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Ölförderung vor Norwegen

Ende vergangenen Jahres besaß der Staatsfonds noch VW-Aktien im Wert von 534 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

Norwegischer Staatsfonds Weltweit größter Ölfonds hat seine Anteile an Volkswagen halbiert

Das Verhältnis zwischen dem Ölfonds und dem Autobauer ist seit Längerem angespannt. Nun haben die Norweger ein Zeichen gesetzt – und ihre Beteiligung deutlich reduziert.
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Stockholm, Düsseldorf Der weltweit größte Ölfonds aus Norwegen hat seine Beteiligung an Volkswagen im vergangenen Jahr halbiert. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Liste über alle Beteiligungen des weltgrößten Staatsfonds hervorgeht, besaß dieser Ende 2017 VW-Aktien im Wert von elf Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro).

Ende vergangenen Jahres waren es nur noch Aktien im Wert von 5,2 Milliarden Kronen (534 Millionen Euro). Zu den Hintergründen des Ausverkaufs von VW-Aktien wollte sich der Fonds nicht äußern.

VW sprach von „normalen Verschiebungen“. Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Volkswagen und dem Ölfonds als größtem unabhängigem VW-Aktionär dürfte allerdings den Ausschlag für die Verringerung des Anteils von 1,3 Prozent Ende 2017 auf 0,8 Prozent Ende vergangenen Jahres gegeben haben. Nach den Enthüllungen über die Manipulationen an Dieselmotoren durch VW übte der Fonds ungewöhnlich scharfe Kritik an der Führungsstruktur des Konzerns.

Der Chef des Ölfonds, Yngve Slyngstad, bezeichnete 2016 die Führungsstruktur im Zusammenhang mit dem Abgasskandal gegenüber der „Financial Times“ als „komplex und problematisch“. Man habe mit VW gesprochen, allerdings den Eindruck gewonnen, dass der Konzern die Sorgen der Investoren nicht ernst nehme. „Sie hören offensichtlich nicht zu“, sagte Slyngstad damals der Zeitung.

Langwieriges Verfahren

Kurz darauf reichte der Fonds zusammen mit anderen institutionellen Anlegern Klage gegen VW ein. Die Kläger werfen VW vor, zu spät über den Dieselskandal informiert zu haben. Die Aktionäre sehen sich getäuscht, weil der Autobauer erst am 22. September 2015 eine Ad-hoc-Mitteilung herausgab.

Bereits am 18. September hatte die US-amerikanische Umweltbehörde EPA den Skandal in der sogenannten „Notice of Violation“ publik gemacht, an den darauffolgenden Tagen stürzte der Kurs der VW-Aktie um rund 40 Prozent ab. In kurzer Zeit schrumpfte die Marktkapitalisierung des Konzerns um mehr als 20 Milliarden Euro. Die Kläger argumentieren, dass sie keine VW-Aktien gekauft hätten, wären sie über die Manipulationen informiert gewesen.

Konzernintern sei schon Jahre vorher klar gewesen, dass bei der Abgasreinigung illegale Methoden angewendet werden. Begonnen hat das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig im Herbst 2018. VW weist die Forderungen zurück und hat seine Sicht der Dinge in einem rund 700-seitigen Schriftsatz dargelegt. Niemand bei VW habe an Milliardenschäden gedacht, die eine Ad-hoc-Mitteilung notwendig gemacht hätten.

Wann das Verfahren zu einem Abschluss kommt, ist kaum absehbar. Vor dem Oberlandesgericht soll es am 25. März weitergehen. Es sind noch zahlreiche Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil dürfte der Fall aber kaum abgeschlossen werden.

Der norwegische Ölfonds, der 1996 zur Sicherung des Wohlfahrtsstaats auch nach dem Versiegen der Öl- und Gasquellen gegründet worden war, besitzt 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt herausgegebener Aktien. Das Verwaltungskapital liegt derzeit bei rund 900 Milliarden Euro.

Seine Beteiligungen an über 9000 Unternehmen schwanken ständig. Allerdings war die Beteiligung an VW noch nie so gering wie jetzt.

Der Ölfonds unterliegt bei seinen Investitionen in Aktien, Anleihen und Immobilien den strengen Vorgaben der norwegischen Regierung. Sie forderte beispielsweise, dass alle Beteiligungen in der Rüstungs- und Tabakindustrie abgestoßen werden. Auch Korruptionsvorwürfe gegen ein Unternehmen können zum Ausstieg des Fonds führen.

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