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Schiffsfonds Anleger erleiden Schiffbruch

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Dabei kennt sich die sturmerprobte Branche mit Zyklen aus. Bereits in den Jahren 1998 bis 2001 hatte sie mit besonders niedrigen Fracht- und Chartereinnahmen zu kämpfen. Damals stützten Reeder und Initiatoren die Fonds, um Pleiten zu vermeiden. Doch das ist diesmal ausgeschlossen.

Die Drewy-Analysten schätzen, dass die Linienreedereien in diesem Jahr Verluste von insgesamt 20 Mrd. Dollar verkraften müssen. Hapag-Lloyd ist in Schieflage geraten. Die Gesellschafter müssen hohe Millionenbeträge zuschießen, der Staat gewährt eine Bürgschaft von 1,2 Mrd. Euro. Von den Fondshäusern ist genausowenig Hilfe zu erwarten. HCI, MPC und Lloyd Fonds, schreiben tiefrote Zahlen.

Viele Anlegeranwälte wetzen bereits die Messer

Den Anlegern wird nichts anderes übrig bleiben, als Geld nachzuschießen, sofern sie es überhaupt können. Verpflichtet sind sie dazu eigentlich nicht. Denn Schiffsfonds sind Kommanditgesellschaften (KG), an denen die Anleger als Kommanditisten (Teilhafter) beteiligt sind. Die Anleger haften nur in Höhe ihrer Einlage. Dennoch kann es sinnvoll sein, Geld nachzuschießen, um eine Insolvenz des Fonds abzuwenden. Anleger insolventer Fonds müssen damit rechnen, dass der Insolvenzverwalter Ausschüttungen von ihnen zurückverlangt. Das geschieht dann, wenn bilanztechnisch gesehen nicht Gewinne, sondern liquide Mittel ausgeschüttet wurden, was bei den früher üblichen Verlustzuweisungsmodellen Gang und Gäbe war.

Den klassischen Ansatz, Schadenersatzansprüche geltend zu machen, verfolgt etwa die Münchener Kanzlei CLLB Rechtsanwälte. Sie sucht nach Fehlern bei der Beratung durch den Vertrieb oder Fehlern im Anlageprospekt. Gegenwärtig greifen Anwälte besonders gern Urteile des BGH auf, wonach Vertreter die Anleger über Provisionen, die sie bei Vertragsabschluss erhalten, hätten informieren müssen (z.B. Az.: XI ZR 586/07 v. 12.5.09). Dies geschah regelmäßig nicht. Zu den Fehlern im Prospekt gehört die ungenügende Aufklärung über die Risiken einer Schiffsbeteiligung. Anlegerschützer werfen Initiatoren immer wieder vor, in Fondsprospekten würden die Chancen groß und die Risiken klein geschrieben.

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