Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Start-up-Investor Mubadala 400 Millionen Euro für Start-ups – Das hat der Staatsfonds aus Abu Dhabi in Europa vor

Der Chef der Wagniskapitalsparte von Mubadala, Staatsfonds aus Abu Dhabi, über das Interesse an europäischen Start-ups – und das Besondere an Wefox.
Kommentieren
Die Wagniskapitalsparte des Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate – Mubadala Ventures – will in Europa ein Portfolio aus 20 bis 25 Unternehmen aufbauen. Quelle: Pressefoto
Ibrahim Ajami

Die Wagniskapitalsparte des Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate – Mubadala Ventures – will in Europa ein Portfolio aus 20 bis 25 Unternehmen aufbauen.

(Foto: Pressefoto)

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Millionen in europäische Start-ups investieren. Dafür hat der Staatsfonds Mubadala einen 400 Millionen Euro schweren Fonds für Wachstumskapital aufgelegt.

Herr Ajami, das erste Investment von Mubadala Ventures ist das Berliner Start-up Wefox. Was versprechen Sie sich davon?
Für unsere Wachstumskapital-Fonds in den USA und jetzt in Europa suchen wir außergewöhnlich gute Gründer und Managementteams, die in der Lage sind, schnell wachsende, global orientierte Unternehmen aufzubauen. Ein solches Team haben wir bei Wefox gefunden. Das Berliner Unternehmen hat sich bislang gut entwickelt. Wir glauben, dass wir der richtige Partner sind, um dem Unternehmen bei weiterem Wachstum zu helfen – nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern europaweit.

Wo sehen Sie das größte Potenzial?
Bei Wefox geht es darum, alle Beteiligten der Branche zusammenzubringen. Die Plattform ermöglicht es Versicherungsvertretern, effizienter und billiger an neue Kunden zu kommen. Versicherungen wiederum können mithilfe von Wefox ihre Produkte passgenau bestimmten Zielgruppen anbieten. Und gleichzeitig gewöhnen sich immer mehr Kunden daran, dass sie Flugtickets, Taxifahrten und Bankkonten über ihre Smartphones buchen und organisieren können.

Versicherungen organisiert bislang kaum jemand über das Smartphone.
Wefox ändert das. Für Versicherungskunden entsteht dadurch eine Amazon-ähnliche Erfahrung.

Wird Mubadala Ventures in weitere Fintechs in Europa investieren?
Alles ist möglich. Wir wollen langfristig und nachhaltig in Europa investieren und bauen daher ein Team in London auf. Financial Services und Fintechs werden zum Kern unserer Investmentstrategie gehören.

In vielen Fällen sind Fintechs schon sehr hoch bewertet.
Das mag sein. Es gibt viele überbewertete Unternehmen. Aber exzellente Managementteams können sehr große Unternehmen aufbauen, die weltweit eine Rolle spielen. Solche Start-ups suchen wir. Dabei haben wir keine Angst, in Unternehmen zu investieren, die heute schon viel wert sind. Sie müssen nur das Potenzial haben, in Zukunft große Werte zu schaffen.

Wie wird Ihre Strategie für Europa aussehen?
Mubadala Ventures wird ein Portfolio aus 20 bis 25 Unternehmen aufbauen und in jedes davon zehn bis 30 Millionen Euro investieren.

In welche Branchen wollen Sie investieren?
Wir konzentrieren uns auf Softwarefirmen mit großem Wachstumspotenzial, insbesondere aus den Bereichen Fintech, Gesundheit, Mobilität und Lieferketten. Wir interessieren uns aber auch für KI- und Robotik-Lösungen und die Frage, wie diese Technologien weltweit Branchen verändern. Mubadala hat viel Geld in Industrien wie Energie, Luftfahrt und Mining investiert. Wir wollen daher wissen, wie neue Technologien diese Industrien verändern werden.

Der Softbank Vision Fund, einer der größten Tech-Investoren der Welt, steckt Millionen in Ihren Europafonds. Mit welcher Strategie?
Wir haben eine enge Partnerschaft mit Softbank. Vor zwei Jahren sind wir als einer der Schlüsselinvestoren in den Vision Fund eingestiegen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Softbank können wir Unternehmen zum Beispiel helfen, später vom Vision Fund finanziert zu werden.

Sie helfen den von Ihnen finanzierten Unternehmen, sich später für den Vision Fund zu qualifizieren?
Das garantierten wir nicht. Aber die enge Verbindung zu Softbank kann helfen. Die Zusammenarbeit mit dem Vision Fund als wichtigem Partner ist Teil unseres Versprechens an die Unternehmer.

Unternehmer klagen oft, dass es in Europa zu wenig Wachstumskapital für reifere Start-ups gibt.
Da gibt es eine Lücke. Aber die interessiert uns nicht. Wir sehen gerade viele spannende Unternehmen in Europa, und wir glauben, dass sich europäische Software- und Technologieunternehmen gerade sehr stark entwickeln. Die Phase ist vergleichbar mit dem, was in den USA vor zehn Jahren passiert ist. Deshalb bauen wir gemeinsam mit unserem Partner Softbank eine europäische Plattform auf. Natürlich sind die USA und China aktuell viel weiter. Aber Europa hat das Potenzial für sehr starkes Wachstum.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Start-up-Investor Mubadala - 400 Millionen Euro für Start-ups – Das hat der Staatsfonds aus Abu Dhabi in Europa vor

0 Kommentare zu "Start-up-Investor Mubadala: 400 Millionen Euro für Start-ups – Das hat der Staatsfonds aus Abu Dhabi in Europa vor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.