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US-Broker Charles Schwab übernimmt TD Ameritrade für 26 Milliarden Dollar

In den USA entsteht ein neuer Mega-Broker. Gemeinsam wollen sich die Nummer eins und zwei im Markt besser im Preiskampf positionieren.
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Schwab schluckt TD Ameritrade für 26 Milliarden Dollar Quelle: AP
Charles Schwab

Der Konkurrenzkampf im Brokermarkt ist groß.

(Foto: AP)

New York Der Deal hatte sich vergangene Woche bereits abgezeichnet, nun ist er besiegelt. Der US-Broker Charles Schwab übernimmt den Konkurrenten TD Ameritrade für gut 26 Milliarden Dollar. Damit entsteht ein neuer Gigant auf dem Markt. Schwab ist der größte Discount-Broker in den USA. TD Ameritrade mit Sitz in Omaha, Nebraska, ist die Nummer zwei.

Die Fusion wird lediglich über den Austausch von Aktien stattfinden. Aktionäre von TD Ameritrade werden 1,08 Schwab-Anteile pro Aktie bekommen. Die Unternehmen gehen davon aus, dass der Deal im zweiten Halbjahr 2020 abgeschlossen sein wird.

Schon vergangenen Donnerstag, als Gerüchte über die Übernahme bekannt wurden, stiegen die Aktien beider Unternehmen deutlich an. Am frühen Montagmorgen reagierten die Anleger jedoch uneinheitlich. Schwab lag im frühen New Yorker Handel 1,4 Prozent im Minus, TD Ameritrade stieg um 2,7 Prozent.

Die kanadische TD Bank, die derzeit 43 Prozent an TD Ameritrade hält, wird am neuen Unternehmen noch 13 Prozent halten, die Stimmrechte sollen jedoch auf knapp zehn Prozent begrenzt werden, teilten die Unternehmen mit.

Das neue Unternehmen wird mehr als fünf Billionen Dollar an Vermögen verwalten, 3,8 Billionen davon kommen von Schwab. Gemeinsam zählen die Broker mehr als 24 Millionen Kunden.

Das neue Unternehmen werde „die Ressourcen eines großen Finanzdienstleisters haben, der gut aufgestellt ist, um Entscheidungen unserer Kunden rund um Investments, Handel und Vermögensverwaltung in jeder Phase zu begleiten“, stellte Schwab-Chef Walt Bettinger folgerichtig klar. Das dürfte insbesondere den Wettbewerb mit klassischen Vermögensverwaltern wie Morgan Stanley, Bank of America und der Schweizer UBS anheizen.

Analysten der Investmentbank KBW gehen allerdings davon aus, dass der Deal auf „erhebliche Widerstände bei den Wettbewerbsbehörden“ stoßen wird, heißt es in einer aktuellen Analyse. Denn besonders kleinere Konkurrenten wie E-Trade werden es künftig viel schwerer haben, gegen einen übermächtigen Anbieter zu bestehen. E-Trade gilt mittlerweile selbst als Übernahmekandidat. Der Aktienkurs ist seit den ersten Spekulationen über den Zusammenschluss von Schwab und TD Ameritrade um sechs Prozent eingebrochen.

Broker insgesamt haben von dem längsten Bullenmarkt aller Zeiten profitiert, der nach der Finanzkrise junge und alte Investoren an die Märkte lockte. Doch sie bekommen zunehmend Konkurrenz. Zum einen kämpfen sogenannte Robo-Advisor um Marktanteile. Die Anbieter legen das Geld der überwiegend jungen Kunden automatisch nach bestimmten Regeln an und verlangen dafür eine vergleichsweise geringe Gebühr.

Zum anderen tobt im Markt für Onlinebroker schon länger ein Preiskampf, der vor sechs Jahren von dem kalifornischen Start-up Robinhood angezettelt wurde. Robinhood war damals der erste Anbieter, der gebührenfreien Aktienhandel anbot. Mittlerweile ist das Start-up mit 7,6 Milliarden Dollar bewertet und bereitet den Markteintritt in Großbritannien vor.

Im Oktober zogen sowohl Schwab als auch TD Ameritrade nach, ebenso wie E-Trade und Fidelity. Sie verzichten auf Kommissionen für das Geschäft mit US-Aktien, börsengehandelten Fonds, sogenannten ETFs, und Optionsscheinen.

Im Zuge der Übernahme wird die neue Schwab-Firmenzentrale von San Francisco in den jüngst eröffneten Firmencampus nach Westlake, Texas, verlagert. Büros in San Francisco sollen jedoch bestehen bleiben.

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