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Vermögensverwalter Blackrock-Chef verteidigt sich gegen Angriffe

Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters, reagiert auf die jüngsten Schlagzeilen über sein Haus – und stützt damit indirekt den Kandidaten für den CDU-Vorsitz.
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Blackrock-Chef Larry Fink gibt Friedrich Merz Rückendeckung
Blackrock-Chef Larry Fink

Der Manager verteidigt sein Unternehmen in einem Brief an die deutsche Kundschaft.

FrankfurtDen Namen werden viele Deutsche nie gehört haben: Blackrock. Aber der mit 6,4 Billionen Dollar Kapital weltgrößte Vermögensverwalter hat in seiner Deutschlandabteilung seit Frühjahr 2016 einen überaus bekannten Aufsichtsratsvorsitzenden: Friedrich Merzeiner von drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Seine Bewerbung hat eine besondere Note bekommen, seit bekannt wurde, dass die Blackrock-Niederlassung in München von der Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit dubiosen Steuerdeals durchsucht wurde.

Nach Handelsblatt-Informationen gibt es bisher kein eigenes Verfahren, keine Ermittlungen gegen einzelne Manager. Doch die medialen Wellen sind hochgeschlagen, wohl so hoch, dass sich der oberste Firmenchef in Übersee zu einer Reaktion genötigt sah.

Larry Fink sprach die deutsche Öffentlichkeit direkt an, veröffentlichte auf der eigenen deutschen Website am Dienstag einen 24-zeiligen Brief zum Selbstverständnis des Konzerns – und sicher auch, um die Wogen in Deutschland zu glätten.

„Sieben Kollegen und ich haben dieses Unternehmen vor 30 Jahren in einem kleinen Büro gegründet“, schreibt Fink. Als Beherrscher der Finanzmärkte möchte er ungern dastehen. Die Firma sei gewachsen, „indem wir die Interessen unserer Kunden in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen“.

Er will, dass man sein Unternehmen positiv wahrnimmt: Fink spricht von einer „großen Verantwortung“, von einem „positiven Beitrag“, von „höchsten Maßstäben“ für das eigene Handeln, von „Vertrauen“. Jedem soll so klar werden: Blackrock ist ein verantwortungsbewusst handelndes Unternehmen.

Der Konzern hat zwangsläufig enormen Einfluss, schon weil er aufgrund seiner Größe bei vielen Firmen wichtiger oder wichtigster Einzelaktionär ist – hierzulande beispielsweise bei den Dax-Konzernen. Der überwiegende Teil des Kapitals entfällt auf börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs. Einige Kritiker halten diesen großen, immer noch wachsenden Einfluss für gefährlich.

Eine „Heuschrecke“, wie manchmal zu hören, ist Blackrock auf keinen Fall. Diesen Begriff hatte der damalige SPD-Chef Franz Müntefering vor über einem Jahrzehnt für Finanzinvestoren geprägt, die übernommene Unternehmen unter Druck setzen und ausschlachten.

Merz selber hat Interessenkonflikte aus seinen Tätigkeiten in der Finanzbranche, er ist auch Mitglied im HSBC-Aufsichtsrat, bestritten. Seine Einschätzung zu dubiosen Steuerdeals wie den sogenannten Cum-Ex-Geschäften bei Aktien machte er bereits klar. Sie seien für ihn „vollkommen unmoralisch“ und „dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen“.

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