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Pimco-Gründer Der einstige „Anleihekönig“ Bill Gross geht in Rente

Bei Pimco hat der Starinvestor einen Ruf wie Donnerhall genossen. Doch zuletzt verließ ihn beim Verwalter Janus das Glück. Nun tritt Gross zurück.
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Mit einer Wette auf Konvergenz bei deutschen und US-amerikanischen Staatsanleihen hat der einstige Bond-König viel Geld verloren. Quelle: Reuters
Bill Gross

Mit einer Wette auf Konvergenz bei deutschen und US-amerikanischen Staatsanleihen hat der einstige Bond-König viel Geld verloren.

(Foto: Reuters)

New YorkVier Jahre lang hat Bill Gross versucht, an die alten Erfolge anzuknüpfen. Nun gibt er auf. Der 74-Jährige werde in Rente gehen und künftig nur noch sein eigenes Vermögen verwalten, teilte Janus Henderson am Montag mit. Dort hatte Gross angeheuert, nachdem er Ende 2014 überstürzt die Allianz-Tochter Pimco verlassen hatte.
Unbedingt wollte er bei dem deutlich kleineren Vermögensverwalter an seine alten Erfolge anknüpfen. Doch es gelang ihm nicht. Sein Unconstrained Bond Fund, der große Flexibilität bei Investitionen verlieh, verlor im vergangenen Jahr fast vier Prozent und löste damit eine weitere Welle an Geldabflüssen aus. Der Fonds, der zu den besten Zeiten 2,4 Milliarden Dollar schwer war, fiel am Ende unter die Marke von einer Milliarde Dollar. Gut 700 Millionen Dollar hatte Gross an eigenem Geld reingesteckt und zuletzt selbst einen Teil davon abgezogen.
Der 74-Jährige hatte sich vor allem mit der aggressiven Wette verspekuliert, dass sich die Renditen von amerikanischen und deutschen Staatsanleihen annähern würden. Das kam ihm besonders während der Krise in Italien im vergangenen Sommer teuer zu stehen. Europäische Anleger flüchteten sich in als sicher geltende deutsche Bundesanleihen und trieben die Differenz noch weiter auseinander.
„Ich hatte in mehr als 40 Jahren eine wunderbare Karriere. Ich habe stets versucht, die Interessen der Kunden an erster Stelle zu setzen und dabei das aktive Management von Anleihen neu zu erfinden“, erklärte Gross in einer Pressemitteilung.

Gross hatte 1971 das Anleihehaus Pimco mitgegründet und war zuletzt dessen Investmentchef. Zum Höhepunkt im Jahr 2013 war sein Total Return Fund fast 300 Milliarden Dollar schwer. Seit der Gründung des Fonds 1987 bis zu seinem Weggang lieferte er annualisierte Renditen von 7,8 Prozent. „Kein anderer Fondsmanager hat mehr Geld für Anleger verdient als Bill Gross“, lobte der Fondsbewerter Morningstar 2010, als er Gross zum erfolgreichsten Anleihemanager des Jahrzehnts kürte. Sein gutes Händchen brachte ihm auch den Spitznamen „Bond-König“ ein.
Doch der Erfolg schwand am Ende, schon vor seinem Weggang bei Pimco fingen Investoren an, Gelder abzuziehen. Gross sei Insidern zufolge immer erratischer und exzentrischer geworden und ging schließlich im Streit, um seiner Kündigung zuvorzukommen.
Nun will Gross, dessen Privatvermögen auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, vor allem sein eigenes Geld verwalten und sich um seine Stiftungen kümmern.

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