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Ratgeber ETF – Teil 1 Das sind die Vor- und Nachteile von Indexfonds

Der börsengehandelte Fonds mit fester Struktur ist eine Besonderheit. Er hat viele Eigenschaften, die ihn für Anleger interessant machen.
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Auch auf den Dax gibt es etliche ETFs. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Auch auf den Dax gibt es etliche ETFs.

(Foto: dpa)

FrankfurtBeim Wertpapierkauf ordern Anleger normalerweise einzelne Aktien oder Anleihen. Der Nachteil: Es kann auch mal ein schlechtes Papier dabei sein, das später mit großen Verlusten enttäuscht. Deshalb empfiehlt es sich, hinreichend viele Papiere ins Depot zu nehmen, damit ein einzelner negativer Ausreißer nicht zu sehr schadet.

Dass muss der Anleger nicht in Eigenregie machen. Er kann einen solchen Korb in einem einzigen Produkt erwerben. Das sind entweder aktiv gemanagte Fonds, deren Manager die attraktivsten Titel aus einem bestimmten Bereich zusammenstellen, etwa die ihrer Meinung nach interessantesten europäischen Aktien.

Die Alternative ist der Kauf eines Indexfonds. Hier ist der Fonds immer so zusammengestellt, wie es ein gewählter Index vorgibt, etwa der Deutsche Aktienindex für die 30 wichtigsten Aktiengesellschaften des Landes.

Diese Vorteile bieten ETFs

Ein aktiv verwalteter Fonds kann mehr oder weniger Erträge abliefern als sein Vergleichsindex. Das hängt davon ab, wie erfolgreich der Manager bei seiner Titelauswahl war. Der Indexfonds ist in dieser Hinsicht besser kalkulierbar. Er bietet dem Anleger praktisch exakt die Wertentwicklung der Marktmesslatte.

Außerdem kann ein aktiver und klassischer Fonds nur einmal am Tag bei der ausgebenden Investmentgesellschaft geordert oder an sie zurückgegeben werden. Dieser Fonds ist nicht börsennotiert.

Beim ETF dagegen hat der Anleger mehrere Vorteile. Seine Order kann an der Börse zum aktuellen Indexwert sofort ausgeführt werden. Und der Auftraggeber kennt den Ausführungspreis. Im Gegensatz zum klassischen Fonds wird ein ETF gehandelt wie eine Aktie.

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Dazu kommt ein doppelter Kostenvorteil gegenüber traditionellen Fonds: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag, und die laufenden Gebühren sind deutlich geringer.

Praktisch alle großen Börsen wickeln Geschäfte mit Indexfonds ab. Sogenannte Market Maker, meist Banken oder unabhängige Handelshäuser, stellen Ankaufs- und Verkaufspreise für einzelne ETFs. Auf dieser Basis werden eingehende Orders abgewickelt. Die Market Maker können ihre Preise gut kalkulieren, da die Zusammensetzungen der einzelnen Indizes bekannt sind, daher auch der aktuelle Indexwert.

Der Wert eines ETFs ergibt sich aus dem Gesamtwert aller enthaltenen Wertpapiere, geteilt durch die Anzahl der umlaufenden Fondsanteile. Für die beliebten Sparpläne mit regelmäßigen und konstanten Einzahlbeträgen erwirbt der Käufer dann auch Bruchteile eines ETFs.

Bei einem traditionellen und aktiv verwalteten Fonds wäre eine genaue Anteilswert-Kalkulation kaum möglich. Diese Manager müssen ihre aktuellen Fondspositionen nicht in Echtzeit veröffentlichen. Eine Berechnung des Anteilspreises wäre also mit großen Unsicherheiten behaftet

Was in ETFs drin ist

Viele ETFs besitzen tatsächlich alle Werte mit den entsprechenden Anteilen wie auch der zugrunde liegende Index. Die Finanzexperten sprechen von Vollreplikation. Es gibt jedoch Ausnahmen. In manchen Fällen hat die Messlatte so viele Index-Mitglieder, dass die Anbieter die Messlatte mit einer kleineren Zahl von Titeln nachbilden, die dennoch möglichst genau den Indexertrag liefern sollen. Erfahrungsgemäß gelingt das. Bei einem Dax-ETF beispielsweise mit nur 30 Aktien ist das jedoch nicht nötig.

In manchen Fällen rücken die Anbieter auch vollständig von der Nachbildung ab. Sie gehen dann eine Tauschvereinbarung mit einer Bank ein, einen sogenannten Swap. Das hat Kostenvorteile für den Fonds. Der ETF kann dann ganz andere Papiere besitzen, als der Index es vorgibt. Dieser Korb von Titeln dient als Sicherheit. Und die Bank garantiert, dass sie jederzeit den Indexertrag liefert.

Vor einigen Jahren wurden Nachteile dieser Konstruktion diskutiert, wobei es um die Sicherheit solcher Modelle ging, da die Fonds nicht die Index-Wertpapiere enthalten. Diese Debatten sind inzwischen fast verstummt. Viele Anbieter mit Vorliebe für Swap-Konstruktionen schwenkten seitdem jedoch auf replizierende Ansätze um.

Die größten Fallstricke im Umgang mit ETFs liegen auf anderen Feldern. Trotz des Liquiditätsvorteils können die Produkte in schwierigen Börsenphasen nicht liquider sein als der Basismarkt. Außerdem sollte der Anleger ETFs nicht zur Spekulation einsetzen. Ihre Vorteile spielen sie erst als Sparprodukte aus.

Lesen Sie alles Wichtige zum Thema Indexfonds in unserem 14-seitigen Dossier „Investieren in ETFs“.

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