Das Argument überzeugte. Das Vermögen dieser Fonds schwoll von 47,9 Mrd. Euro Ende 2000 auf 85,2 Mrd. Euro drei Jahre später an. Der Boom ist nun vorüber. Die Schelte der Fondskritiker über unzureichende Informationen für die Anleger, die Verwicklung von Managern von Investmentgesellschaften in einen Immobilienskandal und Zweifel an den Wertgutachten der Sachverständigen haben ihre Spuren in der Branche hinterlassen. Inzwischen entweicht die Luft auch aus dieser Blase. Zwar nahm das verwaltete Anlagegeld bis Ende Januar noch auf 89,3 Mrd. Euro zu. Doch am Jahresbeginn schönen alljährlich wiederangelegte Ausschüttungen die Statistik. Bis Ende März zogen die Anleger 1,3 Mrd. Euro aus den Fonds ab.

Die Zahlen sähen noch schlechter aus, würden nicht die primär außerhalb Deutschlands anlegenden Fonds seit geraumer Zeit mehr Geld einwerben als sie verlieren. Nur können sie offenbar die Kapitalverluste der wenig rentierlichen Deutschland-Fonds nicht mehr ausgleichen. Die höchsten Verluste verzeichneten der in den Frankfurter Immobilienskandal verwickelte und wegen umstrittener Immobilienbewertungen in die Schlagzeilen geratene Deka-Immobilienfonds und der Difa-Fonds Nr. 1. Ihnen entzogen die Anleger im ersten Quartal zusammen knapp 1,4 Mrd. Euro.

Womit wir beim größten Problem der Branche - der Rendite - sind. Diese beiden Fonds haben gleichzeitig auch die niedrigsten Einjahresrenditen. Die Durchschnittsrendite aller Fonds ist seit 2001 gesunken. Eine vom Branchenverband BVI seit 1976 geführte Statistik zeigt: Sie war seitdem auch nie so niedrig wie heute. Und bessere Zeiten sind für Anleger zumindest noch nicht in Sicht. "Die Durchschnittsrendite wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau bewegen", sagt Barbara Knoflach, Geschäftsführerin des Anbieters SEB Immobilien-Investment GmbH.

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