Sorge um Stabilität Privatanleger fliehen in der Krise aus Fonds

Privatanleger suchen nach Sicherheit - und trennen sich von Fonds. Eine Verkaufswelle belastet die Branche, vor allem Rentenfonds sind Ladenhüter. Welche Fonds auf der Verkaufsliste stehen.
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Privatanleger haben Milliarden aus Publikumsfonds abgezogen. Quelle: dpa

Privatanleger haben Milliarden aus Publikumsfonds abgezogen.

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FrankfurtVerunsicherte Privatanleger haben im vergangenen Jahr Milliarden aus Fonds abgezogen. Aus Publikumsfonds - unter anderem Renten- und Aktienfonds - flossen unter dem Strich 16,6 Milliarden Euro ab, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Mit einer schnellen Trendwende rechnet die Branche nicht: „Der Januar war insgesamt wieder negativ“, sagte BVI-Präsident Thomas Neiße.

„Die Verkäufe der Privatanleger sind der Suche nach Sicherheit geschuldet“, erklärte Neiße. „Viele Bürger haben mittlerweile das Vertrauen verloren. Dies gilt sowohl für das Vertrauen in die Stabilität unserer Währung als auch für das Vertrauen in das Finanzsystem. Und das gilt insbesondere für das Vertrauen in die Fähigkeit der europäischen Politik, die Verschuldungskrise zu lösen.“ Dagegen investierten institutionelle Investoren mitten in der Euro-Schuldenkrise weitere 45 Milliarden Euro in Spezialfonds.

Insgesamt verwaltete die Fondsbranche in Deutschland Ende des Jahres 2011 ein Vermögen von 1,783 (Vorjahr: 1,832) Billionen Euro - direkt und indirekt für etwa 50 Millionen Anleger. BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter betonte, er sehe bei Privatanlegern kein generelles Misstrauen gegenüber Aktienfonds. „Es liegt vielmehr eine Vertrauenskrise in den Kapitalmarkt vor.“

Publikumsfonds hätten in den vergangenen 20 Jahren ganz erheblich zum Vermögensaufbau beigetragen, bilanzierte Richter: „Dieser Trend ist weiterhin intakt.“ Wachstumspotenzial sehen die Kapitalanlagegesellschaften auf dem Feld der privaten Altersvorsorge. Angesichts niedriger Zinsen und wachsender Inflationsgefahren könne beispielsweise mit Bundesanleihen kaum erfolgreich vorgesorgt werden, erklärte der Branchenverband.

Privatanleger trennten sich vor allem von Rentenfonds. 5,8 Milliarden Euro flossen aus diesen Produkten ab. Bei den Mischfonds zogen Anleger netto 2,3 Milliarden Euro ab. Vor allem rentenbasierte Fonds wurden abgestoßen. Die stark volatilen Börsen verunsicherten offenbar die Anleger, die sich im vergangenen Jahr von Aktienfonds mit einem Wert von 2,3 Milliarden Euro trennten.

Es gab aber auch Gewinner. 1,2 Milliarden Euro flossen in offene Immobilienfonds. Diese Produktgruppe steckt nach der zwischenzeitlichen Schließung einiger Fonds in einer Vertrauenskrise und gilt als Vertriebsprodukt.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Sorge um Stabilität: Privatanleger fliehen in der Krise aus Fonds"

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  • Wofür bitte die Fonds??? Wenn ich investieren will wie nach Gewinnmitnahmen bei amerikanishchen Ölwerten soeben getan, dann prüfe ich die langjährig erfolgreichen Fonds auf ihre Top- (First-five)Zusammensetzung. Und: verfolge das kontinuierlich, um die Änderungen zeitnah mitzunehmen. Dann kaufe ich bei weiterer Überzeugung diese Einzelwerte.
    So erspart man sich diese jährlichen Abzockergebühren!
    Bestregards!

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